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Monika Hoffmann-Sailer (68) zeigt ihren ersten Wahlkampf-Flyer von 1972, als sie für den Kreistag kandidierte. 

Kochler Gemeinderat

Eine Ära geht zu Ende: Monika Hoffmann-Sailer (SPD) hört nach 42 Jahren auf

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Im Kochler Gemeinderat geht eine Ära zu Ende: Monika Hoffmann-Sailer saß 42 Jahre für die SPD im Gremium. Jetzt hört sie auf.

Kochel am See –  Bei der Kommunalwahl im März war Monika Hoffmann-Sailer nicht mehr angetreten – weil sie nicht mehr mochte, wie die 73-Jährige auf Nachfrage erklärt. „Es ist aber nicht nur das Alter. Ich habe mich nicht mehr wohl gefühlt“, begründet die gelernte Bankkauffrau ihren Rückzug. 

Dabei prägte Politik wesentlich das Leben von Hoffmann-Sailer, die im Kochler Ortsteil Ried aufwuchs. Bereits in jungen Jahren engagierte sie sich auf politischer Ebene; unter anderem war sie bei den Jusos aktiv. Als Willy Brand 1972 dann die Frauen aufrief, sich kommunalpolitisch mehr zu engagieren, kandidierte Hoffman-Sailer erstmals für die SPD für einen Sitz im Kochler Rat. Seitden saß sie - mit sechsjähriger Unterbrechung - in dem Gremium. Zwischen 1972 und 2014 war sie außerdem Mitglied des Kreistags. „Für mich war immer die soziale Gerechtigkeit sehr wichtig“, beschreibt sie das, was sie all die Jahre antrieb. Die Wurzeln für diesen Sinn für soziale Gerechtigkeit verortet sie in ihrem Elternhaus.

Der Erhalt der Grundschule war der SPD-Rätin immer wichtig

Blickt sie auf die vielen Jahrzehnte Gemeinderatsarbeit zurück, fallen ihr viele Themen ein, die behandelt werden mussten. Manche davon, wie etwa der Erhalt der wohnortnahen Grundschule oder der Aufbau einer Bücherei im Dorf, seien ihr besonders wichtig gewesen. Und bis zuletzt lag ihr die Schaffung eines Jugendraums in Kochel am Herzen. 

Manches, was im Gemeinderat in den vergangenen Jahren ablief, hält Hoffmann-Sailer, die Referentin für ältere Menschen war, nicht für richtig. Das hört man aus vielem heraus, was sie sagt. Immer in Erinnerung behalten werde sie etwa den „Versuch, ohne Beteiligung der Öffentlichkeit das Kraftwerk am Jochberg zu bauen“, sagt sie. Doch dagegen sei zum Glück erfolgreich gekämpft worden.

 Kämpfen und sich ein dickes Fell zulegen: Das hat sie gelernt. Denn leicht hatte es die überzeugte Genossin nicht im Gemeinderat. In öffentlichen Sitzungen sei es öfter vorgekommen, dass sie sich für ihre Fragen oder Anregungen beißende Kommentare von Ratskollegen oder dem Bürgermeister einhandelte.

73-Jährige bleibt für die SPD aktiv

Die Lust am Engagieren hat sie trotzdem nicht verloren. Nach ihrem kommunalpolitischen Rückzug will sie sich weiterhin beim VdK Kochel einbringen, dessen Vorsitzende sie ist. Und auch im Ortsverband der SPD bleibt sie aktiv.  

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