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Nichts geht mehr: Ob im Sommer oder Winter – auf den Kochler Zufahrtsstraßen stauen sich die Autos.

Kochel will nicht im Verkehr ersticken

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Die zunehmende Verkehrsbelastung macht der Gemeinde Kochel zu schaffen. Volle Straßen und immer mehr Staus nerven die einheimischen Autofahrer. Bürgermeister Thomas Holz drängt darauf, dass der Autoverkehr in geregelte Bahnen kommt.

Kochel am See – Der Verkehr ist in und um Kochel zu einem leidigen Thema geworden. An immer mehr Wochenenden erleben die Einheimischen, was es bedeutet, wenn die Straßen voll sind. Der Kochler Bürgermeister Thomas Holz wird nicht müde, auf die verstopften Straßen hinzuweisen. Er will, dass „die Belastung unseres Gemeindegebiets durch den Straßenverkehr wieder auf ein erträgliches Maß zurückgeführt wird“.

Bereits in der Kochler Bürgerversammlung hatte Holz mit Nachdruck gefordert, „den Ansturm in geregelte und vor allem für die Menschen hier vor Ort erträgliche Bahnen zu lenken“. Dafür sei man auf die Hilfe der übergeordneten Behörden angewiesen – angefangen vom Landratsamt über das Staatliche Bauamt bis hin zur Polizei und zum bayerischen Verkehrsministerium.

Nach mehrfachen Schreiben hat der Bürgermeister schon Zusagen erhalten. Als ersten Etappensieg wertet er die Zusage des Staatlichen Bauamts, das eine Untersuchung des Knotenpunkts an der Kreuzung der Bundesstraße 11 und der Staatsstraße 2062 in Auftrag gegeben hat. Ein renommiertes Ingenieurbüro habe bereits festgestellt, dass dieser Knotenpunkt, die sogenannte Blessingkurve, vor allem an den typischen verkehrsintensiven Tagen überlastet ist und daher Handlungsbedarf bestehe. Momentan werde hier nicht weitergearbeitet. Das liege daran, dass die Fachbehörden die Ergebnisse der Untersuchungen abwarten wollen, um sie in die Planungen für das Walchensee-Konzept aufzunehmen. Es soll zur Richtschnur für künftige Planungen werden. In der ersten Jahreshälfte sollen Lösungsansätze gefunden werden.

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Beim Fischessen der Kochler CSU thematisierte Holz kürzlich erneut den Verkehrskollaps. Bedingt durch das stetige Wachstum der Landeshauptstadt München werde man noch länger mit dem Problem zu kämpfen haben, sagt er. „Da die Bauträger mit schönen Bildern mit Blick aufs Alpenvorland werben, meinen wohl viele Käufer, dass sie mit dem teuren Wohnraum unsere schöne Gegend quasi gleich als ihre Terrasse mitgekauft haben“, so Holz. Zumindest lasse das rücksichtslose Verhalten vieler Tagesausflügler aus dem Großraum München diese Vermutung zu.

Da der Zustrom wohl noch zunehmen werde und man nicht einfach eine Schranke in Einsiedl, Ried und an der Loisachbrücke anbringen könne, ist für Holz ein wichtiger Baustein ein attraktiver und zuverlässiger Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV). Deshalb habe die Gemeinde schon viel in dieser Hinsicht unternommen: Neben den Freifahrten auf den RVO-Linien mit der Zwei-Seen-Land-Gästekarte wurden mehr Busse im Sommer in Richtung Walchensee eingesetzt sowie eine bessere Anbindung der Busse an die Ankunftszeiten der Züge umgesetzt.

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Ein weiterer wichtiger Baustein ist für den Bürgermeister auch die Verbundraumerweiterung des MVV auf den gesamten Tölzer Landkreis: „So erhalten wir ein einheitliches Tarifsystem mit günstigeren Preisen und damit ein noch attraktiveres Angebot.“ Entscheidend sei, dass auch der Landkreis Weilheim-Schongau mit „im Boot“ ist, da die Kochelseebahn auch in Penzberg, Iffeldorf, Seeshaupt und Bernried hält: „Ich hoffe, dass auch dort die Zeichen der Zeit erkannt werden.“ Laut Holz besteht nämlich jetzt die einmalige Chance, mit Unterstützung der Staatsregierung diese Verbundraumerweiterung auf den Weg zu bringen: „Das muss genutzt werden.“

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