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Eine kleine Kostbarkeit bot Barbara Girgensohn an. Ob sie es wirklich übers Herz bringen würde, die Taschenuhr ihrer Oma zu verkaufen, da war sie aber doch nicht ganz sicher.  

Kochler Flohmarkt

Schatzsuche zwischen Plastik-Lavendel und röhrendem Hirsch

Schauen, stöbern, Schnäppchen jagen und dabei so manches Besondere, lange Gesuchte oder auch Wertvolle ergattern: Nirgendwo kann man das so herrlich tun wie auf einem Flohmarkt - beispielsweise in Kochel.

Kochel am See –  In der Szene der leidenschaftlichen Flohmarktgänger und -händler hat sich dabei der Markt an der Triministraße in Kochel längst etabliert. Sein Ruf reicht weit über die Region hinaus. Das konnte feststellen, wer am Wochenende entlang der aufgereihten Klapptische mit Krusch, Krimskrams und Kostbarkeiten schlenderte.

Einem Christbaum aus Plastik konnte man da ebenso begegnen wie Ölgemälden im Stuckrahmen und jeder Menge Kinderspielzeug. Verkäufer mit Kennzeichen aus allen Teilen der Republik – etwa „BO“ für Bochum – hatten hier Omas Pelzmantel neben dem Bild vom röhrenden Hirschen auf der Motorhaube drapiert. Dazwischen: ein Strauß Plastik-Lavendel und diverses Geschirr.

Freilich waren auch viele Verkäufer aus der Region gekommen. „Wir haben besonders viele aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen“, erläuterte Veranstalterin Cathy Völler. Wie viele am Samstag gekommen waren, konnte sie zwar nicht genau beziffern. In jedem Fall war der Platz nahezu voll mit Autos von Verkäufern. „Die nutzen die letzten schönen Tage aus“, befand Völler.

Zwischen fahrbaren Kleiderständern, Klapptischen und Umzugskartons voller Bücher hatte Barbara Girgensohn aus Bad Heilbrunn ihren Tapezierertisch aufgebaut. Akkurat darauf drapiert standen Gefäße verschiedenster Größen, dazwischen ein Telefon aus den 1990er- Jahren, Lampen sowie Bücher und Schuhe. „Ich fahre ganz sporadisch zu solchen Märkten“, berichtete sie. Es sei eine gute Gelegenheit, Sachen los zu werden, „die man nicht mehr braucht, aber nicht wegwerfen will“. Man habe doch viel zu viel zu Hause, findet sie. Da sei es gut, „mal Ordnung zu schaffen“.

Einen kleinen Schatz hatte sie auch mitgebracht: eine silberne Taschenuhr. „Die ist von meiner Großmutter und mindestens 100 Jahre alt.“ Die Idee, die Uhr zu verkaufen, sei ihr am Morgen „ganz spontan“ gekommen. Ob sie es wirklich übers Herz bringen würde, wusste sie am Vormittag aber noch nicht.

Seinen kleinen Schatz gefunden hatte zu der Zeit bereits Hans-Joachim Randolf. Am Stand einer gewissen Martha aus Peißenberg erstand er ein kleines Metallophon aus den 1950er-Jahren – für gerade einmal 6 Euro. „Das stelle ich mir daheim irgendwo hin“, freute sich der Ohlstädter, der leidenschaftlich alte Spielsachen sammelt und deswegen die Flohmärkte im weiten Umkreis seines Heimatortes besucht.

Verkäuferin Martha freute es, denn: „Die Rente ist klein, und da tun jede 50 Euro gut, die ich hier zusätzlich verdiene.“ Der Reinerlös aller Standgebühren vom Sonntag kam übrigens einem gemeinnützigen Zweck innerhalb der Gemeinde Kochel zugute. Wie Völler auf Nachfrage sagte, wurden 720 Euro an den Kegelclub gespendet. Franziska Seliger

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