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Eine Musik, die mitreißt : Das Publikum ging richtig mit, als „The Heimatdamisch“ in der Heimatbühne ihren Volksmusik/Rock-Mix zum Besten gaben.

„The Heimatdamisch“ in Kochel 

Gute Laune auf die bayerische Art

Mit ihrer Kombination aus Volksmusik und Rock hatten „The Heimatdamisch“ am vergangenen Wochenende die Zuhörer in der Kochler Heimatbühne sofort auf ihrer Seite.

Kochel am SeeNeu ist die Idee, Volksmusik und Rock miteinander zu verbinden, nicht. Schon 1988 sang Georg Ringsgwandl seinen „Heavy Metal Landler“, und heute gibt es kaum ein Volksfest, bei dem die Blaskapelle nicht zu vorgerückter Stunde „The Final Countdown“ spielt. Das muss nicht jeder mögen – manche aber finden es großartig.

Bei ihrem Auftritt in der Heimatbühne in Kochel, verband „The Heimatdamisch“ alles, was in den vergangenen Jahrzehnten Chart- und Ohrwurmtauglich war, mit dem vielgeliebten und vielgeschmähten Oberkrainer-Sound, der vor allem in den 1970er- und 80er-Jahren die Volksmusiksendungen im Fernsehen überschwemmte.

Eingeladen zu dieser Sause, bei der die Musiker das Beste aus zwei Welten vereinten, hatte der Kochler Kinoverein, der für sein kultiges und anspruchsvolles Filmprogramm weit über die Grenzen der Region hinaus einen guten Ruf genießt. Und auch in der Heimatbühne herrschte am Samstagabend Stimmung vom ersten Ton an. Das lag zum einen daran, dass hier exzellente Musiker aus allen Teilen Bayerns auf der Bühne standen, zum anderen daran, dass die Hits, von Nena bis Kiss, von Helene Fischer bis Queen, fast jeder im Saal kannte und mitsingen konnte. Sänger Bastian Starflinger sang zwar den Welthit „Take on me“ von a-ha nicht ganz so glockenrein wie einst Morten Harket, doch seine tiefere Stimme gab dem Song eine neue Farbe, und auch ein Lied vom Schmusebarden Chris de Burgh klang auf einmal richtig geheimnisvoll.

Der Sänger lieferte ohnehin einen lässigen Auftritt ab: Mit Lederhose, Sonnenbrille und schwarzem Hut saß er meistens auf einer ziemlich kleinen Bierbank im vorderen Bühnenbereich. Dafür wirbelte Sängerin Conny Kreitmeier, im kurzen Dirndl und manchmal mit elektrischer Gitarre, über die Bühne. Sie gab den Vamp oder die Rockröhre – auch mit viel Ironie. Gesanglich hatten die beiden ihre Songs gut drauf, selbst wenn es, wie bei Stücken von Queen oder dem Onehit-wonder Funkytown, etwas anspruchsvoller wurde.

Zusammengehalten wird das Ensemble, das seit seinem Auftritt auf dem Oktoberfest 2014 immer bekannter wird, von Florian Rein, dem Drummer der „Bananafishbones“. Er machte nicht nur die Ansagen, sondern er sorgte auch für die gekonnten Arrangements. Gastmusiker beim Auftritt in Kochel war Hubert Lainer am Akkordeon, der kurzfristig eingesprungen war und seine Sache glänzend machte.

In den nächsten Monaten, das erzählte Florian Rein, wird „The Heimatdamisch“ auf Tour durch mehrere Länder gehen. Dabei haben sie zwar nicht die Perlen alpenländischer Volksmusik im Gepäck, aber sie zeigen, wie gute Laune auf bayerische Art geht. Gegen Ende des fast dreistündigen Abends – und das war so absehbar wie das Amen in der Kirche – stand der Hit „Highway to hell“ von AC/DC auf dem Programm. Gut möglich, dass so manches Bandmitglied für diesen Auftritt seine Volksmusikantenseele verkaufen musste. Aber es hat sich wenigstens gelohnt. 

Heribert Riesenhuber

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