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Eine Bauruine soll Hotelkomplex werden: Das frühere Verdi-Heim in Kochel am See hat den Besitzer gewechselt. 

Hotelpläne

Straubinger Tiger kauft Verdi-Gelände

Kochel am See – Also doch: Vier Jahre, nachdem Bert Bleicher das Verdi-Areal am Kochelsee erworben hat, hat er es weiterverkauft. Neuer Besitzer ist die „Kochel Grundbesitz GmbH“ mit Sitz in Straubing. Dahinter steht ein „Selfmademan“ aus Straubing, Thomas Gerl.

„Nein“, sagt Bleicher auf die Frage, ob es sich nur um ein Spekulationsobjekt gehandelt habe. Er habe 2011 ein „wunderschönes Stück Land“ erworben. Aber er habe derzeit so viele andere Projekte laufen, dass er sich nicht um das ehemalige Gewerkschaftshaus habe kümmern können. „Kochel geht nicht nebenbei.“ Beim Verkauf sei er, sagt er treuherzig, „bei Vollkostenbetrachtung plusminus Null herausgekommen“. Der Kaufpreis betrug seinerzeit kolportierte 2,4 Millionen Euro.

Bleicher hat in den vier Jahren auch mit einigen Hotelinvestoren gesprochen. Der Standort habe doch einige Mankos. Es sei zweifelhaft, ob man den nötigen Auslastungsgrad von 65 bis 70 Prozent erreichen könne. Es sei leider kein Skigebiet. Bleicher spricht auch von einem „sehr schattigen Platz“. Fazit: Ein Seminarhotel sei schon machbar, man müsse aber viel Energie hineinstecken.

Mit der Erkenntnis ist er nicht so weit weg von Thomas Gerl, dem Geschäftsführer der „Kochel Grundbesitz GmbH“, die seit Ende 2015 Besitzer der Immobilie ist. Der Bauträger aus Straubing steht gar nicht gerne im Vordergrund. Er sagt aber auch, „dass der Platz gut ist und mir auf Anhieb gefallen hat. Da kann man was draus machen.“ Und Gerl weiß, wovon er spricht. Er hat mit seinem Unternehmen Gerl & Vilsmeier das frühere Offizierscasino in Straubing zum einem Tophotel („Asam“) umgebaut. „Aushängeschild“ sagen Straubinger dazu. Und er hat – die Gemeinde Kochel wird das gerne hören – schon öfters mit der Stadt zusammengearbeitet. „So ist es“, sagt der Sprecher im Rathaus Straubing, Richard Bachmeier. Er beschreibt Gerl als „emsigen Bauträger“, mit dem die Zusammenarbeit „sehr gut“ gewesen sei. Man habe eine Handvoll Projekte, zum Beispiel das „Stadtcafé“ nahe dem Marktplatz, gemeinsam realisiert. Und „das Stadtcafé brummt“, wie Straubinger Bürger verraten. Gerl, der sich aus kleinen Verhältnissen hochgearbeitet hat, ist auch in der Eishockeyszene kein Unbekannter. Er ist Gesellschafter der „Straubing Tigers“. Der Kochelsee sei zwar nicht der Tegernsee, sagt „der Tiger im Zweiseenland“. Aber das Wasser, das Marc-Museum, und Trimini seien schon sehr attraktiv. Beim Spagat zwischen Seminar- und Freizeithotel müsse man halt das richtige Produkt entwickeln. „In Straubing haben wir das auch gemacht.“ Er freue sich jedenfalls auf die Aufgabe.

Und was sagt die Gemeinde Kochel zum Eigentümerwechsel? Bürgermeister Thomas Holz schaut erst einmal zurück auf eine „Hängepartie“ mit dem früheren Eigner Bert Bleicher. Der habe seine Pläne nicht durchgeführt, das wolle er nicht kommentieren. „Aber wir haben viel Zeit verloren.“ Insofern sei der Besitzerwechsel „ein Neubeginn“. Gar zu euphorisch will Holz noch nicht in die Zukunft schauen: „Warten wir ab, was die neuen Eigentümer vorhaben.“ Sie hätten sich schon bei ihm vorgestellt, wollten aber erst in die Öffentlichkeit gehen, wenn sie ihre Pläne entwickelt hätten. An der „Seestuben“-Planung am Fuß des 1,4 Hektar großen Areals ändert sich übrigens vorerst nichts. Die Gemeinde stellt einen Bebauungsplan auf und will das eng mit dem Verdi-Projekt abstimmen.

Gemeinderat

Der Immobilien-Verkauf ist auch Thema in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am Dienstag, 23. Februar, um 19 Uhr im Rathaus.

Christoph Schnitzer

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