Daimler-Chef Zetsche hört auf - Nachfolger steht wohl fest

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Stefan Neumeier setzt tausende Einzelteile der Orgel mit seinem Kollegen Matthias Bruckmann (nicht im Bild) zusammen. Für die sensible Arbeit muss er dünne Handschuhe tragen.

Neue Orgel wird eingebaut

Jede Pfeife bekommt ihren Platz

In der evangelischen Kirche in Kochel haben Fachleute damit begonnen, die neue Orgel einzubauen. Beim Festgottesdienst mit der Regionalbischöfin wird sie am 3. Dezember eingeweiht.

Kochel am See – Noch sieht die Königin der Instrumente ein bisschen aus wie ein hölzernes Klettergerüst. Nur die Klaviatur ist schon eingebaut – wenn auch noch nicht funktionsfähig. Sie lässt erahnen, was aus diesem Haufen zusammengeschraubter Bretter schon bald werden soll: Die hochwertige Pfeifenorgel, für die die evangelische Kirchengemeinde monatelang Spendengelder gesammelt hat (wir berichteten).

Derzeit sind Matthias Bruckmann und Stefan Neumeier, zwei Orgelbauer der Firma Johannes Führer aus München, damit beschäftigt, das Instrument auf der Empore aufzubauen. Parallel dazu schließen zwei Elektriker der Kochler Firma Haberl das so genannte Gebläse an.

Für das Holz der Orgel wurde gewachster Ahorn verwendet, wie Neumeier erläutert. „Dieses optisch helle Holz harmoniert perfekt mit der Malerei der Kirche“, erklärt der Orgelbauer. Und natürlich sei Ahorn ein hervorragendes Klangholz.

In zeitraubender Kleinarbeit haben die beiden Orgelbauer die in kleine und größere Einzelteile zerlegte Orgel ins Kircheninnere und hinauf auf die schmale Empore geschafft. „Wenn wir sie nicht zerlegen, kommen wir nicht durch die Kirchentür“, erklärt Neumeier. Wie viele Einzelteile es sind, haben die beiden nicht gezählt. „Aber es sind sicherlich Tausende, wenn man die ganz kleinen Teile dazu nimmt“, sagt Neumeier.

Mithilfe eines so genannten Pfeifenplans, den er mit Tesafilm auf das Holz der Orgel geklebt hatte, begann er am Freitagvormittag damit, die einzelnen Orgelpfeifen in die Rasterstifte am Instrument einzuhängen. 35 Pfeifen hängen an der Front des Instruments – dem so genannten Orgelprospekt, der auch für die Gläubigen unten im Kirchenschiff zu sehen sein wird – und über 500 Pfeifen hängen im Inneren.

Für diese Arbeit, die hohe Konzentration erfordert, damit jede Pfeife am richtigen Platz landet und später keine schrägen Melodien entstehen, trägt Neumeier dünne Handschuhe. „Die Pfeifen sind aus einer Zinn-Blei-Legierung und hoch poliert.“ Das heißt: Würde er keine Handschuhe tragen, hätten die silbern schimmernden Pfeifen später hässliche Fingerabdrücke auf der Oberfläche. Noch bis Freitag sind die beiden Fachmänner mit dem Aufbau beschäftigt. Dann kommt der sogenannte Intonateur, der die Orgel stimmen wird.

Die Gläubigen können die Orgel erstmals am Sonntag, 3. Dezember, hören – an diesem Tag ist die feierliche Einweihung des neuen Instruments. Der Festgottesdienst beginnt um 9.30 Uhr. Die Predigt wird Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler halten. Der Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Knörr und Dekanatskantorin Elisabeth Göbel werden auf der neuen Orgel spielen. Im Anschluss findet ein Stehempfang statt.

Franziska Seliger

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