Wildkamera an einem Baum
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Mit einer Wildkamera kam ein Kochler seiner Nachbarin auf die Schliche.

62-Jährige verurteilt

Wildkamera überführt Kochler Reifenschlitzerin

  • vonRudi Stallein
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Der Nachbarschaftsstreit in Kochel schwelt seit Längerem. Seinen vorläufigen Höhepunkt fand er am 25. Mai, als eine 62-Jährige den Autoreifen ihres Nachbarn zerstach. Nun trafen sich beide vor Gericht.

Kochel am See/Wolfratshausen – Ein zerstochener Autoreifen ist der vorläufige Höhepunkt in einem Nachbarschaftsstreit in Kochel am See. Wegen der Tat, die sich am 25. Mai dieses Jahres gegen 1 Uhr nachts ereignete, wurde eine Rentnerin (62) nun vom Amtsgericht Wolfratshausen zu 1200 Euro Geldstrafe verurteilt.

Angeklagte aus Kochel will vor Gericht nichts sagen

„Ich sag’ nichts“, erklärte die Angeklagte, als der Richter ihr Gelegenheit gab, zu den Vorwürfen, die die Staatsanwältin gerade vorgetragen hatte, Stellung zu nehmen. In jener Nacht soll die Beschuldigte mit einem Messer am Auto ihres Nachbarn (28) den linken Reifen zerstochen haben.

Der Schaden beläuft sich laut Anklageschrift auf rund 250 Euro, weil beide Vorderreifen ausgetauscht werden mussten. „Die Sache geht schon ein paar Jahre“, erzählte der Geschädigte. In der Vergangenheit habe es häufiger ärgerliche Zwischenfälle gegeben. So habe die Frau beispielsweise Kartoffeln in den Auspuff seines Fahrzeugs gesteckt. Ein daraufhin eingeleitetes Verfahren sei jedoch „fallengelassen worden“, berichtete der 28-Jährige. „Ab da war es eine Katastrophe, weil sie sich wohl bestätigt sah.“

Beim Blick aus dem Fenster sieht der Mann, wie sich seine Nachbarin am Auto schaffen macht

Auch wenn die Angeklagte sich zu dem Vorfall nicht äußerte, war ihr die Tat leicht nachzuweisen. An jenem Abend sei er mit seiner Freundin unterwegs gewesen. Als er nach Hause kam, sei ihm aufgefallen, dass die Nachbarin ihn beobachtete. Er habe ein ungutes Gefühl gehabt und unruhig geschlafen. In der Nacht sei er aufgewacht und in die Küche gegangen, um etwas zu trinken. Beim Blick aus dem Fenster habe er gesehen, dass sich die Frau an seinem Auto zu schaffen machte.

Als er auf die Straße kam, sei sie davongelaufen: Mit einer Sonnenbrille zur Tarnung im Gesicht und einem Messer in der Hand. „In dem Moment hat der Reifen schon gezischt“, erklärte der Kochler, der wegen des ständigen Ärgers mit der Nachbarin schon vor geraumer Zeit eine Wildkamera installiert hatte. Diese hatte den nächtlichen Besuch der Frau ebenfalls im Bild festgehalten. „Dadurch ist der Sachverhalt zweifelsfrei zu belegen“, sagte Richter Helmut Berger.

Er verurteilte die Rentnerin am Ende zu einer Geldstrafe von 40 Tagesätzen zu je 30 Euro.  

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