Tritt beim „Musiksommer am Walchenseekraftwerk“ auf: Willy Astor.
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Tritt beim „Musiksommer am Walchenseekraftwerk“ auf: Willy Astor.

INTERVIEW

Klang-Kraftwerk am Walchensee: Willy Astor bei „Musiksommer“ in Kochel dabei

Willy Astor macht am 13. Juli den Auftakt zum neuen „Musiksommer am Walchenseekraftwerk“. Im Interview mit dem Tölzer Kurier spricht er über den nahestehenden Auftritt und die Zeit für Künstler nach dem Lockdown.

Kochel am See – Über Willy Astor wurde schon viel geschrieben. Hier kommt er selbst zu Wort: „Eigentlich war ich schon in der Schule als Kind der Entertainer, ich hab’ damals ohne Rücksicht auf Verluste und Ansehen meine Späße rausgehau’n. Ich fühlte mich jung und brauchte kein Geld. Geld ist auch die schlechteste Motivation für alles Künstlerische. Dass ich nach meiner Zeit im Maschinenbau zur Bühne kam, war nicht nur der Sprung vom Beruf zur Berufung, sondern auch eine Mischung aus Glück und dem Bewusstsein, dass ich diese Chance nur einmal bekommen würde in meinem Leben und ich sie deshalb am Schopfe packen musste.“ Das tut er zur Freude seiner Fans nun schon seit vielen Jahren. Am Dienstag, 13. Juli macht er mit „Sound of Islands“ (siehe Kasten) den Auftakt zum neuen „Musiksommer am Walchenseekraftwerk“.

Open-Air am Walchenseekraftwerk: Wird das eine ganz besondere Location für Sie, Willy Astor?

Wir kommen als Klang-Kraftwerk. Das passt doch gut zusammen!

Hat der Veranstaltungsort überhaupt Einfluss auf das Erlebnis eines Abends? Oder kommt es ausschließlich auf das Publikum an?

Es ist eine Mischung aus allem, aber wir wollen natürlich selber am meisten darauf Einfluss nehmen, dass wir die Leute berühren und einen schönen Abend hinlegen.

Warum haben Sie für den Termin dort das „Sound of Islands“-Programm ausgewählt?

Mir wurde das ans Herz gelegt. Und ich bin froh, nach neun Monaten Zwangspause wieder auftreten zu können, noch dazu mit meinem Quartett von exzellenten Musikern.

Willy Astor steigt bei „Musiksommer“ in Kochel wieder in den „schönsten Beruf“ ein

Wird Ihnen, dem Wort-Akrobatiker, bei einem solchen Musikabend nicht irgendwann langweilig? Oder kommt die Wortverdrehungs-Kunst doch noch zu ihrem Recht?

Na ja, sagen wir mal so: Ich habe dieses Projekt nicht aus Langeweile ins Leben gerufen, sondern weil mir meine Kunst als Wort-Künstler zu eindimensional erschien. Also habe ich überlegt und bald gewusst, ich möchte auch als Komponist und Gitarrist einen zusätzlichen Weg gehen. Und mein Kinderprogramm „Kindischer Ozean“ ergänzt diese Vielfalt.

Kommen zu den Wort-Kabarett-Abenden andere Zuhörer als zu den Konzerten?

Das ist unterschiedlich. Jedes Programm von mir genießt beim Publikum eine Wertschätzung. Im Moment geht es ja gerade wieder los – und ich bin froh um jeden Gast, der wieder kommt und meine Arbeit goutiert. Es geht nicht um die Quantität, sondern um die handwerkliche und emotionale Qualität.

Willy Astor tritt bei „Musiksommer“ in Kochel auf

Ist ein Open-Air für Sie eine besondere Freude – oder besonderer Stress, weil man nie weiß, was Petrus dazu sagt?

Open-Airs haben dann eine besondere Schönheit, wenn das Wetter mitspielt – keine Frage. Ich hatte die letzten 25 Jahre viel Dusel, aber auch einige sehr bittere Momente, zum Beispiel, als vor fünf Jahren vorm Kloster Benediktbeuern 1400 Gäste zugeschüttet wurden vom Regen, und das exakt am Beginn des Abends für zwei Stunden. Am Ende waren vielleicht noch 300 Leute da. Da bist du natürlich sehr geknickt, als hättest du im Finale einen Elfer verschossen. Und bist trotzdem unschuldig.

Wie haben Sie die lange Corona-Zwangspause überstanden? Sind neue Arbeitsformen entstanden?

Ich habe mich durchgehangelt mit vielen kleinen Stückchen, die ich auf Facebook und Instagram gepostet habe, aber das, was ich mir vorgenommen hatte, ein Buch zu schreiben, eine Gitarrenschule etcetera, ist alles erstickt in einer Art Melancholie, die ich durchtauchen musste. Es war, um ehrlich zu sein, eine grausame Zeit für mich, weil ich bis dato immer impulsiert wurde von meiner Tour. Ich bin kein Künstler, der auf Halde schreibt, aber falls wieder ein Lockdown kommt, mach’ ich das anders. Denk’ ich…

Werden sich die Corona-Probleme in neuen Programmen spiegeln? Oder sind Sie einfach nur froh, es hinter sich zu haben?

Ich will davon nix mehr wissen erst mal, aber ich wünsche mir, dass mir meine Fans in Deutschland die Treue halten.

Wie fühlt sich das an, jetzt wieder live vor Publikum auf der Bühne zu stehen?

Das ist der Wiedereinstieg in den schönsten Beruf der Welt mit dem Sinn, Menschen glücklich zu machen und ihnen den oft sorgenvollen Alltag zu rauben für drei Stunden.

(Das Interview führte Sabine Näher)

„Sound of Islands“

Beim „Musiksommer am Walchenseekraftwerk“ am Dienstag, 13. Juli, 20 Uhr (Einlass 18.30 Uhr). Der Eintritt kostet im Vorverkauf 47 Euro inklusive Vorverkaufsgebühr, der Eintritt an der Abendkasse 51 Euro. Tickets gibt es unter musiksommer@kkk-lenggries.de (Angabe von Vor- und Zunamen, Adresse, Telefonnummer und Anzahl der gewünschten Tickets). Infotelefon: 0 80 42/91 24 65. Getränke- und Speisenverkauf ab der Einlasszeit und während der Pause.

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