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Ein ganzes Dorf in Trauer: Vater und Sohn werden am selben Tag beerdigt

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Von: Alois Ostler

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Johann Schwaiger und sein Sohn Georg finden im Familiengrab die letzte Ruhe.
Johann Schwaiger und sein Sohn Georg finden im Familiengrab die letzte Ruhe. © privat

Johann Schwaiger und sein ältester Sohn Georg wurden am  Samstag gemeinsam zur letzten Ruhe gebettet. Beide waren innerhalb von drei Tagen gestorben.

Kochel am See – An einen vergleichbaren Trauerfall können sich selbst alteingesessene Loisachtaler nicht erinnern. Am Samstag, 2. März, fand auf dem Kochler Friedhof eine Doppelbeerdigung statt, bei der Johann Schwaiger und dessen ältester Sohn Georg gemeinsam im Familiengrab beigesetzt wurden. Und noch eine Besonderheit: Beide Männer waren zeitlebens in besondere Weise den Gebirgsschützen verbunden. Vergangene Woche sind sie innerhalb von drei Tagen gestorben.

Kochel am See (Bayern): „War mit Leib und Seele bei den Gebirgsschützen“

Mit dem Tod von Johann Schwaiger geht bei den Gebirgsschützen eine Ära zu Ende. Der ehemalige Fuhrunternehmer starb am Donnerstag vergangener Woche im 85. Lebensjahr. Er gehörte viele Jahre der Historischen Bauerngruppe Kochel an, deren Obmann er von 1970 bis 1980 war. Zunächst als Adjutant und später als stellvertretender Landeshauptmann fehlte er bei keinem der vielen repräsentativen Auftritte der bayerischen Gebirgsschützenkompanien. „In manchen Jahren bin ich an 90 Tagen ausgerückt“, sagte er vor etlichen Jahren im Gespräch mit unserer Zeitung. Schwaiger wechselte in den 1990er-Jahren zur benachbarten Antlaßschützenkompanie Benediktbeuern-Ried. Er wurde für seinen Einsatz für das Gebirgsschützenwesen vielfach ausgezeichnet – vom Bundesverdienstkreuz bis zur Isar-Loisach-Medaille.

Georg Schwaiger ist schon früh in die Fußstapfen seines Vaters getreten. „Er war mit Leib und Seele bei den Gebirgsschützen und auch bei der Kochler Blaskapelle“, so der neue Landeshauptmann Martin Haberfellner. Schwaiger war 24 Jahre Obmann bei der Bauerngruppe in Kochel und 18 Jahre stellvertretender Loisach-Gauhauptmann.

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Kochel am See (Bayern): „Nahe dem Bahnhof Seefeld zusammengebrochen“

„Mein Bruder war ein guter Sportler – ob bei Bergtouren oder auf dem Rennrad“, sagt Johann Schwaiger jun. Der plötzliche Tod seines Bruders wenige Wochen vor dessen 62. Geburtstag sei deshalb unerklärlich. Schwaiger war Streckenposten bei der nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Seefeld. Auf dem Weg zum ehrenamtlichen Einsatz sei er am vergangenen Samstag nahe dem Bahnhof Seefeld zusammengebrochen. Trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche und der Einlieferung in eine Innsbrucker Klinik sei er noch am Samstag gestorben. „Jetzt müssen wir von unserem Vater und auch von unserem Bruder Abschied nehmen“, sagt Johann Schwaiger jun. Er weiß, dass nicht nur die Verwandten, sondern auch viele Gebirgsschützen die beiden Toten auf dem letzten Weg begleiten werden.  ao

Abschied

Sterberosenkranz ist an diesem Freitag, 1. März, um 19 Uhr in der Kochler Pfarrkirche St. Michael. Das Requiem ist am Samstag, 2. März, um 10 Uhr.

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