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Stehender Verkehr an der Ortseinfahrt: Dieses Bild dürfte im Herbst zum Kochler Alltag gehören, wenn der Oberau-Verkehr großräumig umgeleitet wird.

Gemeinde befürchtet Kollaps

Geplante Straßensperrungen: „Kochel stürzt in ein Verkehrschaos“

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Der Kochler Bürgermeister Thomas Holz befürchtet das Schlimmste für seinen Ort. „Die stürzen uns im Herbst in ein Verkehrschaos“, so sein Kommentar zu den aktuellen Plänen der Straßenbauer.

Kochel am See – Bereits Anfang Juni hatte der Kochler Bürgermeister vor dem drohenden Kollaps gewarnt. Damals waren erstmals die Pläne des Staatlichen Bauamts Weilheim vorgestellt worden, wonach die Bundesstraße 2 bei Oberau im Herbst wegen Ausbesserungsarbeiten gesperrt werden muss. Der Verkehr soll hauptsächlich über die Region Kochelsee und Walchensee umgeleitet werden.

Nun gibt es laut Thomas Holz eine gute und eine schlechte Nachricht. Der zunächst für Mitte September geplante Baubeginn sei auf Druck aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen auf Anfang Oktober verschoben worden, berichtete der Rathauschef am Rande der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Totalsperrung der Bundesstraße 2 erfolge nun vom 8. bis 12. Oktober. Soweit die gute Nachricht – weil ja im September noch viel Urlaubsverkehr im Oberland zu erwarten sei.

Doch die laut Holz schlechte Nachricht habe es in sich: Ab dem 12. Oktober plant das Staatliche Bauamt eine halbseitige Sperrung der Fahrbahn, die bis 6. Dezember dauern soll – und die auch an den Wochenende gilt. Das sei ursprünglich nicht so angekündigt gewesen. „Die schicken uns sehenden Auges den ganzen Verkehr an den Kochelsee und Walchensee“, sagte Holz erbost. Er habe bereits mehrfach an das Staatliche Bauamt appelliert, „die Planung anders anzugehen“. Holz: „Dann muss man halt mehrere Firmen gleichzeitig oder zusätzliche Maschinen einsetzen, damit das schneller über die Bühne geht.“

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„Mit einer Bauzeit von zwei Monaten ist das doch längst nicht abgetan“, sagte Eduard Pfleger in der sich anschließenden Diskussion. Ein frühzeitiger Wintereinbruch Ende November oder Anfang Dezember könne zu erheblichen Verzögerungen führen. Gemeinderat Jens Müller hat Verständnis für die Sorgen des Bürgermeisters. „Ich fürchte aber, das Bauvorhaben ist nur mit einer Sperrung zu bewerkstelligen.“ Ob man denn nicht eine Tonnage-Beschränkung erwirken könne, wollte Franz von Lerchenhorst wissen. Der Bürgermeister glaubt, die Antwort des Straßenbauamts zu kennen. „Bundesstraßen sind auch für den Schwerverkehr ausgelegt, werden sie uns schreiben“, sagte Holz. Dann sollte man ein Nachtfahrverbot für Lastwagen fordern, regte Kaspar Loipolder an. Holz dagegen wäre froh, wenn die Brummis in der Nacht fahren. Der Walchenseer Gemeinderat Reinhard Dollrieß forderte in diesem Zusammenhang eine generelle Tempobeschränkung für Lastwagen auf den Umleitungsstrecken. „Dann brauchen die Autofahrer noch mehr Geduld“, sagte der Bürgermeister. Die werde schon genügend auf die Probe gestellt, wenn man sich hinter einem Lkw auf den Kesselberg hinaufquälen müsse.

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Noch keine Reaktion gibt es laut Thomas Holz auf einen Antrag der SPD-Fraktion im Kochler Gemeinderat. Wie berichtet hatte Monika Hoffmann-Sailer gefordert „die Gemeinde Kochel möge auf die Bayerische Eisenbahngesellschaft und auf die DB Regio einwirken, den vorhandenen Haltepunkt Kainzenbad an der Strecke Garmisch – Mittenwald für die Dauer der Sperrung anzufahren“.

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