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Unglück am Jochberg: Eiskletterer stürzt zehn Meter in die Tiefe - Hubschrauber im Einsatz

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Von: Christiane Mühlbauer

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Schwieriges Gelände: Die Kochler Bergwacht rettete am Freitagnachmittag einen abgestürzten Eiskletterer aus der Nordwand des Jochbergs. Dabei wurde sie von Eiskletterern des Bergwacht-Bereichs Hochland unterstützt.
Schwieriges Gelände: Die Kochler Bergwacht rettete am Freitagnachmittag einen abgestürzten Eiskletterer aus der Nordwand des Jochbergs. Dabei wurde sie von Eiskletterern des Bergwacht-Bereichs Hochland unterstützt. © Bergwacht Kochel

Eine Eiskletter-Tour in der Nordwand des Jochbergs hätte einen Sportler beinahe das Leben gekostet. Er stürzte über einen vereisten Wasserfall in die Tiefe, der Helm zerbarst dabei.

Kochel am See – Die Bergwacht Kochel hat am Freitagnachmittag einen Eiskletterer aus der Nordwand des Jochbergs geborgen. Der Mann, etwa 40 Jahre alt und aus dem Raum Nürnberg, war alleine unterwegs und verunglückte an einem vereisten Wasserfall, berichtet die Bergwacht in einer Pressemitteilung.

Unglück beim Eisklettern: Mann stürzt über vereistem Wasserfall ab

Die Eiskletterrouten am Jochberg gelten als anspruchsvoll. Der Mann war allein unterwegs und versuchte, einen Graben (in der Fachsprache spricht man von „Gully“) im rechten Wandteil hochzuklettern. Im oberen Drittel stürzte er aus ungeklärter Ursache dann jedoch zehn Meter tief über einen vereisten Wasserfall ab. Dabei zersprang sein Helm, und er zog sich Verletzungen an Rücken und Schulter zu, so die Bergwacht.

Eiskletterer stürzt am Jochberg ab: Hubschrauber im Einsatz

Der Verunglückte konnte noch aus eigener Kraft einen Notruf absetzen. Aufgrund der Schwere der Verletzungen und des anspruchsvollen Geländes erfolgte eine umfangreiche Alarmierung. Zehn ehrenamtliche Bergretter aus Kochel machten sich bereit. Der Einsatzleiter bat zudem um Unterstützung durch die Eiskletter-Gruppe vom Bergwacht-Bereich Hochland. Außerdem wurde ein Hubschrauber mit Notarzt-Besatzung und Winde angefordert.

Der Verletzte war bei Bewusstsein und konnte Kontakt mit den Rettern halten, so dass diese via Handy seine Koordinaten feststellen konnten. Der am schnellsten verfügbare Hubschrauber war in Reutte/Tirol verfügbar. Er nahm zwei Eiskletterer auf und flog sie in die Wand. Mit Bohrhaken und Seilgeländer sicherten sie den Unfallort.

Dann wurden der Notarzt und ein weiterer Helfer mit der Winde abgesetzt. Nach der Versorgung des Patienten wurde dieser im Bergesack in den Hubschrauber gezogen und in die Unfallklinik nach Murnau geflogen. Dann wurden die weiteren Helfer aus der Wand geholt.

Absturz am Jochberg: „Es war Glück, dass am Freitag Flugwetter herrschte“

„Es war eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Luftrettungspartnern“, dankt der Kochler Bergwacht-Bereitschaftsleiter Toni Geiger allen Helfern. „Es war Glück, dass am Freitag Flugwetter herrschte.“ Eine terrestrische Bergung des Verletzten wäre sehr aufwendig gewesen. Man hätte nicht nur viele Einsatzkräfte gebraucht, sondern für die Männer und Frauen auch ein umfangreiches Risikomanagement erstellen müssen.  

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