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Das Netz hält ein Gewicht von 320 Tonnen Holz aus. Gestern besichtigten (v. li.) WWA-Chef Roland Kriegsch, Sachgebietsleiter Peter Gröbl und Bürgermeister Thomas Holz das fertiggestellte Projekt. 

hochwasserschutz

Wildbäche werden gezähmt

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Kochel am See – Das Wasserwirtschaftsamt hat in jüngster Zeit den Hochwasserschutz in Schlehdorf und Kochel verbessert. Gestern wurde ein Projekt am Laingraben vorgestellt. Über ein weiteres in Bichl wird bald entschieden.

Am Laingraben, ein kurzes Stück hinter dem Wanderparkplatz, hängt seit einigen Tagen ein großes Netz aus Stahl. Es dient dazu, Wild- und Totholz, das bei Hochwasser bergab gespült wird, aufzufangen.

Blickt man von oben herab, wirkt das Netz schmächtig, doch es kann große Lasten halten: „Ein Anker hält 40 Tonnen“, sagte Peter Gröbl, im Wasserwirtschaftsamt (WWA) zuständig für den Landkreis, gestern beim Termin vor Ort. Auf jeder Bachseite wurden vier Anker gesetzt. Das Netz ist zwei Meter hoch und neun Meter breit.

Der normale Geschiebebetrieb des Wassers soll jedoch nicht unterbunden werden. „Deshalb verbleibt zwischen Gewässersohle und dem untersten Tragseil ein freier Abstand von 60 Zentimetern“, erklärte Behördenleiter Roland Kriegsch. Die Laichhabitate und Lebensräume der Fische im Zulauf des Sees werden durch das Netz nicht beeinträchtigt. Das Netz ist für ein Hochwasser-Ereignis ausgelegt, das statistisch alle hundert Jahre stattfindet. Es greift aber auch bei kleineren Starkregenereignissen, wie sie im Durchschnitt alle fünf Jahre stattfinden. „Das ist sehr wichtig für die umliegende Bebauung“, sagte Bürgermeister Thomas Holz und meint damit konkret die Häuser im Bereich „Alte Straße“, also Kiensteinweg, Sonnenstein, Am Lainbach und Herrenkreut.

Wie wichtig vorbeugende Maßnahmen seien, habe man erst heuer wieder in Polling im Landkreis Weilheim gesehen. „Bei starkem Regen kann auch der Lainbach innerhalb von Minuten zu einem reißenden Strom werden“, so Holz. Schließlich habe der Wildbach oben am Berg viele Zuflüsse. „Da muss es gar nicht in Kochel regnen, es kann auch droben am Berg sein“, sagte Holz und verwies auf das schwere Unwetter vor einigen Jahren, als es in der Forststraße am Rabenkopf tiefe Furchen gab.

Mit dem Wildholznetz hat das WWA schon gute Erfahrungen am Granitzeck in Gaißach (Steinbach) gemacht. Auch am Steinbach in Bichl wird etwas unternommen. In Kürze gibt es dort einen Ortstermin.

Das Netz in Kochel hat 70 000 Euro gekostet, 30 Prozent davon muss die Gemeinde übernehmen. Das WWA sorgt zudem für Instandhaltung sowie für Räumung und Entsorgung im Falle eines Hochwassers.

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