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„Alpen Film Festival“ laut Gründerin Sandra Freudenberg „Riesenerfolg“

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„Besonders emotional“ war für Festival-Leiterin Sandra Freudenberg die Aufführung in der Kochler Heimatbühne. Steffen Wendler vom örtlichen Kinoverein unterstützte das Projekt tatkräftig.
„Besonders emotional“ war für Festival-Leiterin Sandra Freudenberg die Aufführung in der Kochler Heimatbühne. Steffen Wendler vom örtlichen Kinoverein unterstützte das Projekt tatkräftig. © Privat

Heuer im Frühjahr ist die Tölzer Autorin Sandra Freudenberg mit ihrem „Alpen Film Festival“ auf Tournee gegangen – durch den gesamten deutschsprachigen Raum zwischen Kiel und Bozen. Ganz ohne Fördermittel hat sie mit sechs Kurzfilmen in 50 Städten Station gemacht und mit Unterstützung von Bergwacht und örtlichen Alpenvereinen viele Säle gefüllt.

Kochel am See – Was im Mai mit Proben in Kochel und der Premiere in Innsbruck begonnen hatte, fand am Donnerstagabend in der Kochler Heimatbühne seinen vorläufigen Abschluss. Die wegen Corona abgesagte Vorstellung im Tölzer Capitol-Kino soll später nachgeholt werden.

Sandra Freudenberg hat das „Alpen Film Festival“ vor einem Jahr gegründet, als Nachfolger des „Bayerischen Outdoor Filmfestivals“: „Damit vollzogen wir eine Abkehr von einem Format, in dem es um sportliche Höchstleistungen geht – hin zu Filmen, in denen es um Werte geht“, betont sie.

Natur und Alpinismus im Zentrum

Das „Alpen Film Festival“ zeigte in einer 125-minütigen Zusammenfassung sechs Kurzfilme, bei denen weiterhin Natur und Alpinismus im Zentrum stehen, oder besser gesagt: Menschen, die eine persönliche Beziehung zu den Bergen und zur Natur haben.

Die letzte Aufführung in Kochel mit mehr als 30 Besuchern sei für sie „besonders emotional“ gewesen, versichert Freudenberg. Steffen Wendler vom Kochler Kinoverein sei „unser bester Mann“ gewesen, der rein ehrenamtlich das Projekt logistisch und aufführungstechnisch stark unterstützt habe. In Kochel habe man auch ein ganz fachkundiges Publikum gehabt, das hinterher viele Nachfragen hatte.

An allen 50 Spielorten – bildete der legendäre Rufkontakt der Kletterer-Szene aus den Felswänden oberhalb der Oberreintalhütte im Wettersteingebirge (aus dem Film über Hermann Huber) den deftigen Abschluss der Veranstaltung: Sandra Freudenberg rief das „Mi leckst am Arsch“ ins Publikum und das antwortete im Chor: „Und Du mi aa!“

insgesamt 6000 Besucher: Ein „Riesenerfolg“

Das Filmfestival zog insgesamt 6000 Besucher an, für Sandra Freudenberg ein „Riesenerfolg“. Höhepunkt war für sie der Abend in München mit mehr als 200 Besuchern, bei dem auch Hermann Huber persönlich anwesend war. Der 91-Jährige, der seinen Alterswohnsitz in Gaißach hat, habe mit seiner „ansteckenden Liebenswürdigkeit das Publikum glücklich gemacht“.

Den Lebensweg der Bergsteigerlegende Hermann Huber zeichnet Tom Dauers Kurzfilm „Vom Wert der Zeit“ nach (ausführlicher Bericht folgt). In „Lifelines – the Story of two friends“ von Frank Kretschmann geht es um die sich wandelnde Freundschaft zweier Schweizer Extrembergsteiger. „Building Bridges“ und „Making Of Building Bridges“ mit Niklas Winter zeigen Landschaft und Slacklining im Monument Valley (USA). „Ski Vacation“ von Raphael Webhofer ist eine Komödie im Ötztaler Dialekt, welche die Selbstgefälligkeit des Skizirkus’ ironisch aufs Korn nimmt. Der Film „Between“ von Rolf Steinmann aus Fischbachau über die extremen Lebensbedingungen der Moschusochsen am Polarkreis ist auch ein Plädoyer für die besondere Schutzbedürftigkeit der Arktis.

Was bedeutet es, in und mit den Bergen zu leben? Darum geht es in den Filmen

In allen Filmen geht es um das Thema Mensch und Natur – und um Menschenliebe: Wie dieser Lebensraum die dort beheimateten Menschen prägt. Was es bedeutet, in den Bergen und mit den Bergen zu leben. Wie diese „Bergmenschen“ miteinander umgehen. Um ihren besonderen Zusammenhalt, der sogar Kontinente verbinden kann. Sandra Freudenberg sagt, diese Menschen könnten „Grenzen der Politik und der Kultur überwinden“. Das „Alpen Film Festival“ zeige ihre „Gemeinschaft, Leidenschaft und ihre Freude am Leben“.

Von Rainer Bannier

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