Symbolbild: Eine solche Baugrube lies den Kochler erahnem wieso plötzlich das Internet nicht mehr ging.
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Symbolbild: Eine solche Baugrube lies den Kochler erahnem wieso plötzlich das Internet nicht mehr ging.

Telekom verärgert Kunden 

Zoff mit Internet-Anbieter

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Wie es vielen seit Corona ergeht, so müssen auch Roland Stadler und seine Frau ihrer Arbeit von zu Hause aus nachgehen – er als Präventionsberater bei der Berufsgenossenschaft, seine Frau als Angestellte beim Jugendamt. Dies wurde ihnen und vielen Nachbarn erschwert. Sie hatten eine Woche kein Internet. 

Kochel am See – In dem Mehrfamilienhaus in Altjoch bei Kochel wohnen mehrere Parteien, die ebenfalls in systemrelevanten Berufen arbeiten. Dies wurde allen eine Woche lang enorm erschwert. Denn am 21. Mai waren plötzlich bei allen Familien sowohl das Internet als auch der Festnetzanschluss weg. Nichts ging mehr. Wie Roland Stadler berichtet, erging es vielen weiteren Nachbarn in der Umgebung gleich.

Bei einem Blick auf die Straße ahnte Stadler die Ursache für das Problem: „Keine 50 Meter von unserem Haus weg habe ich Arbeiter an einer Baugrube gesehen, bin rausgegangen und habe mich informiert, ob es einen Zusammenhang zwischen den Arbeiten und der Kappung des Internets gibt.“ Diesen Zusammenhang gab es laut den Mitarbeitern der Firma Spie, einem Subunternehmen der Telekom, auch. Auf die Frage, wieso die betroffenen Parteien nicht vorab informiert worden seien, bekam Stadler die Antwort, dass es zu aufwendig sei, 50 Parteien zu kontaktieren.

Ohne Vorwarnung wurde mehreren Menschen in Altjoch das Internet und Festnetz abgedreht 

Er versuchte daraufhin, dem Problem direkt bei der Deutschen Telekom nachzugehen. Hier ist er seit vielen Jahren Kunde und zahlt für sein Internet- und Festnetzpaket zirka 40 Euro monatlich. „Ich habe innerhalb weniger Tage zwischen 20- und 25-mal bei dem Kundenservice anrufen müssen, bis ich eine Auskunft bekommen habe“, klagt der Kochler, der insgesamt sieben Tage keinen Internetzugang hatte. „Beim letzten Telefonat wurde mir gesagt, dass es noch länger dauern würde, bis das Problem behoben werden kann“, berichtet Stadler. Wütend ergänzt er: „Als ich betont habe, wie schlimm die Lage für die Berufstätigen im Haus ist, wurde ich vom dem Mitarbeiter der Servicehotline als Korinthenkacker bezeichnet.“ Am achten Tag nach Kappung der Verbindungen funktionierte unerwarteter Weise das Internet wieder. „Auch darüber wurde niemand informiert“, beschwert sich Stadler.

Auf Anfrage unserer Zeitung gibt Telekom-Sprecher Andreas Leigers zu Protokoll: „Am 20. Mai ist eine Störung aufgetreten, die scheinbar von unserem Subunternehmen am 21. Mai behoben worden ist. Dabei wurden jedoch zwei Kabel vertauscht, weswegen die Internetverbindung bei dem Kunden weiter nicht funktionierte.“

Laut Großkonzern: „Keine Ersatzschaltung möglich“ 

Hier ist anzumerken, dass Roland Stadler und seine Nachbarn am 20. Mai noch keine Störung in der Internetverbindung hatten. Diese sei erst einen Tag später gegen Vormittag aufgetreten, berichten die Betroffenen. Dafür hat der Telekom-Sprecher keine Erklärung. „Wahrscheinlich hat der Kunde es am 20. Mai nur nicht gemerkt“, mutmaßt Leigers. Stadler berichtet weiter, die Telekom habe ihm keinerlei Ersatz oder Entschädigungen angeboten. Der Konzernsprecher ist sich sicher, dass „bei diesem Haushalt keine Ersatzschaltung möglich gewesen wäre“. Auf die Frage nach einer Entschädigung für die betroffenen Kunden beruft er sich auf den Datenschutz. Stadler selbst berichtet, bis dato noch kein entsprechendes Angebot bekommen zu haben.

Kunde wird von Telekom-Mitarbeiter als „Korinthenkacker“ beleidigt 

Zu Stadlers Aussage, er habe trotz vielfacher Kontaktaufnahme mit dem Kundenservice keine Informationen, bekommen und sei von Mitarbeitern der Hotline gar beleidigt worden, will sich der Sprecher nicht weiter äußern. Es sei „nicht Stil des Hauses, eine solche Kommunikation öffentlich auszubreiten“. Sich über den Vorfall im Kundencenter oder bei dem entsprechenden Mitarbeiter näher zu informieren, war ihm auf Nachfrage „mit Verlaub zu mühseelig“.

Roland Stadler selbst ist zwar erleichtert, wieder Internetzugang zu haben, doch auf eine Entschädigung oder Entschuldigung der Telekom wartet er bis heute vergeblich.

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