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„Dümmer geht’s fast nicht“: Kiffer wird einen Tag nach Verurteilung erneut erwischt

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Wegen der strafrechtlichen Vorgeschichte fiel die Geldstrafe dieses Mal spürbar höher aus als beim letzten Mal.
Wegen der strafrechtlichen Vorgeschichte fiel die Geldstrafe dieses Mal spürbar höher aus als beim letzten Mal. © Daniel Reinhardt

Das war ein teurer Joint: 4500 Euro Geldstrafe muss ein Produktionshelfer aus Reutlingen (Baden-Württemberg) zahlen, wegen eines Gramms Marihuana und einer Haschzigarette. Mit den Drogen war er im Juni am Kochelsee erwischt worden.

Kochel am See/Wolfratshausen –Am 3. Juni 2021, es herrschte reger Ausflugsverkehr, waren zwei Polizisten schon am Vormittag gegen 10.30 Uhr in Kochel unterwegs. Als sie langsam mit offenen Autofenstern über den Parkplatz beim Trimini rollten, hätten sie „deutlich Marihuana-Geruch wahrgenommen“, erklärte ein Polizeihauptmeister vor Gericht. In der Nähe eines geöffneten Wohnwagens sei der Geruch „ziemlich stark“ gewesen. Tatsächlich fanden sie hinter dem Wagen einen angerauchten Joint. Auf Nachfrage habe der 34-Jährige eingeräumt, dass dieser ihm gehöre. Und er übergab den Beamten ein weiteres Gramm Marihuana, das er aus dem Wohnwagen holte.

Richter schüttelt den Kopf

Diese Tatsache wertete der Staatsanwalt später in seinem Plädoyer zugunsten des Beschuldigten, der mit Freunden auf dem Weg in den Urlaub war. „Leugnen wäre eine Option gewesen, es hätten auch andere in Frage kommen können“, sagte der Anklagevertreter. Ansonsten sorgte das Verhalten des Angeklagten bei allen Verfahrensbeteiligten für Kopfschütteln. „Dümmer geht’s fast nicht“, kommentierte Richter Helmut Berger die Tatsache, dass sich der Reutlinger nur einen Tag, nachdem eine Geldstrafe (20 Tagessätze à 35 Euro) des Amtsgerichts Geislingen wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln rechtskräftig geworden war, erneut hatte erwischen lassen. Außerdem steht der Mann wegen einer früheren Verurteilung noch bis Mitte kommenden Jahres unter offener Bewährung.

Höhere Geldstrafe

Der Beschuldigte begründete seinen damaligen Drogenkonsum damit, dass er nach Verbüßen einer Gefängnisstrafe unter Migräneattacken leide. Nach dem Vorfall im Juni habe sich sein Mandant jedoch zur Drogenberatung begeben und lasse von Betäubungsmitteln die Finger, erläuterte der Verteidiger.

Wegen seiner strafrechtlichen Vorgeschichte und einer „fast nicht nachzuvollziehenden Rückfallgeschwindigkeit“ (Richter Helmut Berger) fiel die Geldstrafe dieses Mal spürbar höher als beim letzten Mal aus: 150 Tagessätze zu jede 30 Euro (gesamt 4500 Euro) wie vom Staatsanwalt beantragt worden war. Der Angeklagte nahm das Urteil an.  

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