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Schaukurve: Ein Motorradfahrer demonstriert am Kesselberg sein fahrerisches Können.  

Diskussion im Gemeinderat 

Kesselberg: Motorrad-Raser vergraulen Touristen

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Die Diskussion um ein generelles Motorradverbot am Kesselberg hat für eine emotionale Auseinandersetzung im Kochler Rathaus gesorgt. Bürgermeister Thomas Holz: „Die Gemeinde hat keine Handhabe gegen Raser.“

Kochel am See – „Wie können wir die zunehmende Terrorisierung durch die vielen Motorradfahrer einbremsen?“ Diese Frage treibt eine Anwohnerin aus Urfeld um – erst recht seit dem jüngsten Bericht des Tölzer Kurier über ein angebliches Biker-Verbot am Kesselberg. „Was ist von diesen Gerüchten zu halten?“, so die Anfrage der Frau in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Sie berichtete dem Gremium von den schrecklichen Auswüchsen, denen die Gäste ihres Beherbergungsbetriebs am Walchensee ausgesetzt sind. Der Ortsteil Urfeld ist demnach ein beliebter Wendepunkt der Motorradfahrer. „Die fahren zuerst über den Kesselberg rauf und drehen dann vor unserem Haus lautstark um für die Talfahrt.“ Für viele Gäste fühle sich das an, „als ob sie sich in einem Zimmer direkt neben der Autobahn einquartiert haben“. Diese Situation beeinträchtige den Tourismus. Die Frau aus Urfeld wollte wissen: „Wie können wir die Gemeinde unterstützen, damit es bald zu einem Motorradverbot kommt?“

„Eine Vollsperrung des Kesselbergs für Motorräder ist derzeit nicht geplant“, antwortete Bürgermeister Holz, der nach dem Kurier-Bericht sowohl im Innen- als auch im Verkehrsministerium nachgefragt hatte. Eine Vollsperrung sei laut Holz die Ultima Ratio, also der allerletzte Ausweg aus dem Konflikt. Er habe persönlich seine Zweifel, „dass ein Totalverbot das Richtige ist“.

Seit Jahrzehnten werde darüber diskutiert, wie man die Raser stoppen könne. Mit baulichen Maßnahmen wie der durchgezogenen doppelten Mittellinie bis hin zu den Leitschwellen versuche man, die Unfälle zu verringern, sagte Holz. Dabei gab es auch Rückschläge, wie beispielsweise die Rüttelstreifen. „Die haben nichts gebracht.“

Feuerwehrmann hat die Schnauze voll

Das probateste Mittel war laut Holz die Beschlagnahme der Maschinen von extremen Rasern. Das sei aber rechtlich nicht mehr zulässig, bedauerte Florian Eberl (CSU). Während seiner zehnjährigen Zeit als Gemeinderat habe sich die Situation am Kesselberg nicht verbessert. Seine persönliche Einschätzung als freiwilliger Retter: „Wenn man da zum x-ten Mal als Feuerwehrmann zu einem Unfall rauffährt, hat man irgendwann die Schnauze voll.“ Eberl forderte härtere Strafen für die uneinsichtigen Raser.

Der in Walchensee lebende Gemeinderat Reinhard Dollrieß (Freie Wähler) schilderte seine jüngsten persönlichen Kesselbergerfahrungen. „Wenn ich vor ein paar Tagen mit meinem Auto nicht ganz rechts gefahren wäre, hätte es einen schweren Frontalzusammenstoß mit einem Biker gegeben.“

Der Bürgermeister beendete schließlich die leidenschaftliche Debatte mit dem Hinweis, der Gemeinderat sei das falsche Gremium: „Wir haben keine Handhabe gegen die Raser, die die Bergstraße als ihre persönliche Rennstrecke vereinnahmen.“

Lesen Sie auch: Schon wieder Unfall am Kesselberg: Zwei Motorradfahrer schwer verletzt

Und: Auch Autos rasen am Kesselberg

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