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Rückblick in der Heimatbühne: Bürgermeister Thomas Holz (stehend) trägt den Jahresbericht vor. 

Bürgerversammlung Kochel

Glasfaser: Des einen Freud, des anderen Leid

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Mit Interesse haben die Besucher der Kochler Bürgerversammlung den umfangreichen Jahresrückblick von Thomas Holz zur Kenntnis genommen. Nach dem über zweistündigen Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters blieb auch noch Zeit für Diskussion.

Kochel am See – Wer regelmäßig zur Bürgerversammlung kommt, der kennt das Kochler Alphabet. Bürgermeister Thomas Holz gliedert seinen jährlichen Rückblick stets von A bis Z, heuer vonAktuelles aus dem Gemeinderat bisZukunft von Kochel.

Der Buchstabe I für Internet hatte es Hubert H. Löcherer am Mittwoch besonders angetan. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Kochler Firma Dorst Technologies machte deutlich, wie dringend das Unternehmen auf Breitbandverbindungen angewiesen ist. „Wir leben vom schnellen Datenverkehr“, sagte der Firmenchef. Um die Firma weltweit anzubinden, hat sich Dorst für viel Geld längst ein Glasfaserkabel zum Hauptsitz an der Mittenwalder Straße verlegen lassen.

Nun nimmt die Telekom den mit öffentlichen Geldern geförderten Breitbandausbau in insgesamt zwölf Erschließungsgebieten in der Gemeinde in Angriff. Über die einzelnen Schritte informierte Klaus-Dieter Strauß als zuständiger Gebietsvertreter die Besucher der Bürgerversammlung. Und darüber war Dorst-Chef Löcherer richtig sauer. Denn eines der Ausbaugebiete betrifft auch Herrenkreuth. Dort ist das Technologiezentrum des Unternehmens untergebracht – mit „katastrophaler Internetverbindung“. Löcherer wünscht sich auch in diesem Gebiet einen leistungsstarken Glasfaseranschluss. Er sehe nicht ein, dass das Unternehmen diesen Wunsch nun – wie von Strauß vorgeschlagen – selbst regeln solle. Er habe sich deshalb „schon vor zwei Jahren mit dem Bürgermeister angelegt“. Zwischen Telekom und Dorst dürften in den nächsten Tagen wohl die Drähte glühen, nachdem Strauß und Löcherer im Anschluss an die Versammlung ihre Visitenkarten ausgetauscht haben.

So wie Anton Simmeth dürften sich an diesem Abend allerdings auch viele Kochler gefreut haben. Der Telekom-Mitarbeiter sicherte zu, dass die Glasfaseranschlüsse kostenfrei bis zum Router im jeweiligen Haus verlegt werden. Alle Kunden, die mit dieser sogenannten FTTH-Verbindung versorgt werden können, schreibt die Telekom demnächst persönlich an. „Sie müssen nur noch den Brief ausfüllen und zurückschicken“, sagte Strauß. Er versicherte auf die entsprechende Frage von Simmeth: „Alles, was Sie brauchen, bekommen Sie von uns.“

Auch Fragensteller Franz Mayer erhielt eine Antwort vom Bürgermeister, nämlich: Der Entwässerungsbescheid für das Kristall-Trimini ist noch nicht verschickt. Das liege an den bislang nicht abgeschlossenen, komplizierten Berechnungen. Holz: „Hier liegt nichts im Argen.“ Mayer müsse bei diesem Millionenprojekt nicht nach einem Haar in der Suppe suchen.

Eine Kochler Bürgerversammlung ohne eine Wortmeldung von Hias Hammerl wäre undenkbar. Er freute sich am Mittwoch zum einen über den Geh- und Radweg zwischen Ried und Pessenbach, der heuer gebaut werden soll. Zum anderen gab er aber zu bedenken, dass man neben dem Wanderweg am Kochelsee „die Nackerten vom Trimini“ sehen könne. Darüber seien seine Enkeltöchter entsetzt.

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