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Kunst gegen Militarismus stellte ein Unbekannter am Wahlsonntag in Kochel zur Schau. 

Street Art

Kochel: Neuer Laden verkauft Messer und Tarnkleidung - ein Künstler leistet kreativ Widerstand

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Ein unbekannter Künstler findet den neuen Militärladen in Kochel am See nicht so gut - und brachte am Schaufenster des Ladens eine witzige Zeichnung an.

Kochel am See – Ein deutliches Signal gegen Militarismus setzte ein nicht bekannter Kunstschaffender am vergangenen Wahlsonntag in Kochel. Der oder die Unbekannte befestigte an einem Schaufenster eines neuen Geschäfts ein offensichtlich selbst geschaffenes Papierplakat. Darauf zu sehen ist ein Clown, der mit weit aufgerissenen Augen Camouflage-Farben in eine Toilettenschüssel erbricht. Am gezeichneten Toilettenkasten ist möglicherweise die Signatur der Künstlerin oder des Künstlers abgebildet. Dort steht: „Bissi“.

Kunst gegen Militarismus stellte ein Unbekannter am Wahlsonntag in Kochel zur Schau. 

Der Laden, der „OS Warehouse“ heißt und nach Angaben der Gemeinde erst kürzlich öffnete, bietet militärische Ausrüstung „für Ihr Hobby“, wie Geschäftsführer Daniel Simandan auf seiner Internetseite schreibt. „Ich reiße sowas runter, mir ist das egal. Für mich ist das Müll an der Scheibe,“ äußerte sich Simandan gegenüber dem Tölzer Kurier zu dem Plakat. Der Geschäftsmann bietet Kanister für Munition, Messer, Äxte und Kleidung in Tarnfarben an. Zumindest auf seiner Internetseite bietet Simandan auch „Airsoft“-Pistolen an. Diese Druckluft-Waffen werden für nachgespielte Kriegs-Szenarien genutzt und meist mit Kunststoff-Munition bestückt, die auch leichte, oberflächliche Verletzungen hervorrufen kann. Die Waffen sind täuschend echte Replika beispielsweise von „echten“ Berettas.

Strafbar sei das Anbringen eines solchen Plakats nicht, sagt die Polizei Kochel auf Anfrage. Im Gegensatz zu Graffitis sei ein Papierplakat nämlich keine Sachbeschädigung. Derartige Kunst-Aktionen könnten höchstens unter den Tatbestand der Verleumdung fallen. Der Ladenbesitzer habe den Vorfall jedoch nicht angezeigt.

Der oder die Kunstschaffende suchte für die Schaufensterkunst wohl absichtlich den vergangenen Wahlsonntag aus. Denn das Geschäft liegt unmittelbar am Weg zum Kochler Rathaus. Deshalb passierten viele EU-Wähler auf dem Weg zur Urne das Schaufenster mit dem Kunstwerk.  

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