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Der Not-Ausschuss besteht aus sieben Gemeinderäten plus Bürgermeister Thomas Holz (hi. Mi.) sowie zwei Mitgliedern der Verwaltung. Alle Personen verteilten sich mit Abstand im Sitzungssaal. 

Wegen Corona-Pandemie

„Historische Sitzung“ im Kochler Rathaus

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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„Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen.“ Unter diesem Motto tagte jüngst der Kochler Gemeinderat.

Kochel am See – „Die Corona-Pandemie hat auch uns als Gemeinde fest im Griff.“ Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Thomas Holz am Mittwochabend die erste Sitzung des „Ausschusses für Notzeiten“ – einer Art verkleinertem Gemeinderat.

Wie das reguläre Gremium auch, tagte der Ausschuss im Sitzungssaal des Rathauses. Zum bestmöglichen Schutz vor Ansteckung hatte man alle Gemeinderäte und die Pressevertreter in einem Sicherheitsabstand von 1,50 Meter an eigenen Tischen platziert. Um den Schutz zusätzlich zu verstärken, standen Desinfektionsmittel, Handschuhe und selbstgenähter Mundschutz bereit. Holz bezeichnete die Zusammenkunft als „historische Sitzung“. Zuhörer waren nicht erlaubt.

„Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen“, sagte Holz. Die Bürgermeister des Landkreises hätten sich deshalb darauf verständigt, derzeit keine normalen Gemeinderatssitzungen abzuhalten. Eine Maßnahme, die Holz als richtig bezeichnete – sowohl zum Schutz der Gemeinderäte und der übrigen Sitzungsteilnehmer. Als auch deshalb, weil die Gemeinde eine Vorbildfunktion habe. „Man kann nicht von allen verlangen, ihre sozialen Kontakte und sich allgemein im Alltag einzuschränken, und wir machen weiter wie bisher.“

Gemeinde will handlungsfähig bleiben

Aber andererseits sei es wichtig, auch während der Corona-Pandemie als Gemeinde handlungsfähig zu bleiben. Holz bilanzierte die zahlreichen Maßnahmen, die seine Gemeinde in den vergangenen Wochen im Zuge der Pandemie umgesetzt habe. Als Beispiele nannte er die Schließung der Kindergärten im Gemeindegebiet sowie der Schule. Auch Sport- und Spielplätze seien gesperrt worden.

In den Einrichtungen im kommunalen Bereich – etwa dem Rathaus oder dem Bauhof – werde derzeit im Schichtbetrieb gearbeitet. „Damit wollen wir verhindern, dass beim Auftreten eines Verdachtsfalls in der Belegschaft alle Beschäftigten in Quarantäne geschickt und der gesamte Betrieb damit eingestellt werden muss“, erläuterte Holz.

Hilfsplattform bislang nicht in Anspruch genommen

Die von der Gemeinde eingerichtete Hilfsplattform für ältere Bürger sei bisher noch nicht in Anspruch genommen worden. Anfragen am Service-Telefon seien keine eingegangen – eine gute Nachricht, findet Holz. Es zeige nämlich, dass der Zusammenhalt innerhalb von Familien und Co. funktioniere. Was die Zahl der Infizierten im Gemeindegebiet betreffe, sehe es „momentan noch gut aus“. Bisher sei lediglich eine Person an Covid-19 erkrankt – und diese sei schon wieder genesen. Holz rechnet für die nächste Zeit aber damit, dass die Zahl der Infizierten auch in Kochel steigen wird.

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