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Mit einem Pferdestall samt Reitplatz im Mischgebiet in Kochel kann sich der Naturschutz nicht anfreunden.

Aussiedler-Pläne

Geplanter Pferdestall: Naturschutz „schikaniert“ Bauherrn

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Die Kochler Gemeinderäte sind sauer auf die Naturschutzbehörde im Landratsamt. Deren Forderung sei eine Schikane für den Bauherrn.

Kochel am See – Nikolaus Schuldlos will mit seinem „Giggererhof“ aussiedeln. Ein Pferdestall mit Reitplatz soll am Unteranger/Angerfeld angesiedelt werden. Diesem Vorhaben hatte der Gemeinderat bereits im Juli 2016 zugestimmt. Doch damit war Sachgebiet 35 am Tölzer Landratsamt nicht einverstanden. Der Naturschutz drängte darauf, das landwirtschaftliche Anwesen weiter nach Süden zu versetzen, so Bürgermeister Thomas Holz. „Wir sehen das kritisch“, sagte der Rathauschef. Das Anwesen liege dann nämlich in einem Mischgebiet. So könnten sich negative Auswirkungen auf die vorhandene Wohnbebauung ergeben. Der Gemeinderat werde deshalb wie vom Bauausschuss empfohlen, der Änderungsplanung nicht zustimmen.

Dritter Bürgermeister Mathias Lautenbacher empfand die Vorgaben des Landratsamt als „Schikane gegen den Bauherrn“. Schuldlos habe deshalb eine Änderungsplanung in Auftrag gegeben. Wenn der Naturschutz gleich bei der ersten Planung seine Vorstellungen zu erkennen gegeben hätte, dann hätte sich der Bauherr die Umplanung sparen können.

Diese wiederum kollidiere mit der Planungshoheit der Gemeinde. „Wir haben uns sehr wohl Gedanken gemacht, als wir das fragliche Gebiet seinerzeit im Flächennutzungsplan als Mischgebiet ausgewiesen haben“, sagte Gemeinderat Hans Resenberger. Und überhaupt: „Ein landwirtschaftlicher Betrieb sollte auf einer landwirtschaftlichen Fläche errichtet werden“, so Bürgermeister Thomas Holz. Dafür sehe das Baurecht auch die Privilegierung vor. Das Landratsamt wiederum hatte argumentiert, die ursprüngliche Planung würde unter anderem zu einer Zersiedelung der Landschaft führen.

Lediglich Florian Eberl konnte sich in der Diskussion mit der vorgelegten Änderungsplanung anfreunden. „Meines Erachtens ist es nicht störend, wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb in einem Mischgebiet angesiedelt wird. Der Bürgermeister griff Eberls Vorschlag auf, das Amt für Landwirtschaft in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. „Vielleicht können wir uns das mal bei einem Ortstermin miteinander anschauen“, sagte Holz.

Nicht einverstanden mit der Änderungsplanung war auch Jens Müller, weil darin der Bau einer fünf Meter hohen Schallschutzwand entlang des Reitplatzes gefordert wird. „Das ist doch eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes“, kritisierte Müller. Der Gemeinderat lehnte schließlich die Änderungsplanung mit einer Gegenstimme von Florian Eberl.

Unabhängig davon muss der Antragsteller ein Konzept zur Minimierung von Schmutz und Lärm auf der öffentlichen Straße vorlegen. Zwischen den neu geplanten Anlagen muss eine private Wegeverbindung für Fußgänger, Reiter und Fahrzeuge geschaffen werden. Der Bürgermeister: „Unsere Aufgabe ist es, die Nachbarn vor Emissionen zu schützen.“

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