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Die Bergwacht musste die Betroffen im Dunkeln mit der Trage ins Tal bringen.

Personen ins Tal getragen

Herzogstand: Anstrengende Bergwacht-Einsätze im Dunkeln

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Zwei Einsätze haben jetzt die Kochler Bergretter gefordert. Die Ehrenamtlichen bitten zudem alle Wanderer, abends am Berg gute Stirnlampen mitzunehmen. 

Kochel am See– Mit bislang rund 70 Einsätzen in diesem Jahr ist die Bergwacht Kochel heuer schon wesentlich häufiger ausgerückt als in den vergangenen beiden Jahren. Sowohl 2017 also auch 2018 habe man nur knapp 50 Einsätze verzeichnet, berichtet Bereitschaftsleiter Toni Geiger.

Die jüngsten Einsätze betrafen den Wanderweg H2, also vom Herzogstandhaus in südlicher Richtung hinab zum Walchensee. Vor wenigen Tagen brauchte ein 80 Jahre alter Wanderer aus dem norddeutschen Raum abends um 19.30 Uhr Hilfe. Der Mann war völlig erschöpft und hatte Kreislaufprobleme, so die Bergwacht in einer Pressemitteilung. Um den Mann rasch zu erreichen, fuhren die Helfer mit der Bergbahn bis zu Stütze eins und seilten sich dann mit kompletter Ausrüstung ab. Von dort waren es „nur“ noch 20 Minuten Aufstieg zu Fuß bis zum Patienten. Nach der Erstversorgung wurde der Mann mit der Gebirgstrage ins Tal gebracht – laut Bergwacht ein schwieriger, mehr als eineinhalb Stunden dauernder Transport auf dem steilen Serpentinenweg nach unten. Neun Helfer waren im Einsatz. Im Tal wurde der 80-Jährige dem BRK-Team übergeben und ins Krankenhaus nach Murnau gefahren.

Auch der folgende Einsatz an einem Sonntag passierte am Abend. Eine 24 Jahre alte Wandererin aus dem Raum Weilheim hatte einen allergischen Schock erlitten und war erschöpft. Der Notruf ging um 19 Uhr ein. Zwei Retter machten sich zu Fuß auf, weitere 13 konnten mit der Bergbahn wieder bis zu Stütze eins fahren und dort aussteigen und die Gebirgstrage abseilen. Auch in diesem Fall wurde die junge Frau bei Dunkelheit mit der Trage ins Tal gebracht und dem Rettungsdienst übergeben.

Beide Einsätze im Dunkeln und mit der Trage seien für die Helfer sehr fordernd gewesen, berichtet Geiger und meint: „Ohne Hubschrauberunterstützung werden Einsätze sehr schnell personal- und zeitintensiv.“ Der Bereitschaftsleiter appelliert an alle Wanderer, jetzt im Herbst unbedingt eine gute Stirnlampe mitzunehmen. Während der jüngsten Einsätze hätte man sehr viele Bergsteiger getroffen, die auch in der Dunkelheit lediglich mit einem Handy-Licht unterwegs waren.  

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