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Sowohl die Bergwacht Tölz (Foto) und Kochel als auch die Bergwacht Krün und die Wasserwacht Walchensee mussten in den vergangenen Tagen im Tölzer Land ausrücken. 

Rettungskräfte im Dauereinsatz

E-Bike-Fahrerin kämpft am Simetsberg um ihr Leben und schwerer Sturz im Klettergarten in Altjoch

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Zahlreiche Einsätze haben am Montag und am Dienstag die Rettungskräfte beschäftigt. Sie waren nicht nur am Simetsberg gefordert, sondern auch am Walchen- und Kochelsee und im Raum Bad Tölz.

Walchensee/Krün – Einen dramatischen Einsatz hatten die Mitglieder der Bergwacht Krün und der Wasserwacht Walchensee am Dienstagvormittag am Simetsberg. Eine E-Bike-Fahrerin (59) aus Olching musste wiederbelebt werden. Nach Angaben der Einsatzkräfte befand sich die Frau zusammen mit ihrem Ehemann auf einer Radtour durchs Eschenlainetal, als sie auf einem Weg zum Simetsberg plötzlich über gesundheitliche Probleme klagte. Sie fühlte sich unwohl, stieg vom Rad und wurde plötzlich bewusstlos. Ein Arzt, der wenige Minuten später zufällig mit dem Mountainbike vorbeikam, leistete sofort Erste Hilfe. Gleichzeitig wurden die Rettungskräfte verständigt.

Weil das Gebiet von zwei Stellen gleichzeitig anfahrbar ist und anfangs nicht genau klar war, wo sich die Verunglückte befindet, rückten sieben Helfer der Bergwacht Krün und sechs Helfer der Wasserwacht Walchensee aus. Zudem wurde der Hubschrauber alarmiert. Nach rund 30 Minuten Reanimation wurde die Frau mit dem Helikopter ins Krankenhaus nach Garmisch geflogen.

Verletzte Wassersportler am Walchensee

Bereits am Pfingstmontag war die Wasserwacht Walchensee aufgrund des starken Urlauberandrangs stark gefordert. Vier Erwachsene und ein Kind mussten versorgt werden, berichtet Leiter Alois Grünwald. Ein Surfer hatte sich im Wasser an seinem Foil-Brett eine lange Schnittwunde im Gesicht zugezogen. Foil-Surfen ist ein neuer Trend. „Aber die Geräte sind sehr scharfkantig“, sagt Grünwald. Der Mann wurde erstversorgt und dann von seinem Begleiter ins Krankenhaus nach Garmisch gebracht.

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Die Wasserwacht hatte sich zuvor schon um zwei Kite-Surfer gekümmert. Ein Sportler hatte sich am Fuß verletzt und im 15 Grad kalten Walchensee unterkühlt, ein anderer hatte auf dem See sein Material verloren und konnte es nicht mehr selbstständig an Land holen. Am Nachmittag stürzte dann eine Urlauberin aus Heidelberg mit dem Fahrrad und verletzte sich am Knie. Nach der Erstversorgung von der Wasserwacht wurde sie ins Krankenhaus nach Garmisch gebracht. Medizinische Hilfe brauchte dann auch noch ein Kind. Der zehn Jahre alte Bub war von der Schaukel gefallen und hatte sich am Unterarm verletzt.

Grünwald klagt erneut über das wilde Parken der Ausflügler am Montag am Walchensee. „Es war unglaublich.“ Sämtliche Seitenstraßen in dem Dorf seien zugeparkt gewesen. „Ein Einsatzfahrzeug wäre da nicht mehr durchgekommen.“ 

Absturz im Klettergarten in Altjoch

Auch die Kochler Bergwacht hatte in den vergangenen Tagen allerhand zu tun, wie Leiter Anton Geiger berichtet. Am Sonntag stürzte eine Bergsteigerin auf der Forststraße zum Herzogstandhaus und brach sich dabei den Knöchel. Sie wurde von der Bergwacht versorgt und ins Tal gebracht. Am Montag gab es dann gleich mehrere Einsätze. Im Klettergarten in Altjoch stürzte ein Sportler über 40 Meter tief ab, berichtet Geiger. Dabei zog sich der Kletterer eine schwere Kopfverletzung zu und brach sich den Arm. Die Retter leisteten Erste Hilfe, dann wurde der Mann mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. 

Weiter ging es erneut auf der Forststraße zum Herzogstand. Eine Frau verletzte sich am Knie und wurde von den Helfern mit dem Bergwachtfahrzeug ins Tal gebracht. Gleichzeitig wurden die Ehrenamtlichen schon zum nächsten Einsatz gerufen. Eine Wanderin hatte im Bereich des Herzogstandhauses Kreislaufprobleme bekommen. Neben der Bergwacht Kochel wurde auch der Rettungshubschrauber aus Reutte/Tirol hinzugezogen. Die Frau wurde dann ins Krankenhaus geflogen. 

Der vierte Einsatz am Montag war auf dem beliebten Wanderweg H2 erforderlich. Eine Bergsteigerin, die vom Herzogstandhaus Richtung Bergbahn-Talstation in Walchensee unterwegs war, bekam Kreislaufprobleme und Kniebeschwerden. Auch hier wurde ein Helikopter angefordert. Die Retter seilten sich mit der Winde ab, nahmen die Patientin auf und flogen sie dann ins Krankenhaus.

Tölzer Bergwacht versorgt Mountainbiker

Die Tölzer Bergwacht musste zwei verletzte Mountainbikefahrer versorgen. Der erste Unfall passierte am Pfingstmontag am Nachmittag kurz unterhalb der Schwaigeralm am Sulzkopf. Eine Frau (52) war bei der Abfahrt gestürzt und hatte sich dabei eine äußerst schmerzhafte Schulterverletzung zugezogen, heißt es im Pressebericht. Der Ehemann setzte einen Notruf ab. Auch ein Notarzt eilte zur Unglücksstelle. Nach der Erstversorgung wurde die Frau von der Bergwacht ins Tölzer Krankenhaus gebracht.

Suche nach Gleitschirmflieger am Walchensee

Am Dienstag brauchte ein 12 Jahre alter Bub aus Königsdorf schnelle Hilfe. Er war im Bereich der Gassenhofer-Alm (Südseite Zwiesel) mit dem Bergrad gestürzt und verletzte sich dabei schwer am Handgelenk. Die Notärztin der Tölzer Bergwacht fuhr zusammen mit dem Einsatzleiter an den Unfallort, zwei weitere Helfer folgten mit speziellem medizinischen Equipment für Kinder. Der tapfere Bub wurde behutsam in die Vakuummatratze umgelagert, das Handgelenk wurde mit Verdacht auf eine Fraktur geschient. Im Tal wurde er vom BRK ins Krankenhaus gebracht. Einer der Bergretter brachte dann noch das Radl des Schülers ins Tal.

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