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Kesselberg: Autofahrer brauchen Geduld

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Von: Christiane Mühlbauer

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Diese Betongleitwand mit aufgesetztem Schutzzaun sichert derzeit das betroffene Areal am Kesselberg. Am Hang wird ein neuer Schutzzaun errichtet, vermutlich aber erst im Frühjahr 2022.
Diese Betongleitwand mit aufgesetztem Schutzzaun sichert derzeit das betroffene Areal am Kesselberg. Am Hang wird ein neuer Schutzzaun errichtet, vermutlich aber erst im Frühjahr 2022. © pröhl

Sehr aufwendig waren in den vergangenen Tagen die Aufräumarbeiten nach dem Baum- und Felssturz am Kesselberg. Nun muss das Areal oben im Hang neu gesichert werden. Auf der B11 wird es hier noch lange zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Kochel am See/Walchensee – Allem Anschein nach war es der starke Föhnsturm, dem am vorletzten Samstag eine Buche nicht mehr standhalten konnte. „Weil der Baum im Fels verankert war, riss er viel Felsmaterial sowie andere Bäume mit den Hang hinunter“, sagt Martin Herda, Abteilungsleiter für den Landkreis im Staatlichen Bauamt Weilheim.

Stürme dieser Art keine Seltenheit in der Region

Föhnstürme dieser Art sind in der Kochel- und Walchensee-Region keine Seltenheit. „Es muss aber eine sehr kräftige Windböe gewesen sein. Denn die Bäume sind derzeit ohne Laub und haben nur wenig Gewicht, deshalb bieten sie eigentlich nur wenig Angriffsfläche.“

Die Aufräum- und Sicherungsarbeiten erforderten einen großen Aufwand unter hohem Zeitdruck. Das Staatliche Bauamt beauftragte eine Fachfirma in Garmisch-Partenkirchen. Zwei Mitarbeiter, auf solche Einsätze spezialisiert, stiegen mittags mit Seilsicherung in den Hang und verschafften sich einen Überblick über die erforderlichen Arbeiten. Bis Mittwoch war alles erledigt.

Ersatz für den Schutzzaun kommt aus der Schweiz

Für den zerstörten Steinschlag-Schutzzaun musste rasch Ersatz gefunden werden, um die B11 wieder für den Verkehr freigeben zu können. „Wir haben eine Schweizer Firma gefunden, die noch ein System auf Lager hatte“, berichtet Herda. Sie konnte innerhalb von 48 Stunden eine sogenannte Betongleitwand mit aufgesetztem Schutzzaun zur Verfügung stellen. Die Anlieferung erfolgte mit drei Sattelschleppern aus Friesland. „Der erste Transporter kam am Donnerstagvormittag, die anderen beiden nachmittags um 15 Uhr“, berichtet Herda. Innerhalb von zwei Stunden war der komplette Schutz dann aufgestellt.

Ab 18 Uhr konnte die Straße wieder halbseitig freigegeben werden. Eine Ampel, verkehrsabhängig geschaltet, regelt den Verkehr. „Wir haben auf der Straße durchschnittlich zwei- bis dreitausend Fahrzeuge am Tag, an Spitzentagen bei schönem Wetter bis zu 11 000 Fahrzeuge“, sagt Herda.

Vor Frühjahr wohl kein neuer Zaun

Die Ampel wird wahrscheinlich den ganzen Winter über stehen. Im Staatlichen Bauamt laufen die Planungen und Abmessungen für die Errichtung eines neuen Steinschlag-Schutzzaunes. Er muss bestellt werden. „Ich rechne nicht vor Frühjahr mit der Errichtung“, sagt Herda.

Weil nun der Winter vor der Tür steht, wurde dafür gesorgt, dass die Fahrbahnbreite an der Unglücksstelle so groß ist, dass der Schneepflug durchkommt. Für die Mitarbeiter der Straßenmeisterei bedeutet der Ampelbetrieb viel Arbeit: „Sie müssen regelmäßig hinfahren, um die Akkus zu tauschen. An dieser Stelle haben wir ja keinen Stromanschluss“, sagt Herda. Trotzdem: „Das Warten an der Ampel ist das kleinere Übel anstatt eine Umfahrung über Garmisch-Partenkirchen.“

Teuer ist die Sache auch: Die Aufräumarbeiten kosteten rund 20 000 Euro, der jetzige Zaun 40 000 Euro. „Wir haben ihn erworben, weil wir ihn nach dem Einsatz am Kesselberg auch an anderen Stellen werden gebrauchen können“, sagt Herda. Der neue Schutzzaun wird sich auf rund 100 000 Euro belaufen. „Das hängt auch von der Entwicklung der Stahlpreise ab.“

Erneute Sperrung der B11 nicht ausgeschlossen

Herda zufolge dürfte man einen Großteil der Arbeiten für den Bau des neuen Schutzzauns unter halbseitiger Straßensperrung durchführen können. „Aber ich kann nicht ausschließen, dass wir die B11 doch nochmal voll sperren müssen.“

Schaut man sich die Gesamtentwicklung an, dann ist der Baum- und Geröllsturz am Kesselberg für Herda ein weiteres Indiz, dass man es auch im Straßennetz verstärkt mit Schäden durch Wetter-Ereignisse zu tun habe. Mit Blick auf andere Schäden in den vergangenen Monaten im Landkreis, sagt Herda: „Die Georisiken nehmen zu.“

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