Bundeswehr-Hubschrauber in Mali abgestürzt

Bundeswehr-Hubschrauber in Mali abgestürzt
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Mit mehreren Helikoptern war drei Tage lang im Jochberggebiet gelöscht worden. Allein der Löscheinsatz kostete eine knappe halbe Million.

Geldstrafen für Brandstifter

Reaktionen auf Jochberg-Urteil

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Die beiden Männer, die an Neujahr 2017 das Feuer am Jochberg ausgelöst hatten, sind verurteilt. Der Schlusspunkt ist das nicht: Auf die beiden kommen zivilrechtliche Forderungen zu.

Kochel am See – Die von der Staatsanwaltschaft München II beantragten Strafbefehle gegen die beiden Männer sind bereits rechtskräftig. Ein heute 37 Jahre alter Mann wurde wegen fahrlässiger Brandstiftung zu 90 Tagessätzen á 100 Euro, sein vier Jahre jüngerer Begleiter zu 90 Tagessätzen á 75 Euro verurteilt. „Wir haben das Urteil so erwartet“, sagt Landrat Josef Niedermaier. „Das ist scheinbar der Strafrahmen, den das Gesetz hier hergibt“, sagt er mit Blick auf einen ähnlichen Fall vor ein paar Jahren. Bei den beiden Männern, die im März 2011 am Herzogstand grillten und so einen Flächenbrand auslösten, sei die Strafe seinerzeit ähnlich ausgefallen. Natürlich stehe die Strafe in keiner Relation zum angerichteten Schaden und zur Höhe der Löschkosten. „Auf den ersten Blick ist das Urteil nicht befriedigend. Aber Rechtsstaat ist Rechtsstaat“, sagt Niedermaier. Man dürfe auch nicht vergessen, dass es hier nur um die strafrechtliche Seite gehe. „Im Vergleich zu den zivilrechtlichen Forderungen dürfte das Pipifax sein.“

Auf den zivirechtlichen Weg setzen die Bayerischen Staatsforsten.Rund 100 Hektar Fläche waren von dem Brand betroffen, etwa die Hälfte davon ist Staatswald mit Schutzfunktion. Wie hoch der Schaden ist, will Rudolf Plochmann, Chef des Tölzer Forstbetriebs, noch nicht beziffern. Das sei Inhalt des Gutachtens, das die Grundlage für die zivilrechtlichen Forderungen liefert. Und diese werde man erst an die beiden Verursacher beziehungsweise deren Versicherung stellen und nicht öffentlich diskutieren. Es gehe aber um „einen Betrag in sechsstelliger Höhe“. Dass es ein strafrechtliches Urteil gibt, begrüßt Plochmann. „Damit sind die Schuld und der Verursacher amtlich festgestellt.“

Auch für den Kochler Bürgermeister Thomas Holz hat die Verurteilung eine wichtige Signalwirkung. „Bei vielen ist der Eindruck entstanden, dass man einfach in der Natur zündeln kann, und einem nichts passiert, weil am Ende alles die Versicherung bezahlt.“ Darauf hätten ihn viele Bürger angesprochen. „Deshalb ist es nicht schlecht, dass es jetzt eine Verurteilung gab. Und ich denke, die Geldstrafen tun zumindest ein bisserl weh.“

Bereits seit einigen Monaten ist klar, dass der Landkreis auf keinen Kosten aus dem Löscheinsatz sitzen bleibt, wie Landratsamtssprecherin Sabine Schmid bestätigt. Die Ausgaben in Höhe von rund 490 000 Euro wurde von der Versicherung der Wanderer beglichen.

Drei Tage hatte der Löscheinsatz mit mehreren Helikoptern am Graseck gedauert. Noch in der Neujahrsnacht hatte der Landkreis den Katastrophenfall ausgerufen. Die beiden Wanderer waren am Silvesterabend von der Kesselberghöhe Richtung Graseck aufgestiegen, um das Feuerwerk im Loisachtal zu beobachten. Als sie auf dem strohtrockenen Untergrund ein Lagerfeuer entfachten, gerieten die Flammen schnell außer Kontrolle. Beim Versuch, den Brand zu löschen, stürzte der Jüngere der beiden ab und verletzte sich schwer. Als Bergwacht und Feuerwehr ausrückten, um den Mann zu retten, entdeckten sie den Brand, der sich rasch ausbreitete.

In einer ersten Version hatten die Wanderer angegeben, das Lagerfeuer als Signalfeuer entfacht zu haben, um die Bergretter zur Einsatzstelle zu lotsen. Aufnahmen einer Webcam bewiesen aber einen anderen zeitlichen Ablauf. Dort zeigten sich bereits gegen 23.20 Uhr erste Lichtpunkte, die sich rasch ausbreiteten. Die Bergwacht wurde allerdings erst um kurz nach Mitternacht alarmiert.

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