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Leitschwellen sollen am Kesselberg für mehr Sicherheit sorgen.

Gut im Sommer, schlecht im Winter

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Wie eine Wand stehen die Leitschwellen an Problemstellen am Kesselberg. Sie sollen seit Juli vergangenen Jahres dafür sorgen, dass Motorradfahrer langsamer fahren und somit weniger Unfälle passieren. Nun haben die gelben Schwellen mit den weiß-roten Fahnen den ersten bayerischen Winter erlebt – und das Staatliche Bauamt Weilheim hat herausgefunden, wie aufwendig die Unterhaltung der Raser-Bremse ist.

Kochel am See – Ein Problem, das sich aber vermutlich lösen lässt, zeigte sich bei Minusgraden. „Die Fahnen sind zum Teil nicht kältebeständig“, sagt Christine Volkmer, die für die Straßen im Landkreis zuständig ist. Einige sind daher über den Winter abgebrochen. Nun kläre das Bauamt mit der Herstellerfirma, ob man die Fahnen durch welche aus einem anderen Material ersetzen kann.

Auch der Winterdienst hatte durch die Leitschwellen am Kesselberg mehr Arbeit. Beim Räumen bleibt der Schnee in der Mitte der Straße zwischen den Leitschwellen liegen. „Wenn er taut, ist die Straße länger nass“, sagt Volkmer. Dadurch habe man einen erhöhten Salzbedarf gehabt.

Die Leitschwellen sind aber nicht nur im Winter aufwendiger bei der Straßenunterhaltung. „Dreck und Laub bleiben darin liegen.“ Bevor die Kehrmaschine vorbeifahren kann, muss daher ein Mitarbeiter alles händisch mit einem Laubbläser entfernen.

Überraschend kam diese Mehrarbeit aber nicht für das Straßenbauamt. „Wir haben schon damit gerechnet, dass die Unterhaltung aufwendig ist, damit müssen wir zurechtkommen“, sagt Volkmer. Da dieser Winter einigermaßen moderat war, müsse man sehen, wie sich die Leitschwellen bei größeren Schneemengen machen.

Insgesamt bewertet das Bauamt die Dauerhaftigkeit der Leitschwellen aber positiv. „An sich sind sie haltbar – eben bis auf das Material der Fahnen. Wie berichtet hat das Bauamt auf der B 11 zwischen Kochel und Urfeld auf einem Streckenabschnitt von 1,2 Kilometern die einige Zentimeter hohen Schwellen in der Fahrbahnmitte aufgebaut.

Sie sollen die Geschwindigkeit von Motorradfahrern senken – das tun sie ersten Erkenntnissen nach. In einer ersten Bilanz am Ende der vergangenen Saison beurteilten Polizei und Bauamt den Effekt positiv. Der Kesselberg ist einer der Hauptunfallschwerpunkte Bayerns. Nachdem die Leitschwellen aufgestellt wurden, krachte es im Bereich der Leitschwellen weniger.

Ob die Leitschwellen dauerhaft Sinn machen, lässt sich nach so kurzer Zeit aber nicht sagen. „Wir müssen das weiter als Pilotstrecke betrachten“, sagt Volkmer. Sie geht davon aus, dass nach zwei Jahren ein erstes Fazit gezogen wird. Heuer kam es bereits zu zwei Unfällen am Kesselberg – obwohl die Motorradsaison noch gar nicht richtig angefangen hat. Auch sie zählen in die Bilanz. „Natürlich ist die große Hoffnung und das große Ziel, dass keine Unfälle passieren“, sagt Volkmer.

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