Mitglieder der Landeshauptmannschaft und die Gauhauptleute bei einem Corona-Bittgang nach Maria Birkenstein im Oktober.
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Mitglieder der Landeshauptmannschaft und die Gauhauptleute bei einem Corona-Bittgang nach Maria Birkenstein im Oktober.

Historische Bauerngruppe aus Kochel

Kochler Gebirgsschützen legen Jahresbericht in Schriftform vor: Kritik an Freiluft-Markt am Seeufer

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Mangels Veranstaltungsmöglichkeit hat die Gebirgsschützenkompanie (GSK) „Historische Bauerngruppe Kochel“ ihren Jahresbericht in Schriftform vorgelegt.

Kochel am See - Die Vorstandschaft bedauert sehr, dass zahlreiche Treffen mit religiösem Charakter – etwa der Patronatstag in Königsdorf – im vergangenen Jahr nicht stattfinden konnten. „Es ist auf Dauer unerträglich, Kranke nicht besuchen zu dürfen und Toten nicht die zustehende Ehre erweisen zu können“, heißt es darin unter anderem.

Landeshauptmann Martin Haberfellner spricht den Kameraden aber Mut zu: „Bei allem gebotenem Respekt vor den von dem Virus ausgehenden Gefahren sollten wir uns von den apokalyptischen Bedrohungsszenarien nicht niederdrücken lassen“, schreibt der Kochler. Die große Stärke der Gebirgsschützen sei „die Beständigkeit, verbunden mit der Fähigkeit, Krisen zu meistern und durchzustehen“, so Haberfellner weiter. „Wir werden auch 2021 Einschränkungen im täglichen Leben hinnehmen müssen. Aber wir wollen an unserer Tradition festhalten und sie im Rahmen der Möglichkeiten mit Leben erfüllen.“

„Gebirgsschützen werden die Krise meistern“

Die außergewöhnliche Absage des Patronatstags wird übrigens in einem Bildband festgehalten. Am höchsten Feiertag der Gebirgsschützen wurden am 3. Mai 2020 die Standarte und die Fahne in den jeweiligen Kirchen aufgestellt, so auch in Kochel. Ein speziell verfasstes Gebet wurde von Pfarrer Pater Heiner Heim gesprochen. Der Festtag hätte eigentlich in Königsdorf stattfinden sollen. Um die dortige Kompanie, die schon zahlreiche Ausgaben getätigt hatte, zu unterstützen, kauften die Kochler 120 Festzeichen ab. „Die Kompaniemitglieder zahlten dafür großzügige Preise“, berichtet Kassier Ronald Meisel.

Den Finanzbericht schrieb er „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“: Mit fast 14 000 Euro hat die GSK Kochel nun ein gutes Polster auf dem Konto, denn in 2020 schlugen kaum Ausgaben zu Buche. Vor allem der Stand auf dem Christkindlmarkt 2019 erwies sich für die Gebirgsschützen als ein Segen. Hier seien die Erlöse höher als beim Gartenfest, welches wetterbedingt nicht immer stattfinden könne, so der Kassenwart. Deshalb werde der Christkindlmarkt künftig „eine wichtige Rolle spielen“.

Die außergewöhnliche Absage des Patronatstags wird in Bildband festgehalten

Der Jahrtag der GSK wurde Mitte Oktober, also zu Beginn der zweiten Corona-Welle, von acht Kameraden mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche gefeiert. Mehr Teilnehmer waren, trotz eines vorgelegten Hygienekonzepts, nicht zugelassen worden. So ganz habe man die Entscheidung des Tölzer Landratsamts nicht nachvollziehen können, heißt es in dem Jahresbericht: „Unser Unmut über diese Entscheidung ist umso größer, wenn man fast zur gleichen Zeit einen Markt auf der See-Promenade in wesentlich größerem Umfang genehmigt“, so Meisel.

Die GSK hat treue Mitglieder. Seit 50 Jahren ist Altbürgermeister Werner Englert aktiv dabei. Er wird die Bundesmedaille am weißblauen Band in Gold erhalten. Diese Auszeichnung in Silber – da seit 40 Jahren aktiv – werden Eugen Cremer und Gerd Kleemann erhalten. Es ist aber noch offen, wann die Ehrungen vorgenommen werden können. In dem Bericht finden die Mitglieder auch den aktuellen Sachstand zum Thema Waffenrecht. Das dritte Änderungsgesetz trat im Herbst 2020 in Kraft (wir berichteten überregional).

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