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Der Ausweichparkplatz am Walchensee soll hinter der Einfahrt neben dem weißen Schild angelegt werden.

Wegen großem Ansturm

Wegen Ansturm an Walchensee: Ausflügler sollen auf Hubschrauber-Landeplatz parken

  • Alois Ostler
    vonAlois Ostler
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Endlos-Stau auf den Straßen, völlig überfüllte Parkplätze: Am Walchensee möchte die Gemeinde Kochel nun mit einer temporären Maßnahme Erleichterung schaffen.

Kochel am See/Walchensee– Endlos-Stau auf den Straßen, völlig überfüllte Parkplätze: Dieses Szenario hat die Region rund um den Walchensee heuer schon mehrmals in extremer Form belastet – und wird sich im Lauf des Sommers wohl wiederholen. Die Gemeinde Kochel am See will nun zumindest für teilweise Entlastung sorgen: mit einem neuen Ausweichparkplatz.

Die Kommune will dazu eine Fläche von den Bayerischen Staatsforsten pachten. Der Gemeinderat stimmte den Plänen zu, die Bürgermeister Thomas Holz in der jüngsten Sitzung am Dienstag vorstellte.

Das fragliche Grundstück liegt in etwa auf Höhe des Wikingerdorfs Flake auf der seeabgewandten Seite. Die Staatsforsten wollen die insgesamt 14 000 Quadratmeter große Fläche für die auf heuer begrenzte Übergangsnutzung zur Verfügung stellen. Gut 9500 Quadratmeter davon könne man als Parkfläche nutzen, sagte Holz.

Ausweichparkplatz am Walchensee war bisher Hubschrauber-Landeplatz

Als Aufwand wäre von der Gemeinde lediglich eine relativ geringe Pachtzahlung, die Herstellung einer befestigten Zufahrt und von sogenannten Park-Leitplanken sowie die Anbringung einer etwaigen Beschilderung zu leisten, hieß es in der Sitzungsvorlage. „Wie und in welcher Form dieser Ausweichparkplatz bewirtschaftet wird, soll in einem Gespräch mit den weiteren Parkplatzbetreibern im Nachgang zur Sitzung eruiert werden“, sagte der Bürgermeister. Ab wann die Fläche genutzt werden könne und wie viele Autos dort Platz haben, kann man laut Holz noch nicht abschätzen. Ihm schweben einheitliche Gebühren vor, die auch auf den beiden anderen Großparkplätzen an der Herzogstandbahn sowie auf dem Gelände eines privaten Grundstücksbesitzers erhoben werden sollen.

Der geplante Ausweichparkplatz wird bisher als Hubschrauberlandeplatz genutzt, wenn schnelle Hilfe nach einem Unfall am oder im Walchensee erforderlich ist, sagte der Bürgermeister. Bei einer Vorbesprechung im gemeindlichen Bauausschuss gab es deshalb Überlegungen, den Rettungshubschrauber künftig auf dem Fußballplatz landen zu lassen.

Jachenau als Vorbild für Parkplatz am Walchensee

Der Walchenseer Gemeinderat Frank Sommerschuh regte in der Diskussion an, die Gemeinde solle Parkautomaten anschaffen und den Stellplatz selbst bewirtschaften. Das sei nicht möglich, weil die Lieferzeiten für Automaten derzeit rund acht Wochen betragen, erwiderte Holz. „Dann ist die Badesaison schon wieder rum.“ Die von Sommerschuh angeregte Höhenkontrollen, die Camper und Wohnmobile aussperren sollen, will der Bürgermeister in das Konzept aufnehmen.

Als Vorbild diente gewissermaßen eine Wiese, die die Gemeinde Jachenau in den Pfingstferien für die Ausflügler-Autos ausgewiesen hat. Gemeinde und Polizei haben laut Holz diesen Versuch „sehr positiv und als zielführende temporäre Überbrückung bis zur Fertigstellung der geplanten Parkplätze bewertet“. Damit sei Druck aus den bewohnten Gebieten in der Ortschaft genommen worden.

Gleichzeitig hat die Gemeinde Jachenau kürzlich beschlossen, die Parkgebühr auf den Wanderparkplätzen zu verdoppeln.

Um über die Naturschutzregeln vor Ort aufzuklären, haben unterdessen am Montag die Walchensee-Ranger ihren Dienst angetreten. 

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