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Herzogstandbahn steht still: Revision bis Weihnachten

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Von: Christiane Mühlbauer

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Bei der Herzogstandbahn läuft seit Montag die Revision. Hier bei der Arbeit: Christian Blessing (li.) und Anton Neuner.
Bei der Herzogstandbahn läuft seit Montag die Revision. Hier bei der Arbeit: Christian Blessing (li.) und Anton Neuner. © Pröhl

Die Herzogstandbahn befindet sich seit Montag in Revision und steht bis zum 25. Dezember still. Betriebsleiter Jörg Findeisen blickt auf eine, wie er sagt, „wechselhafte Saison“ zurück.

Kochel am See - „Wir befinden uns finanziell in etwa auf dem Niveau vom Vorjahr“, sagt der Betriebsleiter. Konkrete Zahlen könne er noch nicht nennen, weil die Abrechnung erst Ende Dezember erfolge. Insgesamt betrachtet, würden Einnahmen und Besucherzahlen aber wieder deutlich unter jenen in Vor-Corona-Jahren liegen. Dennoch: „Es reicht zum Überleben. Wir kommen über die Runden.“ Diesmal sei es ein Vorteil, dass die Herzogstandbahn kein so winterlastiger Betrieb sei wie in anderen Bergregionen.

Revision heuer früher als üblich

Die Revision beginnt heuer ein paar Tage früher als üblich. Die Wartungs- und Kontrollarbeiten werden die acht Mitarbeiter in den kommenden Wochen bis Weihnachten beschäftigen. Die Überprüfung der Bahn wird sowohl gesetzlich als auch von der Herstellerfirma mit zahlreichen Vorschriften vorgeschrieben. „Wir haben ein intensives Sicherheitsverständnis“, sagt Findeisen.

Die ersten Arbeiten finden draußen statt, sodass man froh sei, derzeit noch einigermaßen gutes, sprich trockenes, Wetter zu haben. Die Mitarbeiter kontrollieren beispielsweise die Laufräder an den Stützen und schauen, ob die Gummieinlagerungen in Ordnung sind. Gleiches gelte für die Kugellager, die ebenfalls überprüft, geschmiert oder ausgetauscht werden. In den kommenden Tagen finden auch Seilkontrollen statt. Dann werden im Betriebshaus Antrieb und Getriebe der elektrischen Anlage überprüft. „Das können wir auch später, bei schlechtem Wetter machen“, sagt Findeisen lächelnd. „Dabei sind wir ja drinnen.“

Schulungen und Trainings für Mitarbeiter

Außerplanmäßig sei in diesem Jahr, dass man die großen gelben Scheiben an den Zugseilen überprüfe. „Wir haben schon anhand verschiedener Indikatoren gemerkt, dass die Kugellager getauscht werden müssen“, sagt Findeisen. Das sei relativ aufwendig. Man müsse die Zugseile zuerst entlasten, könne dann die Scheibe ablassen und erst dann die Kugellager tauschen.

In den kommenden Wochen stehen aber auch Schulungen für die Mitarbeiter auf dem Programm sowie die vorgeschriebenen Gesundheitsuntersuchungen, sagt Findeisen. Das schreibe die Berufsgenossenschaft vor. Mitarbeiter über 50 müssten jährlich zur Kontrolle, Jüngere nur alle zwei Jahre. Es werde geprüft, ob sie in der Lage seien, eine Seilbahn zu steuern, zu fahren und zu überwachen beziehungsweise ob man für Arbeiten mit Absturzgefahr tauglich sei. In diesem Zusammenhang trainieren die Mitarbeiter auch den Ernstfall, damit im Notfall, beispielsweise bei einer Bergung, jeder Handgriff sitzt.

Hoffen auf einen guten Winter

Viel zu erledigen also für das ganze Team. Und mit welchen Gefühlen blickt Findeisen auf den bevorstehenden Winter, inklusive Corona-Auflagen? „Ich kann auch nicht in der Kristallkugel lesen“, sagt er lächelnd. Er hofft, dass nicht wieder behördliche Auflagen über Nacht kommen. „Denn vom einen auf den nächsten Tag etwas umzusetzen, ist immer schwierig.“ Generell halte er es mit der Devise: „Abwarten, Ruhe bewahren und dann gezielt Maßnahmen umsetzen.“

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