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Legten an der Gedenktafel einen Kranz für Franz Marc nieder (v. li.): Bürgermeister Thomas Holz mit den Gemeinderäten Rosi Marksteiner, Max Leutenbauer, Mathias Lautenbauer (Dritter Bürgermeister) und Reinhard Dollrieß.

"Ein sehr bewegender Besuch"

Kochler reisen zu Marcs Ehren nach Verdun

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Kochel am See/Verdun – Es war ein Wochenende voller emotionaler Eindrücke: Mit zahlreichen Erinnerungen hat die Delegation der Gemeinde Kochel am Sonntagnachmittag die Heimreise aus Frankreich angetreten.

Zuvor hatte sie in und um Verdun nicht nur weitere Einblicke in die letzten Lebensjahre von Franz Marc bekommen, sondern sich auch über die schrecklichen Schlachten im Ersten Weltkrieg informiert. Bürgermeister Thomas Holz berichtet zudem von der „rührender Gastfreundschaft“: „Es war ein sehr bewegender Besuch.“

Zusammen mit Holz waren Dritter Bürgermeister Mathias Lautenbacher, Rosi Marksteiner, Reinhard Dollrieß und Max Leutenbauer gereist. Josef Seemüller, der eigentlich auch mitfahren wollte, war kurzfristig erkrankt. Die Loisachtaler waren in einem Bus der Herzogstandbahn unterwegs, „um auch ein bisschen Werbung für unsere Gemeinde zu machen“, wie Holz lächelnd sagt. Am Samstag besuchten sie den Schlosspark von Gussainville, wo Franz Marc – sein Todestag jährte sich heuer zum 100. Mal – ursprünglich beigesetzt war. In seiner Rede vor dem Rathaus dankte Holz nicht nur, sondern mahnte auch: „Wir müssen die Pflicht des Erinnerns auch an die nachfolgenden Generationen weitergeben, damit immer bewusst bleibt, wie unsinnig Kriege sind.“ Um die deutsch-französische Freundschaft zu unterstreichen, hatte der Kirchenchor „Les Chanteurs de la Paix“ zwei deutsche Lieder für die Gäste eingeübt, „Der gute Kamerad“ und „Ode an die Freude“. An der Gedenktafel für den beliebten Maler legte der Bürgermeister mit den Gemeinderatsmitgliedern einen Kranz nieder.

Am Sonntag informierten sich die Kochler mit ihren Gastgebern im neuen Museum von Verdun, das erst Ende Mai von Angela Merkel und Francoise Hollande offiziell eröffnet wird. Dort wird mit modernster Technik dargestellt, wie vor 100 Jahren die Schlachtlinien verlaufen sind. Als man später die Gebeine von über 130 000 nicht identifizierten Soldaten besichtigte, „war das für uns alle ein sehr bewegender Augenblick“, so Holz. Denn schließlich seien damals auch einige Männer aus dem Gemeindegebiet nach Verdun beordert worden. „Wir möchten die Verbindung in diese Region unbedingt aufrechterhalten“, sagte Holz. Als erstes wird sich nun Max Leutenbauer, Vorstand des Vereins für Heimatgeschichte, des Themas annehmen.

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