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600 Liter Heizöl fließen in den Kochelsee: Behörde mit erster Einschätzung über Umweltschäden

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Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

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Es wird versucht, genauer einzugrenzen, wo das Öl in den See läuft.
Es wird versucht, genauer einzugrenzen, wo das Öl in den See läuft. © Feuerwehr Kochel

Ein Ölfilm breitete sich am Samstag auf dem Kochelsee aus. Etwa 600 Liter Heizöl aus dem „Trimini“ sind ins Erdreich gesickert und weiter in den See.

Update vom 27. September, 15.11 Uhr: Kochel am See - Gute Nachrichten vom Kochelsee: Nach jetziger Einschätzung „ist an der Zoologie kein Schaden zu beobachten“, sagt Katrin Knief, Fachbereichsleiterin technische Gewässeraufsicht am Weilheimer Wasserwirtschaftsamt. In ihre Zuständigkeit fallen Schadensfälle wie der am Kochelsee. Dort war wie berichtet Heizöl aus dem Trimini ins Erdreich gesickert und von dort auch ins Wasser gelangt. Allerdings handele es sich nicht um eine dicke Schicht, die Tieren gefährlich werden kann, sondern in erster Linie um Schlieren, die durch Wind und Wellen weitergetrieben worden seien, so Knief. Der größere Schaden befinde sich wohl im Erdreich.

„Glücklich sind wir natürlich nicht“, sagt das Wasserwirtschaftsamt

Betroffen sei zudem in erster Linie der gut erreichbare Badebereich vor dem Trimini, nicht der deutlich schlechter zugängliche Schilfgürtel. „Glücklich sind wir natürlich trotzdem nicht“, sagt Knief auf Anfrage.

Öltücher oder ein Skimmer sollen den Schadstoff aus dem See holen

Nun wird mit Hilfe der Feuerwehr Kochel und deren Ölsperren versucht, genau zu lokalisieren, wo das Öl ins Wasser gelangt. Außerdem geht es darum, die Rückstände aus dem See zu bekommen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon sind Öltücher, die auf der Wasseroberfläche schwimmen, den Schadstoff aufsaugen und dann abgesammelt werden, wie die Fachbereichsleiterin erklärt. Eingebracht werden könnte aber auch ein Skimmer, der das Wasser ansaugt und das Öl herausfiltert.

Update vom 26. September: Kochel am See - Wie groß ist der Schaden, den das Heizöl angerichtet hat, das aus dem Trimini ins Erdreich und in den Kochelsee gesickert ist? Ein Bild vor Ort machten sich am Montag Vertreter von Landratsamt, Wasserwirtschaftsamt, Gemeinde und auch Feuerwehr. „Momentan geht man von 600 Litern Heizöl aus, die ins Erdreich gelangt sind“, sagt Marlis Peischer, Pressesprecherin des Landratsamts, auf Anfrage. Wie viel davon weiter in den See lief, ist derzeit noch unklar. Auf etwa 1000 Quadratmetern Seefläche habe sich ein schillernder Film gebildet, so Peischer.

Einsatz am Kochelsee: Feuerwehr versucht Öl im See zu binden

Um die Eindämmung des Öls kümmert sich bereits seit Samstag die Freiwillige Feuerwehr Kochel. Der mit einer schwimmden Ölsperre abgetrennte Seebereich sei nun „in zwei Kammern aufgeteilt“ worden, schildert Kommandant Hubert Resenberger. Durch immer weitere Begrenzung wolle man genau herausfinden, wo konkret das Öl in den See sickert. „Zudem bringen wir verschiedene Materialien ein, um das Öl zu binden“, sagt Resenberger.

Wassersportler sollen gebührenden Abstand zur Ölsperre halten

In den kommenden Tagen werden nun Sachverständige klären müssen, in welchem Umfang und wie konkret der Schaden saniert werden muss.

Der Kochelsee ist für Wassersportler nicht gesperrt. Allerdings sind alle Nutzer laut Peischer aufgefordert, einigen Abstand zu der Ölsperre der Feuerwehr im Bereich des Triminis zu halten.

Die Feuerwehr Kochel legte Ölsperren auf dem See und versuchte einen Teil des Öls zu binden.
Die Feuerwehr Kochel legte Ölsperren auf dem See und versuchte einen Teil des Öls zu binden. © Feuerwehr Kochel am See

Die ursprüngliche Meldung vom 25. September: Kochel am See – Auf den Einsatzbildern der Kochler Feuerwehr ist es nicht zu übersehen: Ein schillernder Film schwimmt auf der Wasseroberfläche des Kochelsees. „Man hat die Schlieren gesehen und das Öl auch gerochen“, sagt Bürgermeister Thomas Holz, der am Samstag an der Einsatzstelle war.

Feuerwehreinsatz am Kochelsee: 250 Meter lange Ölsperre aufgebaut

Um 11.10 Uhr war die Freiwillige Feuerwehr alarmiert worden. Etwa 20 ehrenamtliche Einsatzkräfte rückten laut Kommandant Hubert Resenberger aus, um eine schwimmende, etwa 250 Meter lange Ölsperre auf dem See zu legen. Weil das Material der Kochler nicht reichte, gab es Unterstützung von der Feuerwehr Tegernsee. Zudem wurde versucht, das Öl auf dem Wasser zu binden. Das ganze Wochenende kontrollierte die Feuerwehr die Sperren, um sie auch bei Wind und Strömung an der richtigen Stelle zu halten.

Ein schillernder Ölfilm war am Samstag auf dem Kochelsee zu sehen.
Ein schillernder Ölfilm war am Samstag auf dem Kochelsee zu sehen. © Feuerwehr Kochel

Zu dem Schaden war es laut Polizeipräsidium Oberbayern Süd irgendwann zwischen Donnerstag und Samstag gekommen. Am 22. September jedenfalls gab es eine Heizöllieferung für die Kristall-Therme Trimini. „Dabei ist vermutlich eine Zuleitung kaputtgegangen“, sagt Präsidiumssprecher Stefan Sonntag auf Anfrage. Heizöl sei in einen Schacht gelaufen. Das Schwimmbad habe noch einen Experten hinzugezogen, der die Lage begutachtete. „Es wurde aber nicht davon ausgegangen, dass das Öl außerhalb des Schachts versickern könnte“, so Sonntag.

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Einsatz am Kochelsee: Heizöl aus Kristall-Therme Trimini sickert ins Erdreich

Genau das aber passierte offensichtlich. Das Öl sickerte ins Erdreich und gelangte schließlich in den See. „Von Seiten des Trimini war man wirklich sehr bemüht, das Ganze möglichst schnell einzudämmen“, sagt Bürgermeister Holz. Tatsächlich sei es wichtig gewesen, „schnell zu reagieren“, weil es am Kochelsee viele sensible Bereiche gebe, so Holz. Dort brüten, rasten und überwintern zahlreiche seltene und geschützte europäische Vogelarten wie der Haubentaucher, der Silberreiher oder die Schnatterente.

Ölfilm auf Kochelsee: Fachbehörden müssen nun sagen, wie weiter vorgegangen wird

Bereits am Wochenende machten sich auch Vertreter des Landratsamts ein Bild von der Lage vor Ort. Derzeit ist unklar, wie viel Öl versickert und in den See gelangt ist und wie umfangreich die Sanierungsarbeiten ausfallen. All das und die weiteren Maßnahmen würden die Fachbehörden ab diesem Montag untersuchen und festlegen, sagt Holz. Erst danach könne man die Höhe des entstandenen Sachschadens auch beziffern, ergänzt Polizeisprecher Sonntag.

Die Polizei Kochel am See hat aber auf jeden Fall die Ermittlungen wegen der Gewässerverunreinigung aufgenommen.

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