Straßensperrung am Kesselberg für Baustelle, Felssicherungsmaßnahme.
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Um die Straße vor möglichen Felsabbrüchen zu schützen, sind derzeit Arbeiten am Kesselberg im Gange.

Bauamt führt Sicherungsmaßnahmen an Bundesstraße 11 durch

Damit es am Kesselberg keine Felsen regnet

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Seit Montag ist die Bundesstraße 11 auf den Kesselberg knapp hinter Urfeld nur einspurig befahrbar. Eine Ampel regelt dort den Verkehr. Der Grund: Das Staatliche Bauamt Weilheim nimmt Felssicherungs-Arbeiten vor.

  • Verkehrsbehinderungen gibt es derzeit am Kesselberg
  • Eine Spezialfirma arbeitet daran, dass keine Felsen auf die Straße stürzen
  • Kochels Bürgermeister befürchtet lange Staus

Kochel am See – „Die Zentralstelle für Georisiken ist auf uns zugekommen“, erklärt Stefan Vogt vom Staatlichen Bauamt. Diese Stelle überprüft regelmäßig die Sicherheit beispielsweise von Felswänden an Autobahnen und Bundesstraßen. „Uns wurde empfohlen, die Sicherung zu machen“, so Vogt. Damit greife man voraus, noch ehe es zu größeren Problemen komme. Auch das Staatliche Bauamt habe diese Stellen aber stets im Blick. „Es wird laufend dokumentiert und fotografiert.“

An der Felswand werden Fangzäune angebracht. „Wenn sich aufgrund der Witterung – Regen, Frost und Tau – Felsen lösen, werden diese darin aufgefangen, noch ehe sie die Straße erreichen“, erklärt Vogt. Entsprechend dimensioniert müssten die Netze sein, damit sie den Felseinschlag aushalten. Regelmäßig müssten diese Netze dann entleert werden.

Von einer Spezialfirma werden die Anker, die die Netze halten, tief in den Felsen verankert – dort, wo der Stein noch stabil ist. „Das ist eine Wissenschaft für sich“, sagt Vogt. Die hauseigene Geologin kümmere sich um die Maßnahme, die einem straffen Zeitplan folgt.

Am Katzenkopf wird eine Schutzzaun angebracht

Wenn diese Arbeiten voraussichtlich am 25. September abgeschlossen sind, beginnt der zweite Bauabschnitt. Dieser befindet sich nördlich von Einsiedl am Katzenkopf. Dort werde ein Steinschlag-Schutzzaun angebracht, sagt Vogt. „Dieser Zaun dient dazu, dass Steine, die von weiter oben herabfallen, aufgefangen werden.“ Geplant ist, dass die Baustellen am 23. Oktober abgeschlossen sind. Da die Arbeiten, bei denen die Spezialisten teils im Felsen hängen, nur bei stabilem Wetter durchgeführt werden können, kann es zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Um die Arbeiter vor dem Verkehr zu schützen und da der Platz rar ist, muss eine Fahrspur der B 11 gesperrt werden. Voraussichtlich werde die Sperrung auch an den Wochenenden bestehen, sagt Vogt. Gerätschaften, Fahrzeuge und Container müssten dort verbleiben. „Wir wissen natürlich, dass das bei der Verkehrsdichte, die dort herrscht, schwierig wird“, sagt Vogt. „Aber leider ist es nicht zu ändern.“

Bürgermeister Holz: „Erhebliche Staus zu befürchten“

Auch wenn Kochels Bürgermeister Thomas Holz versteht, dass die Maßnahme erfolgen muss – „ich kenne die Stelle, da kommen immer wieder mal Steine runter“ – sieht er auf seine Gemeinde chaotische Tage zukommen. „Es wird zu erheblichen Staus führen. Ob diese schlimmer werden als üblich, das ist die große Frage.“ Schon sonst sei der Rückstau „der Wahnsinn“. Bei dem angekündigten schönen Wetter mit warmen Temperaturen sei mit vielen Wanderern und Badegästen zu rechnen.

Dass an den Wochenenden ebenfalls nur eine Spur frei sein wird, sei „ärgerlich“. Positiv sieht Holz aber, dass die Arbeiten bis zu den Herbstferien abgeschlossen sein sollen. „Und es muss einfach gemacht werden, bevor jemand zu Schaden kommt.“

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