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Oft verboten laut unterwegs: Biker am Kesselberg.

Weniger Tote, aber viel mehr Lärm

Biker am Kesselberg dröhnen illegal extra laut - Polizei kann gar nichts tun

Die Kontrollgruppe Motorrad der Polizei zieht Bilanz - Ergebnis: Weniger Tote, dafür ein riesiges illegales Lärm-Problem, gegen das die Polizei im Moment nichts tun kann.

Kochel am See/Holzkirchen – Seit die Kontrollgruppe Motorrad des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd Biker überprüft, sinken die Unfallzahlen. Gelöst sind die Probleme aber nicht. Bei der Lärmkontrolle sind den Beamten oft die Hände gebunden.

Fast 100 Prozent der Biker am Kesselberg bauen ihre Unfälle selbst

Motorradfahrer leben gefährlich – am Kesselberg gilt das besonders, wie Polizeipräsident Robert Kopp erklärt. „Bayernweit wird etwa die Hälfte aller Unfälle mit Motorrädern vom Biker selbst verursacht. Am Kesselberg sind es fast 100 Prozent.“ Das zeige: Hier fahren Biker besonders gefährlich. Nachdem im Jahr 2015 gleich drei Fahrer bei Unfällen starben und zehn weitere leicht oder schwer verletzt wurden, gründete die Polizei die Kontrollgruppe (KG) Motorrad, die sich ausschließlich auf die Kontrolle der Verkehrstauglichkeit von Motorrädern konzentriert. Bei 45 Prozent der Motorräder wurden Mängel beanstandet.

Zweirad-Experten von der Polizei, inklusive Präsidiums-Chef Kopp (l.).

Das Beispiel Sudelfeld zeigt den Erfolg dieser Maßnahmen. Pendelte die Zahl der Unfälle vor 2016 zwischen 16 und 26 Unfällen pro Jahr, blieb sie seitdem immer unter acht. Am Kesselberg blieb die Zahl der Unfälle zwar konstant, doch Kopp ist dennoch zufrieden: „Auf ganz Oberbayern betrachtet, sank die Zahl der tödlich verunglückten Biker von 29 im Jahr 2015 auf 15 und 16 in den beiden letzten Jahren.“

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Biker schrauben Schalldämpfer ab, bevor sie auf den Kesselberg fahren

Wegen dieses Erfolgs werden bis Ende des Jahres alle Polizeipräsidien Bayerns eigene KG Motorrad aufstellen. Diese sollen neben Verkehrssicherheit und Geschwindigkeitsübertretungen ein weiteres Motorrad-Problem überwachen: die Lautstärke. Gerade auf den beliebten Passstraßen schrauben manche Fahrer die Schallschlucker ihrer Motorräder ab und stören mit höllischem Lärm Anwohner und Tierwelt, berichtet KG-Leiter Roman Gold: „Wir halten laute Maschinen an, da haben die Fahrer den DB-Eater in der Tasche, aber nicht am Auspuff.“

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Polizei muss Mess-Werkzeug für Lärm erst einführen

Damit sich das ändert, bekommen die Polizisten ein neues Werkzeug: ein geeichtes Schallpegelmessgerät. Mit diesem messen die Beamten die Lautstärke des Motorrads im Stand bei halber Drehzahl. Ein Aufkleber im Cockpit verrät die maximale Lautstärke, die eine unveränderte Maschine dieses Typs haben darf. Liegt der Wert darüber, wissen die Beamten, dass manipuliert wurde. Dann würde das Motorrad sofort stillgelegt und müsse neu zugelassen werden, erklärt Gold.

Bis es so weit ist, setzt die Polizei auf Freiwilligkeit. Sogenannte Lärm-Displays messen Geschwindigkeit und Lautstärke vorbeifahrender Fahrzeuge, ein spezieller Randstein erkennt die Art des Fahrzeugs. Liegen die Werte im erlaubten Bereich erscheint ein grünes „Danke“ im Display. Sind die Fahrzeuge zu schnell oder zu laut, weisen die Aufschriften „langsam“ oder „leiser“ auf den Fehler hin. „Pilotversuche haben gezeigt, dass die Biker durch die Schilder tatsächlich einen Gang hochschalten und den Lärm reduzieren“, berichtet Kopp. Die Schilder sollen bayernweit zum Einsatz kommen.

Diskutieren Sie mit: Super belästigend - oder haben Motorradfahrer auch ein Recht auf Lärm?

mas

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