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Der Hahn im Babybett: Aurelia und Alexander Salvamoser haben sich mit dem neuen Haustier angefreundet. Damit der Gockel nicht zu viel Stress hat, steht das Bett auf dem noch nicht ausgebauten Dachboden der Wohnung.

Gockel „Google“ gefällt‘s im Babybett

Für die Familie Salvamoser/Hanske sind die Nächte zurzeit etwas kürzer als üblich. Denn spätestens um 5.30 Uhr werden Erwachsene und Kinder von Hahn „Google“ unerbittlich wach gekräht. Den stattlichen Gockel hat die Familie nachts am Wegesrand gefunden – und mitgenommen in die Wohnung nach Kochel.

Kochel am See Pinienkerne frisst „Google“ besonders gerne. Aber auch Mehlwürmer, Haferflocken oder Rosinen mag der Hahn mit dem imposanten roten Kamm auf dem Kopf gerne. Es ist ein stolzer Vogel, den Tanja Salvamoser und ihr Lebensgefährte André Hanske da vor rund zwei Wochen am Straßenrand aufgelesen haben. Mitten in der Nacht.

Das Paar war auf dem Rückweg von einem Restaurantbesuch in Geretsried nach Kochel. Plötzlich, so erinnert sich Salvamoser, habe sie am Straßenrand den Gockel gesehen. „Er saß einfach so da“,sagt die dreifache Mutter. Aus Angst, der Hahn könnte überfahren oder von einem Fuchs gefressen werden, nahmen sie ihn kurzerhand im Auto mit in ihre Wohnung nach Kochel.

„Als er im Fußraum saß und es dunkel war, hat er sich nicht mehr bewegt“, erzählt Salvamoser. Zuhause wurde ein ausrangiertes Babybett kurzerhand zum Hahn-Gehege umfunktioniert und mit Stroh wohnlicher gemacht. Frei herumlaufen lassen in der Wohnung konnten sie „Google“ – wie der Hahn spontan getauft wurde – natürlich nicht. „Er hätte ja überall hingemacht“, erklärt die tierliebe Frau, die in ihrer Wohnung bereits mehreren heimatlosen Katzen ein neues Zuhause gegeben hat. Schnell hat der Hahn Zutrauen zu seinen nächtlichen Rettern gewonnen. Schon nach wenigen Tagen habe er nicht mehr nach ihrer Hand gehackt, wenn sie ihn füttern wollte, sagt Salvamoser.

Gockel Google bekommt Unterschlupf bei einem Pfau

Dass „Google“ nicht dauerhaft bei ihnen bleiben kann, sei trotzdem schnell klar gewesen – auch wenn sie zuerst schon überlegt hätten, ob man für den Hahn nicht ein Stück Wiese hinter dem Haus hätte pachten können. „Aber das schien uns dann doch zu aufwendig.“ Dazu kam das Problem der morgendlichen Ruhestörung: Denn in der Früh, sobald es hell werde, fange „Google“ pflichtschuldigst an zu krähen. „Das ist unter der Woche ja ganz praktisch. Aber am Wochenende nervt es.“

Salvamoser erkundigte sich bei einigen Bauernhöfen, ob nicht irgendwo noch ein Hahn gebraucht wird – doch vergeblich. Und zu einer Hühnerschar mit Hahn könne man „Google“ nicht bringen. Die beiden Hähne würden sich sofort bekämpfen. „Einmal ist Google uns ausgekommen. Da ist er zum Spiegel hin und hat gleich angefangen, auf sein Spiegelbild einzuhacken.“

Nach Tagen des Überlegens kam der Familie schließlich die Idee, für „Google“ um einen Platz auf Gut Aiderbichl in Iffeldorf anzufragen – mit Erfolg. Zwar könne der Hahn auch hier nicht zur bestehenden Hühnerschar dazu, weil es auch hier schon einen Gockel gebe. Aber man wolle nun versuchen, „Google“ bei einem Pfau unterzubringen. (Franziska Seliger)

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