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Bemängelt wird bei den Kontrollen am Kesselberg regelmäßig die Mindestprofiltiefe der Motorradreifen.

Motorradkontrolle auf beliebter Bergstrecke

Kesselberg: Motorradfahrer flüchtet vor der Polizei - dann biegt er falsch ab

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
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Gemeinsam mit Kräften der Verkehrspolizei München ist die Kontrollgruppe Motorrad derzeit verstärkt am Kesselberg unterwegs. Und das ist dringend notwendig.

Kochel am See - Der bei begeisterten Motorradfahrern beliebte „Kesselberg“ steht fortlaufend im Fokus der bei der Autobahnpolizei Holzkirchen angegliederten Kontrollgruppe Motorrad. Gemeinsam mit Kräften der Verkehrspolizei München führt die KG Motorrad derzeit verstärkt Verkehrskontrollen durch und überwacht den Motorradverkehr mit Polizeikrafträdern und zivilen Videofahrzeugen.

Kesselberg: Verstöße gegen Überholverbote

Gerade bei Sonnenschein und Ausflugswetterlagen ist die kurvige Bergstraße der Magnet für Biker aus den umliegenden Landkreisen und der Landeshauptstadt München. „Leider bleibt immer wieder festzuhalten, dass sich der geneigte Risikofahrer (Knieschleifer) auf seinem PS-starken Zweirad trotz zahlreicher Wanderer, beparkter Grünstreifen und nicht unerheblichen Pkw-Verkehrs nicht davon abbringen lässt, die kurvenreiche, teils schwer einsehbare Strecke mit höchstmöglicher Geschwindigkeit zu befahren“, heißt es im Polizeibericht. Dies führt unter anderem dazu, dass der auf 60 km/h beschränkte Kesselberg, auf dem zudem ein Streckenüberholverbot gilt, als Unfallschwerpunkt immer wieder Negativschlagzeilen macht. Dazu kommt die Lärmbelästigung, unter der die Anwohner leiden.

Unterwegs am Kesselberg war die KG Motorrad auch in den Abendstunden des Mittwochs. „Die ersten Verkehrsverstöße ließen nicht lange auf sich warten“, so die Polizei. Das geltende Überholverbot wurde in fünf Fällen missachtet. „Ein besonders gefährlicher Überholvorgang konnte durch die auf Krafträder spezialisierten Beamten sogar im Bereich der angebrachten Fahrbahnschweller festgestellt werden.“ Die Fahrer erwartet neben einem Geldbuße in Höhe von etwa 100 Euro auch ein Punkt in Flensburg.

Während der Kontrolle entweicht Luft aus dem Reifen

Zahlreiche Motorräder wurden für eine Kontrolle gestoppt. Im Zuge der Kontrolle liegt ein  besonderes Augenmerk auf dem technischen Zustand der Motorräder. „Hier sind immer wieder nachträglich verbaute Kradteile zu beanstanden, die nicht den Regularien des Zulassungsrechts entsprechen und in vielen Fällen zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen“, berichtet die Polizei. Die Weiterfahrt wird in diesen Fällen unterbunden, der Motorradfahrer muss sich ums Abschleppen seiner Maschine kümmern. 

Bemängelt wird außerdem regelmäßig die Mindestprofiltiefe der Motorradreifen. Während einer Kontrolle fiel den Beamten der Verkehrspolizei München auf, dass das Hinterrad des in Augenschein genommenen Motorrades hörbar Luft verlor. Das war auf die starke Abnutzung des Reifens zurückzuführen. Noch während der Verkehrskontrolle entwich die Luft komplett. Der Besitzer musste sein Motorrad auf dem  Abschleppwagen in die nächste Werkstatt schaffen.  „Dankbar zeigte sich der Biker dennoch. Ein möglicher Sturz hätte den Kradfahrer sicher mehr gekostet, als das zu entrichtende Bußgeld“, berichtet die Polizei.

Flucht vor der Polizei mit 214-PS-Maschine

Weniger begeistert von der anstehenden Verkehrskontrolle war allerdings ein 25-jähriger Biker aus dem Landkreis Augsburg. Er versuchte mit seiner 214 PS starken Ducati zu flüchten. Die Verfolgungsfahrt wurde mittels Videofahrzeug aufgenommen. Dabei war der Mann mit bis zu 140 km/h unterwegs. Die Flucht endete allerdings abrupt, als der Fahrer verbotswidrig in einen unbefestigten Waldweg abbog. Bei der anschließenden Kontrolle wurden starke Gummiausrisse an den äußeren Laufflächen des Hauptprofils festgestellt. „Zurückzuführen sind diese auf die starke seitliche Beanspruchung des Reifens und hohe Kurvengeschwindigkeiten“, erklärt die Polizei.

Der Fahrer hat sich nun nach Angaben der Beamten aufgrund seines auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegten Fahrverhaltens und der nachweisbaren Geschwindigkeitsverstöße wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens zu verantworten. Die Anzeige wird der Staatsanwaltschaft München II vorgelegt.

Für einen Inhaber eines Führerscheins der Klasse A2 endete die Fahrt ebenfalls am Kesselberg. Aufgrund der im Fahrzeugschein aufgeführten Leistungsangaben hätte der Biker im Besitz eines Führerscheins der Klasse A sein müssen. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Das Motorrad musste abgeschleppt werden.

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