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Dieses Seegrundstück bleibt Wiese: Auf dem Areal in Altjoch wollte ein Münchner Immobilien-Mogul ein Hotel-Projekt entwickeln. Daraus wird nichts.

Was ist mit dem Erdhügel-Hotel?

Geplante Kelten-Lodges in Kochel: Pläne im Keller begraben

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Dauerbrenner und auch Rohrkrepierer haben den Kochler Gemeinderat heuer gleichermaßen beschäftigt – und jede Menge Arbeit beschert. „Es war ein ereignisreiches Jahr“, sagte Bürgermeister Thomas Holz in der Dezember-Sitzung des Gemeinderats.

Kochel am See – Für vorübergehende Aufregung haben die sogenannten Kelten-Lodges in der Gemeinde gesorgt. Die Idee vom Erdhügel-Hotel am Kochelseeufer sei „nicht über den Status von Skizzen hinausgekommen“, sagte der Bürgermeister in seinem Jahresrückblick. Man sei nicht einmal in den Bereich von bauleitplanerischen Überlegungen gekommen, so Thomas Holz.

Die Idee des Grundstückeigentümers hatte die Anwohner auf den Plan gerufen. Der Münchner Immobilien-Mogul Rainer Beck wollte auf dem 26 000 Quadratmeter großen Seegrundstück ein luxuriöses Hotelprojekt entwickeln. „Das Thema hat kurzzeitig für Wirbel gesorgt, ist aber bereits wieder komplett im Sande des Kochelsees verlaufen“, so Holz wörtlich in seiner Ansprache.

Nach dem „ersten Aufschlag“ des Münchner Grundstückseigentümers hatte der Kochler Bürgermeister mehrfach nachgefragt, welche weiteren Schritte geplant seien. Konkret wollte Holz beispielsweise wissen, wann die Nachbarn umfassend informiert werden. „Da ich hierauf nicht einmal eine Antwort erhalten habe, hatte sich das Thema für mich auch schnell erledigt“, so der Bürgermeister. Der „eh recht schmale Ordner“ stehe bereits im Rathaus-Keller.

Während die „Kelten-Lodges“ abgehakt sind, liegen die Pläne für das ehemalige Verstärkeramt vorerst nur auf Eis. „Im ersten Halbjahr 2019 wissen wir wahrscheinlich mehr“, sagte Holz. Die Gemeindeverwaltung brauche noch Zeit, um die Denkmal-Entscheidung umfassend zu bewerten. Wie mehrfach berichtet, will Kochel auf dem über 5000 Quadratmeter großen Areal des ehemaligen Verstärkeramts 21 barrierefreie Wohnungen im kommunalen Wohnungsbau, Räumlichkeiten für Vereine und Obdachlose sowie den gemeindlichen Bauhof errichten. Dafür sollen die in den 1920er-Jahren gebauten Gebäude mit den ehemaligen Verstärker- und Selbstanschluss- Ämtern abgerissen werden. Nach einer Petition ist ein Teil des Areals in die Denkmalliste aufgenommen worden. Die Gemeinde sei hierbei „absolut überrascht worden“, weil es bei den Vorplanungen keinerlei Hinweise auf etwaige Denkmaleigenschaften gegeben habe. Für das Gelände gibt es einen rechtskräftigen Bebauungsplan, mit dem das „besonders wichtige und dringend notwendige Projekt für das Allgemeinwohl“ verwirklicht werden könne. Ob es dazu komme, müsse sich zeigen.

Auch die ehemalige Hausmülldeponie am Festplatz hat die Kochler Rathaus-Verwaltung stark beschäftigt. Dort wurde die Sanierungsuntersuchung abgeschlossen. Holz ist „sehr froh, dass wir nach den inzwischen fast zehn Jahre lang laufenden Untersuchungen nun genau wissen, wie es weitergeht“. Kochel sei vom „Damoklesschwert“ verschont geblieben. So bleibe ein Bodenaustausch auf dem 115 000 Quadratmeter großen Grundstück erspart. Das Sickerwasser wird in speziellen Schächten gesammelt und unterirdisch abgeleitet. Damit bleiben die darüberliegenden Sportstätten unversehrt.

„Thomas Holz hat im vergangenen Jahr wieder hervorragende Arbeit geleistet“, sagte Bürgermeister-Stellvertreter Thomas Eberl nach dem Jahresrückblick. Die Sachkenntnis und die guten Kontakte des Rathauschefs seien der ganzen Gemeinde zugutegekommen.

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