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Auf diesem Seegrundstück in Altjoch soll das Hotelprojekt mit den sogenannten Erd-Lodges entstehen.

Geplantes Hotel am Seeufer

Kochel will Sorgen in Altjoch ernst nehmen

  • Alois Ostler
    vonAlois Ostler
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„Die Hotel-Idee in Altjoch steckt noch in einem frühen Stadium.“ Darauf hat der Kochler Bürgermeister Thomas Holz in der Gemeinderatssitzung am Dienstag hingewiesen.

Kochel am See Das touristische Projekt war in der vergangenen Woche bei einer Anliegerversammlung vorgestellt worden – und auf viel Widerstand gestoßen. Er habe inzwischen mit vielen Bürgern des Ortsteils gesprochen, sagte der Rathauschef. „Ich verstehe die ablehnende Haltung und Sorgen der Bürger. Die müssen ernst genommen werden“, versicherte Holz.

Deshalb habe er den Dialog mit der Gemeinde angeboten: „Man sollte vor allem miteinander sprechen und nicht übereinander.“ Die Information über die Idee selbst könne aber nur durch den Grundstückseigentümer erfolgen, so Holz. Er habe deshalb den Münchner Unternehmer Rainer Beck aufgefordert, die betroffenen Nachbarn sehr zeitnah umfassend zu informieren: „Auf diese frühzeitige Einbindung lege ich besonderen Wert.“ Zu den Details der Hotel-Idee könne und wolle er sich öffentlich nicht äußern: „Auch das ist Sache des Eigentümers.“

In einer Stellungnahme am Ende des öffentlichen Teils der Gemeinderatssitzung gab der Bürgermeister folgenden Sachstand bekannt: Der Eigentümer des rund 26 000 Quadratmeter großen Grundstücks ist demnach auf die Gemeinde zugekommen, und zwar mit der Idee, das Gelände touristisch zu nutzen. Nach einem Gespräch im Rathaus habe sich zunächst der zuständige Tourismus-, Freizeit- und Erholungsausschuss mit der Thematik be-fasst, um laut Holz zu eruieren, „ob die Idee überhaupt weiterverfolgt werden soll“. Der Ausschuss habe daraufhin festgelegt, dass diese Pläne dem gesamten Gemeinderat vorgestellt werden sollen. „Schon zu diesem frühen Zeitpunkt habe ich den Grundstückseigentümer eindringlich gebeten, die Anwohner zu informieren“, sagte der Bürgermeister.

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In diesem Zusammenhang betonte er besonders, dass nicht die Gemeinde, sondern der Grundstückseigentümer der mögliche spätere Projektträger für das Hotel wäre: „Genau das unterscheidet die Situation ganz wesentlich von den Überlegungen von vor rund 20 Jahren, ein Gewerbegebiet in Altjoch anzusiedeln.“ Damals seien die Planungen von der Gemeinde ausgegangen, da dringend Flächen für Gewerbetreibende gesucht wurden.

Für die nun diskutierte Hotel-Idee sei einzig und allein der Investor verantwortlich. Das gelte auch für die Kommunikation der Gedankenspiele, wie bei deren Vorstellung vor den Anwohnern oder vor dem Gemeinderat. „Genauso wie es nun ausschließlich in der Hand des Grundeigentümers liegt, wie die Idee weiterverfolgt und ob ein formelles Verfahren zur notwendigen Änderung der Bauleitplanung angestoßen werden soll“, sagte Holz.

Der Rathauschef sieht die Gemeinde in einer neutralen Position: Eine Bewertung der Risiken oder Chancen der Hotel-Idee sei aufgrund fehlender Grundlagen noch nicht möglich.

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