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Das ehemalige Kochler Verstärkeramt: Hier baut die Gemeinde 20 Wohnungen und den Bauhof.

Haushalt 2018

Kochel investiert und macht neue Schulden

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Die Gemeinde Kochel schlachtet ihr Sparschwein und macht neue Schulden. Die Kommune investiert im Haushaltsjahr 2018 rund vier Millionen Euro in die Infrastruktur und in gemeindliche Liegenschaften.

Kochel am See – Bürgermeister Thomas Holz will Nägel mit Köpfen machen und den Sparstrumpf leeren. Das sei besser als eines Tages Negativzinsen für die Rücklagen bezahlen zu müssen – auch wenn man dank des Verhandlungsgeschicks von Kämmerer Josef Buchner davon bislang verschont geblieben sei. „Wir investieren heuer rund vier Millionen Euro in wichtige Bereiche“, kündigte der Rathauschef bei der Haushaltsberatung am Dienstag an. Mit den höchsten Ausgaben rechnet Holz bei der Generalsanierung der gemeindlichen Kindertagesstätte (rund 1,1 Millionen Euro). Eine weitere Million Euro ist für Baumaßnahmen zur Nachnutzung des ehemaligen Verstärkeramts eingestellt, wo rund 20 Wohnungen entstehen und der gemeindliche Bauhof untergebracht werden sollen. Für den Neubau des Fuß- und Radweges Ried-Pessenbach sowie für die Fertigstellung der Asphaltdeckschicht im Gewerbegebiet Pessenbach sind weitere 640.000 Euro vorgesehen. Beim Ausbau der Breitbandversorgung nimmt die Kommune nochmals 310.000 Euro in die Hand.

Um die geplanten Investitionen stemmen zu können, plant der Bürgermeister eine Rücklagenentnahme von fast 780 000 Euro und eine Kreditaufnahme von 1,8 Millionen Euro. Die Rücklagen schmelzen damit von 1,4 Millionen auf 630 000 Euro. Die Schulden klettern von 2,8 auf rund vier Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt somit auf 978 Euro. Der Landesdurchschnitt für vergleichbare Gemeinden betrug zuletzt 978 Euro. Auch wenn eigentlich der Schuldenabbau im Vordergrund stehen sollte, so ist es nach Überzeugung des Kochler Bürgermeisters dennoch sinnvoll, „in der momentane Niedrigzinsphase“ Darlehen aufzunehmen, um in die Zukunft zu investieren.

Bestärkt sieht sich Holz durch die bemerkenswert steigende Steuerkraft der Gemeinde, auch wenn dies mit einem Pferdefuß verbunden sei: Kochel muss deshalb heuer 2,1 Millionen Kreisumlage abführen. Im Vorjahr waren es nur 1,8 Millionen Euro. Erfreulich für die Steuerzahler ist, dass die Hebesätze für die Grundsteuern A und B sowie für die Gewerbesteuer unverändert bleiben.

Dass der – einstimmig beschlossene – Haushalt 2018 auf soliden Füßen steht, lässt sich laut Rathauschef an der Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt ablesen. „Das ist eine wichtige Messzahl.“ Heuer ist die Zuführung mit knapp 820 000 Euro angesetzt, freut sich der Bürgermeister. „Der Betrag liegt damit rund eine halbe Million Euro über der gesetzlichen Mindestzuführung.“

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