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Fahrzeug-Übergabe: Spender, Vertreter der Loisachtal-Gemeinden, Tafel-Aktive und die Geistlichkeit vor dem neuen Transporter.

Neues Kühlfahrzeug 

Ein Meilenstein für die Tafel Loisachtal

Seit fast einem Jahr verteilt die Tafel Loisachtal nun Lebensmittel. Ein neues Kühlfahrzeug erleichtert die Arbeit der freiwilligen Helfer.

Kochel am See – Die Tafel Loisachtal handelt nach der Devise: „Wir retten Lebensmittel, diese sind für alle Menschen ausreichend vorhanden, man muss sie nur richtig verteilen.“ Woche für Woche geschieht das im sogenannten Monacokeller im hinteren Teil der Heimatbühne. Die Ausgabe erfolgt montags um 11.30 Uhr.

33 ehrenamtliche Helfer kommen jeden Montag in abwechselnden Teams unter der Regie von Thomas Schneider, Wolfgang Neumeister und Hubert Stiegler zusammen. Zunächst müssen die gespendeten Lebensmittel von den Supermärkten und Einzelhändlern in Kochel, Benediktbeuern, Bichl und Schlehdorf abgeholt werden Jetzt hat die Tafel dafür ein eigens Kühlfahrzeug. Der Lieferwagen wurde bereits vor enigen Wochen gekauft. Am Donnerstag wurde der kleine Transporter nun offiziell in Dienst gestellt. Pater Heiner Heim und der evangelische Pfarrer Matthias Binder segneten dabei das Fahrzeug

Der Kochler Bürgermeister Thomas Holz, dessen Gemeinde die Räume im Monacokeller zur Verfügung stellt, bezeichnete das Gefährt als „Meilenstein in der Entwicklung der Tafel“. Denn, so Tafel-Mitinitiator Thomas Schneider, das Gefährt ermögliche den Ehrenamtlichen nun mehr Flexibilität bei der Warenabholung von den beteiligten Geschäften im Loisachtal. Außerdem könne die Kühlkette für leicht verderbliche Lebensmittel nun noch besser gewährleistet werden. Auch der Warenaustausch mit anderen Tafeln der Region sei nun besser möglich. Die Kunden profitierten deshalb von einer größeren Warenvielfalt. Rund 31 800 Euro hat das Fahrzeug laut Schneider gekostet. Als Spender haben sich unter anderem Firmen sowie Banken aus der Region beteiligt.

„Das wir einmal ein eigenes Kühlfahrzeug haben würden, hätten wir vor einem Jahr noch nicht gedacht“, sagt Schneider mit Blick auf die bald 12 Monate, die die Tafel nun bereits im Keller der Kochler Heimatbühne ansässig ist. Wie Schneider mitteilte, nutzen derzeit rund 30 Inhaber der Sozialcard die Tafel. Weitere Berechtigte seien deren Familienangehörige. Das seien derzeit etwa 60.

Diese Zahlen wollen Schneider und sein Team aus aktuell 33 engagierten Ehrenamtlichen gerne noch ein bisschen steigern. Kapazitäten seien noch vorhanden, sagte Holz. „Es wäre noch genügend Ware da.“

Die Tafel-Organisatoren wissen von Berechtigten, die sich nicht trauen, zu kommen oder sich schämen, das Angebot der Tafel in Anspruch zu nehmen. Dabei sei die Anonymität durch die Verschwiegenheitspflicht der Helfer garantiert, so Thomas Schneider. Die etwa einstündige Lebensmittelausgabe sei perfekt organisiert, niemand werde bevorzugt oder benachteiligt: Zu Beginn zieht jeder Kunde eine Nummer und die zufällige Reihenfolge ist festgelegt.

Kritisch merkte Schneider an, dass es im Loisachtal eine Supermarktkette sowie einige Einzelhändler gebe, die nicht bereit seien, Waren an die Tafel abzugeben. Namen nannte er keine.

von Franziska Seliger

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