Lichterloh brannte im November 1990 das Herzogstandhaus. Nur die Grundmauern blieben stehen.
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Lichterloh brannte im November 1990 das Herzogstandhaus. Nur die Grundmauern blieben stehen.

Erinnerungen an Katastrophe im November 1990

Großbrand am Herzogstand 1990: Drei Häuser in Schutt und Asche

  • Alois Ostler
    vonAlois Ostler
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Dieses Großfeuer haben Betroffene und viele Helfer lange nicht vergessen. In der Nacht zum 20. November 1990 ist das Herzogstandhaus abgebrannt.

Walchensee – Sowohl das Bettenhaus als auch das sogenannte Königshaus wurden in jener winterlichen Novembernacht vor 30 Jahren ein Raub der Flammen. Der Schaden belief sich damals auf schätzungsweise bis zu 2,5 Millionen Euro. Die einzige gute Nachricht in der ausführlichen Berichterstattung in der Heimatzeitung: Es wurde niemand verletzt.

Gegen 23.30 Uhr hatte der Hauswart damals die Feuerwehr alarmiert, weil er sich nicht mehr zu helfen wusste. Gegen 13 Uhr hatte damals der letzte Gast das Haus verlassen. Um 17.30 Uhr bemerkte der Hauswart dann einen Brand, „den er mit einem Feuerlöscher selbst bekämpfte“, heißt es in dem Zeitungsbericht. Gegen 22.20 Uhr brach das Feuer jedoch erneut aus, worauf der Mann Alarm schlug.

Mit der Materialseilbahn kamen die Helfer zum Einsatzort.

Von Walchensee, Kochel am See, Ried und Benediktbeuern rückten die Floriansjünger an. Sie waren jedoch zum großen Teil zur Untätigkeit verurteilt, da die Herzogstandbahn damals in Revision war. Aber auch die wäre keine große Hilfe gewesen: Damals wurden die Wanderer und Gäste noch mit einem Sessellift auf den Berg transportiert, in dem jeweils nur eine Person Platz hatte. So mussten die Feuerwehrleute damals die Materialbahn benutzen, die alle 20 Minuten drei Mann auf den Berg brachte. Zunächst versuchten die Floriansjünger, das Feuer im Gasthaus mit Handlöschern zu bekämpfen. Doch sie konnten nicht verhindern, dass sich die Flammen über den Fehlboden ins Dachgeschoss ausbreiteten und dann auf Betten- und Königshaus überschlugen. Alle drei weitgehend aus Holz errichteten Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder. Der Großeinsatz der Feuerwehrleute dauerte bis zum nächsten Vormittag gegen 10.30 Uhr an.

Als einer der Ersten war der damalige Kochler Bürgermeister Siegfried Zauner an der Unglücksstelle, während seine Frau Helma vom Tal aus mit Schaudern in den glutroten Himmel schaute, wie sie später berichtete. Die Gebäude gehörten der Familie Zauner, die das Herzogstandhaus nach der Katastrophe neu aufbauen ließ. Einige Jahre später wurde die neue Kabinenbahn gebaut. Der heutige Wirt am Herzogstand ist Siegfried Zauner jun.  

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