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Harry G, gespielt von Markus Stoll, macht sich über verschiedene Bergsteiger-Typen lustig und landet mit diesem Video einen Hit im Internet.

Kabarettist nimmt in neuem Video Bergsteiger aufs Korn

Harry G dreht am Herzogstand: „Das ist ein Berg und kein Autobahnrastplatz“

  • Nora Linnerud
    vonNora Linnerud
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Mit seiner Figur Harry G gehört Markus Stoll seit einigen Jahren zu den erfolgreichsten Kabarettisten Bayerns. Jetzt hat er auf der Video-Plattform YouTube einen Klick-Hit im Internet gelandet.

Kochel am See –  „Übers Wandern“ heißt das Filmchen. Darin nimmt Harry G verschiedene Bergsteiger-Typen aufs Korn, gepaart mit Aufforderungen, sich in den Bergen anständig zu verhalten. Gedreht wurde auf dem Herzogstand.

Über eine Million Zuschauer haben das Video bereits gesehen und finden es gut. Darunter auch Kochels Bürgermeister Thomas Holz. „Genial! Absolut sehenswert, nicht nur wegen der schönen Kulisse“, schrieb Holz dazu und teilte es auf Facebook.

In gut drei Minuten grantelt der Kabarettist über Bayern und Nichtbayern, Männer und Frauen, Sportliche, Dicke, Pärchen und Einsamkeitssuchende. In dem Video schlüpft Stoll in die Rollen verschiedener Bergtouristen und persifliert bitterböse, aber mit Augenzwinkern deren Verhalten.

„This is Herzogstand – not Everest“, sagt er beispielsweise über Menschen, die sich wie für eine Gletschertour mit Steigeisen ausrüsten. Stoll lästert auch über „Jack-Wolfskin-Preißn“ mit atmungsaktiven Flanellhemden bei schönstem Wetter. Aufs Korn genommen werden auch Bergläufer („Neon-Kaschperl mit Raumschiffuhr“), die es eilig haben, und frischverliebte Pärchen, die unterschiedliche Vorstellungen vom Ausflug in die Berge haben.

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All jenen, die „kiloweise Wurscht und Glump“ auf den Berg tragen und im Wald dann ihren Müll liegen lassen, macht Harry G eine klare Ansage: „Das ist ein Berg – und kein Autobahnrastplatz!“

Harry G grantelt zwar auf Bairisch, aber so, dass ihn auch Nicht-Bayern verstehen. Manchmal wählt er recht deftige Worte. „Ich würde mir die Wortwahl von Harry G jetzt nicht bei allem zu eigen machen, das ist schon sehr überzeichnet“, sagt Thomas Holz. Viel Wahres sei an dem Video aber dran, sagt der Bürgermeister, der auch selbst oft in den Bergen unterwegs ist. Der Kabarettist spreche einige wichtige Themen an. „Genial finde ich zum Beispiel die Passage mit den Abkürzungen“, sagt Holz. Der Kabarettist fordert darin die Bergsteiger auf, auf markierten Wegen zu bleiben. „Es ist zu hoffen, dass das Video den einen oder anderen zum Nachdenken bringt“, sagt Holz.

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Am Ende des Videos vergleicht der Künstler die Zustände im Karwendel mit der bayerischen Version eines Disneylands. Und sagt dann noch süffisant über die vielen unterschiedlichen Touristen: „Aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie stehen pünktlich um fünf wieder im Stau nach München.“

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