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Die geplante Erweiterung des Bened iktbeurer Gewerbegebiets (in der oberen Bildhälfte) ist umstritten. Die Gemeinde Kochel befürchtet Lärmbelästigungen für die Häuser im Ortsteil Ried – südlich des Lainbachs. 

Gemeinderat Kochel

Viel Lärm um Schallschutz am Lainbach

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Die Nachbarschaft zweier Loisachtal-Gemeinden ist empfindlich getrübt. Stein des Anstoßes ist das von Benediktbeuern geplante Gewerbegebiet am Lainbach. Kochel hat jetzt einmal mehr Bedenken angemeldet.

Kochel am See – „Wir wollen alles unternehmen, um die Interessen der Bürger von Ried zu schützen“, versicherte Bürgermeister Thomas Holz in der Kochler Gemeinderatssitzung am Dienstag. Dabei ging es einmal mehr um die von Benediktbeurer Seite angestrebte Änderung des Flächennutzungsplans. Die ist Voraussetzung, um das Gewerbegebiet am Mondscheinweg nach Süden zu vergrößern. Die Bebauung würde stellenweise bis zu 100 Meter an die bereits vorhandenen Häuser im Kochler Ortsteil Ried südlich des Lainbachs heranrücken. Der Kochler Gemeinderat hat deshalb wiederholt einen Mindestabstand von 200 Metern und einen ausreichenden Schallschutz gefordert. Den habe ihm sein Benediktbeurer Kollege Hans Kiefersauer auch bei einem gemeinsamen Gespräch im vergangenen Dezember noch zugesichert, sagte Holz am Dienstag. So sollte Benediktbeuern bereits mit der Änderung des Flächennutzungsplans ein schallschutztechnisches Gutachten in Auftrag geben.

In der jüngsten Sitzung des Benediktbeurer Gemeinderats Anfang Februar sei davon nun aber keine Rede mehr gewesen, kritisierte Holz. Mit welchen Argumenten die ausführliche Stellungnahme der Gemeinde Kochel „weggewogen“ wurde, sei ihm zwar noch nicht bekannt. Was er davon halte, wollte Holz öffentlich nicht sagen. Er sei aber sehr verwundert, dass die persönliche Zusage Kiefersauers nun offenbar keine Gültigkeit mehr habe.

„Wir geben das Schallschutzgutachten in Auftrag, aber erst dann, wenn die Änderung des Flächennutzungsplans genehmigt ist“, erklärte der Benediktbeurer Bürgermeister am Mittwoch auf Nachfrage der Heimatzeitung. Er halte sich damit an die im Dezember besprochenen Vereinbarungen – „schon wegen der guten nachbarschaftlichen Beziehungen“. Laut Kiefersauer „hat es keinen Sinn, das Gutachten schon jetzt zu erstellen“.

Diese Meinung kann Thomas Holz nicht nachvollziehen, denn ein Bebauungsplan werde ja grundsätzlich aus den Vorgaben des Flächennutzungsplans entwickelt. Deshalb wolle er auch nicht darauf warten, „bis irgendwann ein derartiges Gutachten erstellt wird“.

Der Kochler Gemeinderat folgte deshalb einstimmig dem von Holz formulierten Beschlussvorschlag, wonach die Verwaltung des Kochler Rathauses beauftragt wird, „bereits jetzt die notwendigen Schritte zum Schutz der vorhandenen und geplanten Wohnbebauung in Ried zu unternehmen“. Die Antwort auf die Frage aus dem Gremium, ob die Gemeinde nun selbst ein Gutachten in Auftrag geben will, ließ der Bürgermeister offen.

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