Die Schließung des Tagungshauses hoch über dem Kochelsee ist vom Tisch.

Neue Pläne am Aspenstein

Drohende Schließung abgewendet: Kochler Georg-von-Vollmar-Akademie will durchstarten

  • Alois Ostler
    vonAlois Ostler
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Die politische Bildung auf Schloss Aspenstein ist zukunftsfähig. Das ist bei der Mitgliederversammlung der Georg-von-Vollmar-Akademie deutlich geworden. Die drohende Schließung des Tagungshotels ist damit vom Tisch.

Kochel am See/München – Die Mitglieder der SPD-nahen Bildungseinrichtung stehen einmütig hinter Carmen König-Rothemund. Die Vorsitzende wurde einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Ihr neuer Stellvertreter ist Uli Grötsch, der Generalsekretär der bayerischen SPD. Er löst Florian Pronold ab, der nicht mehr kandidierte, weil er 2020 nach Berlin wechseln wird.

Die Zahlen des Jahresberichts können sich sehen lassen. Demnach kamen 2018 insgesamt über 5500 Teilnehmer zu den Veranstaltungen der Vollmar-Akademie. Im Jahr 2019 waren es bis Ende November auch noch 3800 Teilnehmer. „Das ist verwunderlich gut“, sagte Carmen König-Rothemund bei der Vorlage der Zahlen. Schließlich habe die Akademie erst Mitte dieses Jahres beschlossen weiterzumachen. „Bis dahin hatten wir nur so dahingewurstelt“, sagt die Vorsitzende. Jetzt wolle man gemeinsam wieder durchstarten.

Das Vorstands-Gespann der Georg-von-Vollmar-Akademie: Der neue stellvertretende Vorsitzende Uli Grötsch und die in ihrem Vorstandsamt bestätigte Carmen König-Rothemund.

Der von ihr mit viel Engagement betriebene Kampf um den Fortbestand der Bildungseinrichtung sei allerdings noch nicht endgültig gewonnen. „Uns fehlen 450 000 Euro an Zuschüssen, die wir bis 2017 vom Bund und Land erhalten haben“, sagt sie. Diese Mittel werden künftig nicht mehr fließen, weil die Bildungseinrichtung wegen der schlechten Wahlergebnisse der SPD im Verteilungsschlüssel nicht mehr wie früher berücksichtigt wird.

Vollmar-Akademie: 300.000 Euro pro Jahr werden benötigt

 „Wir brauchen für den Fortbestand mindestens 300 000 Euro im Jahr, haben aber erst knapp 200 000 Euro“, sagt die „Königin“, wie sie liebevoll von ihren engsten Mitarbeitern genannt wird. Wenn die Bereitschaft zur Unterstützung der von König-Rothemund ins Boot geholten Fördermitglieder anhalte, „dann können wir es schaffen“. Dies gestalte sich derzeit allerdings schwieriger als noch Anfang des Jahres, „weil der Druck weg ist, der sich damals mit der drohenden Schließung auftat“.

Noch vor einem Jahr sollte das Tagungshotel auf Schloss Aspenstein geschlossen werden. Damals beschäftigte sich die Akademie-Vorsitzende mit der bangen Frage: Verpachten oder verkaufen? Diese Gedankenspiele sind seit Ende Juli dieses Jahres vom Tisch. In Rundbriefen und zahllosen Gesprächen hatte König-Rothemund erfolgreich um Unterstützung für die Bildungsarbeit geworben.

Der Aspenstein: In den Top 10 der „Besonderen Tagungs- und Eventlocations“

Nach der Mitgliederversammlung musste sich die 71-Jährige einer seit Langem geplanten Operation unterziehen. Sie hat alles gut überstanden. Nur das Gehen fällt noch etwas schwer, sagt sie. So arbeitet sie derzeit vom Krankenbett in München aus für die Kochler Einrichtung. Sie weiß, woran ihr Herzblut und das vieler Akademiebesucher hängt: Der Repecon-Verlag hat die Bildungseinrichtung erst vor wenigen Wochen wieder in die deutschlandweiten Top 10 der „Besonderen Tagungs- und Eventlocations“ gewählt – diesmal sogar auf Platz vier nach einem fünften, sechsten und achten Platz in den vorangegangenen drei Jahren.

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