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„Es war eine mega Erfahrung“: Kochlerinnen machen bei Eiger-Ultratrail mit

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Von: Elena Royer

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Susann Lehmann (li.) und Magdalena Kalus waren auf dem Eiger-Ultratrail unterwegs. Im Rahmen des Laufs sammeln sie Geld für den Bund Naturschutz.
Susann Lehmann (li.) und Magdalena Kalus waren auf dem Eiger-Ultratrail unterwegs. Im Rahmen des Laufs sammeln sie Geld für den Bund Naturschutz. © Archiv

Die Läuferinnen Magdalena Kalus und Susann Lehmann sammeln im Rahmen des Eiger-Ultratrail Geld für den Bund Naturschutz. Dabei sind sie ob der Hitze an ihre Grenzen gekommen.

Walchensee/Kochel am See – 176 Kilometer und 12 360 Höhenmeter in drei Tagen. Diese beeindruckende Bilanz legen Magdalena Kalus (36) aus Walchensee und Susann Lehmann (36) aus Kochel am See vor. Wie berichtet, wollen die beiden im Rahmen des Eiger-Ultratrails 25 000 Euro sammeln und an den Bund Naturschutz spenden. Wie es den beiden beim Ultratrail im Juli in der Schweiz ergangen ist, erzählt Magdalena Kalus im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es ging super los. Wir sind gut weggekommen“, berichtet die 36-Jährige, die im Personalwesen in München arbeitet. Sie und Lehmann, die als freiberufliche Social-Media-Managerin und Grafikdesignerin arbeitet, laufen schon lange Trails. Die Frauen trainierten seit Monaten für den Lauf. „Den ersten halben Tag sind wir im Schatten der Eiger-Nordwand gelaufen. Uns war da schon klar, dass es sehr heiß werden wird“, sagt Kalus. „Aber dass die Hitze so intensiv werden wird, war uns nicht bewusst.“

Die hochsommerlichen Temperaturen bis zu 40 Grad waren schließlich auch der Grund, warum die passionierten Läuferinnen den Ultratrail mit insgesamt 250 Kilometern und 20 000 Höhenmetern nicht bis zum Ende liefen. „Susi hat die Hitze nicht so gut weggesteckt“, erzählt Magdalena Kalus weiter. „Sie hat sich durchgekämpft, aber konnte nur wenig feste Nahrung zu sich nehmen.“

Läuferinnen schaffen bei Eiger-Ultratrail 176 Kilometer und 12 360 Höhenmeter

Um jedoch genügend Energie für die noch folgenden Kilometer und Höhenmeter zu haben, wäre ausreichend Nahrung als Energiespender wichtig gewesen. „Susi konnte wegen der Hitze aber nichts essen. Ich habe an den Verpflegungsstationen zum Beispiel zwei Teller Nudeln gegessen und meine Energiespeicher aufgefüllt“, erzählt Kalus, der die Hitze nicht so sehr zu schaffen gemacht hat. Sie sei gut klargekommen, bis auf Blasen an den Füßen.

Alle 20 bis 30 Kilometer waren die genannten Stationen eingerichtet, an denen man pausieren und etwas essen konnte. Denn unterwegs hatten die beiden nur leichtes Gepäck und somit wenig Proviant dabei. „Wir hatten in unseren Rucksäcken Wasser, Gels und Riegel“, erzählt Kalus. „An den Verpflegungsstationen gab es Nudeln, Pizza oder Reis. Und man konnte sich ausruhen. Insgesamt haben wir während der drei Tage aber nur drei bis fünf Stunden geschlafen.“

Schlussendlich wurde jeder Anstieg immer anstrengender, dann kam auch noch die Müdigkeit dazu. „An Tag drei haben wir gesagt, wir steigen aus. Das war auf jeden Fall die vernünftigere Entscheidung.“ Doch was hat die beiden passionierten Läuferinnen motiviert, dass sie so weit gekommen sind? „Auf so einen Lauf bereitet man sich natürlich geistig vor“, sagt Kalus. „Man hat sich in den Kopf gesetzt, dass man es schaffen will.“ Zusätzlich habe die beiden die tolle Landschaft motiviert: „Wir hatten wunderschöne Ausblicke auf den Aletsch-Gletscher und die Eiger-Nordwand.“

Eventuell starten die Läuferinnen nächstes Jahr erneut

Auch wenn die leidenschaftlichen Läuferinnen nicht die komplette Strecke absolviert haben, sind sie zufrieden: „Wir sind über hundert Meilen gelaufen. Insgesamt war es eine mega Erfahrung.“ Ob sie sich vorstellen können, noch mal an einem Lauf in dieser Größenordnung teilzunehmen? „Ja“, sagt Kalus entschlossen. „Wir haben noch eine Rechnung offen.“ Aktuell sei der Gedanke da. „Vielleicht machen wir es nächstes Jahr noch mal.“

Die beiden Frauen geben auf ihren Instagram-Kanälen, wo sie gemeinsam über 120 000 Menschen erreichen, einen Rückblick auf den Ultratrail. Und sie haben den Lauf mit einem guten Zweck verbunden. „Unser Ziel ist es, 25 000 Euro an den Bund Naturschutz zu spenden. Zum Erhalt der Artenvielfalt und Biodiversität in unseren heimischen Bergen“, erklären die beiden. In den Bergen tanken sie Kraft und finden Ruhe, und wollen ihnen deswegen etwas zurückgeben. Der Spendentopf ist noch bis Ende August offen. „Aktuell haben wir zwischen sieben- und achttausend Euro gesammelt und freuen uns über jede Summe“, sagt Kalus, die als Naturschutzbotschafterin des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen („Naturschutz beginnt mit dir“) aktiv ist. Und Lehmann hat bei eigenen Spendenläufen bereits mehrere tausend Euro für gemeinnützige Vereine und Organisationen gesammelt. Noch ist nicht final entschieden, wofür das Geld verwendet wird. „In Frage kommt eine Biotopzusammenführung in der Nähe von Schloss Neuschwanstein. Aber wir wollen schauen, wo der Bund Naturschutz Bedarf hat.“

Weitere Infos:

Spenden kann man noch bis zum 31. August. Mehr Infos dazu gibt es auf www.bund-naturschutz.de/ spenden-helfen/spendenstatt- geschenke/meinespendenaktion? 25-000e-fuer- die-alpen. Mehr über die beiden Läuferinnen gibt es auf ihren Instagram-Kanälen youareanadventurestory (Magdalena Kalus) sowie run-skills (Susann Lehmann).

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