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Der Erste, der auf der neuen Orgel spielen durfte , war Landesk irchenmusikdirektor Ulrich Knörr.

Neue Orgel in Kochel

Imposante Musik, ergreifende Klänge

Noch vor drei Jahren war es ein großer, schier unerreichbarer Traum: eine neue Orgel für die evangelische Kirche in Kochel. Dank der großen Spendenbereitschaft der Gläubigen wurde der Traum nun wahr. Bei einem Festgottesdienst am Sonntag wurde das neue Instrument feierlich geweiht.

Kochel am See – Susanne Breit-Keßler, die eigens zur Weihe der neuen Pfeifenorgel gekommen war, war schwer beeindruckt. „Dies ist eine wirklich erstaunliche Gemeinde“, betonte die Regionalbischöfin in ihrer Predigt. Noch vor drei Jahren schien eine neue Orgel unerreichbar. Dann habe man vor etwa eineinhalb Jahren die neue Orgel in der Walchenseer Kirche geweiht. „Und jetzt weihen wir schon wieder eine neue Orgel ein. Ja, Sie machen mir echt Eindruck“, sagte Breit-Keßler in Richtung der Kirchengemeinde, die durch viele Spendengelder ebenso wie durch das unermüdliche Spendensammeln den Kauf dieser neuen Führer-Pfeifenorgel mit ihren 10 Registern erst möglich gemacht habe. „Ich bewundere Sie alle für Ihr Engagement“, so die Regionalbischöfin zu den Gläubigen, die so zahlreich zum morgendlichen Festgottesdienst gekommen waren, dass die Kirchentüre von außen kaum mehr zu öffnen war, so dicht gedrängt standen die Menschen in dem kleinen Gotteshaus.

In ihrer Predigt sprach Breit-Keßler von der großen Bedeutung und Heilkraft der Musik für die Seele, und von ihrer großen Macht für den Glauben. Musik, so Breit-Keßler, sei eines der großen Geschenke Gottes und habe die Kraft, das Böse und die Traurigkeit zu vertreiben. „In Ihrer Kirche ist somit viel geschehen, um dem Satan den Riegel vorzuschieben.“

Die rund 120 000 Euro für das Instrument hat die Kirchengemeinde mittlerweile durch Spendengelder beisammen. Auch ein Teil der Gelder für die Restaurierung der historischen Wandmalereien, die bisher von der alten Orgel verdeckt waren, ist laut Breit-Keßler bereits gesammelt.

Der Erste, der die neue Orgel spielte, war nach ihrer Weihe der Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Knörr, bevor die Dekanatskantorin Elisabeth Göbel der Gemeinde das Instrument in all seinen möglichen Klangkombinationen und -farben vorstellte und dabei feststellte: „Die Mixtur passt wunderbar in diesen Raum.“

Johannes Führer, der Geschäftsführer der Orgelbaufirma Führer aus München, erläuterte einige technische Details der neuen Orgel, die insgesamt über 530 Pfeifen aus Metall oder Holz verfügt. Die längste Pfeife sei 2,40 Meter, die kürzeste nur 8 Millimeter lang. „Insgesamt wiegt die Orgel 1,7 Tonnen“, so Führer, der betonte, dass das Instrument aus gewachstem Ahorn „verdammt gut“ in dieses Gotteshaus passe. Dank ihrer vielen Register wird es laut Breit-Keßler nun möglich sein, Konzerte aus den verschiedensten Epochen der Orgelmusik zu veranstalten und Gottesdienste zu allen Anlässen stimmungsvoll zu begleiten.

„Schwer beeindruckt“ von den Klängen der neuen Orgel zeigte sich Kochels Bürgermeister Thomas Holz, der als Schirmherr der Spendenaktion fungiert hatte. „Jetzt weiß ich auch, was in den vergangenen Jahren immer so ein wenig gefehlt hat: Es war diese imposante Musik, diese ergreifenden Klänge einer guten Orgel.“ Er bedankte sich bei den Kochlern für die unglaubliche Spendenbereitschaft, schickte aber noch eine Bitte hinterher: 3000 Euro würden noch fehlen, damit die komplette Orgel durch Spenden und Zuschüsse finanziert sei. „Ich würde sagen, die Gemeinde stockt ihre Spende von 5000 Euro auf und der Landkreis gibt noch etwas dazu.“ Außerdem rief er alle dazu auf, weiter zu spenden, denn durch Handarbeiter-Leistungen würden weitere Kosten auf die Kirchengemeinde zukommen. „Vielleicht schaffen wir es ja auch, diese durch Spenden zu finanzieren.“

Franziska Seliger

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