Bitten um Unterstützung für ihre ehrenamtliche Tätigkeit: Der Technische Leiter Hubert Heimisch mit Sohn Ludwig und Spendensammlerin Katja Konrad vor ihrer Wasserwacht-Bootshütte am Kochelsee.
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Bitten um Unterstützung für ihre ehrenamtliche Tätigkeit: Der Technische Leiter Hubert Heimisch mit Sohn Xaver und Spendensammlerin Katja Konrad vor ihrer Wasserwacht-Bootshütte am Kochelsee.

Spendenaktion

Hilfeschrei der Kochler Wasserwacht: Bootshaus schafft es nicht in nächste Sommersaison

  • Felicitas Bogner
    VonFelicitas Bogner
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Das Quartier der Wasserwacht Kochel ist marode. Sie brauchen dringend ein neues Bootshaus. Dazu benötigen sie aber Unterstützung.

Kochel am See – Der Kochler Wasserwacht steht das Wasser bis zum Hals. Zumindest in ihrer Bootshütte – die zugleich als Wache und Lagerraum herhalten muss. Die kleine – aber für den Kochelsee bedeutende und einzige – Rettungsstation braucht förmlich eine Generalüberholung. Die Kosten dafür belaufen sich nach jetziger Planung auf etwa 100 000 Euro. Finanziert werden müsste bis dato das gesamte Projekt aus Spenden. Nun brauchen die ehrenamtlichen Lebensretter selbst Hilfe. Denn: Die tragenden Holzpfähle, auf denen die Hütte errichtet ist, sind bereits über drei Jahre marode und brechen in sich zusammen. „Aktuell haben wir provisorisch andere Holzpfähle daneben gebaut. Das hält uns aber nur bis nächstes Frühjahr. Maximal“, erklärt der Technische Leiter der Ortsgruppe, Hubert Heimisch, bei einer Ortsbegehung mit dem Tölzer Kurier. Die Stockfäule sei mittlerweile soweit fortgeschritten, dass bis zu 50 Prozent der Pfahlquerschnitte nicht mehr tragfähig sind. „Wenn man es so lässt, würde die Hütte also recht bald in sich zusammenkrachen oder absaufen“, sagt Heimisch.

Marode Holzpfähle: Hütte droht einzustürzen

Freilich seien die dachtragenden Pfähle nicht die einzige Baustelle. „Wir haben über Jahre hinweg immer wieder renoviert und vieles auch selber mit eigener Arbeitskraft gemacht.“ Doch nun sei man an einem Punkt angekommen, an dem man mit einzelnen Reparaturen und Neuerungen nicht mehr weiter komme. Und das ist nicht das einzige Problem. Vergangenen Herbst hat die Kochler Wasserwacht ein neues Rettungsboot bekommen (wir berichteten). Doch dieses – nach aktuellen Standards – gebaute Boot passt eben nicht mehr vernünftig in die Minihütte hinein. Weiter erweist sich die Größe der Hütte als absolut unpraktikabel. „Wir haben nicht einmal einen Wachraum, geschweige denn einen Sanitätsraum, in dem wir Patienten versorgen können“, schildert Heimisch die beengte Lage. Eine kleine Bank neben der Anlegestelle bietet die einzige Sitzmöglichkeit. Es gibt keine Toiletten. Es gibt keine Lagerräume. „Neben dem, dass wir hier so einfach bald ertrinken, brauchen wir eine Heimat für die Mitglieder“, sagt Heimisch und unterstreicht: „Es gibt sonst am ganzen Kochelsee keine Wasserrettung, und wir machen das alles seit jeher zwar liebend gerne – aber trotzdem ehrenamtlich, also in unserer Freizeit.“

Neues Rettungsboot zu groß für alte Hütte

In einem über den Zustand der Hütte erstellten Gutachten heißt es: „Die Standsicherheit des gesamten Bauwerks ist gefährdet. Eine Sanierung oder ein Austausch der Pfähle, bei gleichzeitigem Erhalt des Bauwerks halten wir für technisch schwierig und wirtschaftlich nicht vertretbar.“ Für die Hütte per se zuständig ist die bayerische Schlösser- und Seenverwaltung. „Aber die zahlen die 100 000 Euro freilich auch nicht.“

Hinten rechts ist ein Provisorium zu sehen. Der linke Pfahl war zu marode, um den Dachstuhl weiter zu tragen. 

Man kann es also drehen und wenden, wie man will: Es muss eine neue Hütte her. Die Gemeinde Kochel visiert die Umsetzung einer gemeinsamen Rettungswache für Bergwacht und Wasserwacht an. Dies jedoch bringe den Wasserrettern relativ wenig, denn die geplante Station wäre an Land und keine – in der Natur der Sache – notwendig am Wasser liegende Bootshütte. „Wir brauchen ja unser Boot am Wasser, und wir müssen die Patienten vor Ort versorgen können“, stellt Heimisch klar. Soweit, wie es die Corona-Pandemie zugelassen hat, waren die Ehrenamtlichen auch schon am Spendensammeln. „Zum Beispiel am Ufermarkt hatten wir einen großen Stand, und auch hier vor der Hütte können wir an Tagen mit gutem Wetter Aktionen machen.“ Dass mit diesen Möglichkeiten aber 100 000 Euro zusammenkommen, sei freilich kaum denkbar.

100 000 Euro für neue Rettungsstation erforderlich

Auch andere Wasserwachtstationen, wie etwa die Rettungswache am Walchensee, würden von der Arbeit der Kochler auf lange Sicht profitieren. Vor allen Dingen mit Blick auf den notwendigen Nachwuchs. Denn: „Wir machen viel Jugendarbeit. In Walchensee gibt es das fast gar nicht. Aktuell haben wir sogar über 30 auf der Warteliste.“ Und neben den anderen Ehrenamtlichen profitieren vor allem freilich die Bürger und Urlauber am Kochelsee. Immerhin ist der unentgeltliche Einsatz der Retter groß: Alleine im Jahr 2020 wurden durch die 1958 gegründete Ortsgruppe 86 Dienststunden geleistet. Zusätzlich fielen knapp 1000 Arbeitsstunden an. Und noch dazu retten sie nicht nur alle im, um und am Kochelsee, die ihre Hilfe brauchen, sondern agieren auch präventiv in puncto Sicherheit: Denn ohne die Kochler Wasserwacht hätten zumindest 2020 32 Kinder weniger ihr Seepferdchen absolviert.

Hier kann man spenden

BRK Kreisverband Bad Tölz-Wolfratshausen

IBAN: DE 13700543060000001222

BIC: BYLADEM1WOR

Verwendungszweck: Neubau Wachstation Wasserwacht Kochel

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