Einheimische und Bewohner von Grainau protestieren gegen das steigende Verkehrsaufkommen und das wachsende Müllproblem. Unter dem gleichen Motto „Ausbremst is!“ gehen am kommenden Samstag, 22. August, die Kochler auf die Straße. Foto: DPA
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Anfang August protestierten Einheimische und Bewohner von Grainau gegen das steigende Verkehrsaufkommen und das wachsende Müllproblem. Unter dem gleichen Motto „Ausbremst is!“ gehen am kommenden Samstag, 22. August, die Kochler auf die Straße.

Demonstration für die Verkehrswende

Verkehrskollaps im Oberland: Kochler gehen am Samstag auf die Straße

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Auch die Bürger der Gemeinde Kochel machen jetzt mobil: An diesem Samstag gehen sie im Rahmen der „Ausbremst is“-Demo-Tour auf die Straße. Zahlreiche Plakate werden derzeit gebastelt. Auch Bürger aus umliegenden Gemeinden werden erwartet. Start ist um 10 Uhr am Trimini-Parkplatz.

  • Nach Grainau: Auch die Einwohner Kochels demonstrieren gegen das hohe Verkehrsaufkommen durch Tagesausflügler.
  • Teilnehmer aus umliegenden Gemeinden erwartet.
  • Ortsdurchfahrt gesperrt.

Update vom 22. August: Verkehrschaos, Müllberge und Lärmbelästigung: Am Samstag gingen mehrere hundert Bürger der Gemeinde Kochel am See auf die Straße, um im Rahmen der „Ausbremst is!“-Demo-Tour gegen den immensen Ausflugsverkehr in ihrer Heimat zu demonstrieren.

Verkehrskollaps im Oberland: Kochler gehen am Samstag auf die Straße

Erstmeldung vom 19. August: Kochel am See – Wie viele Teilnehmer am Samstag kommen werden, kann Sebastian Salvamoser (28), neuer Vorsitzender des SPD-Ortsverbands und Organisator der Demo, nur schwer abschätzen. „Das hängt sicherlich auch vom Wetter ab. Einige Leute werden sich kurzfristig entscheiden.“ Bislang habe er viele gute Rückmeldungen erhalten. Kommen werden auch Bürger aus Walchensee, und auch aus Ried werden Teilnehmer erwartet, vielleicht sogar auch aus den umliegenden Gemeinden.

Salvamoser bittet alle, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Trimini-Parkplatz zu kommen. Das werden übrigens auch die Unterstützer aus Garmisch-Partenkirchen und Seeshaupt machen, die sich wie berichtet auch an der „Ausbremst is“-Aktion beteiligen. Start ist am Samstag um 10 Uhr am Trimini-Parkplatz. Die Idee, sich zeitgleich auch am Bahnhof zu treffen, wurde aus organisatorischen Gründen verworfen. Alle Teilnehmer werden gebeten, Mund-Nasen-Schutz zu tragen und sich an die Abstandsregeln zu halten. Man wolle versuchen, die Teilnehmer in einer Liste zu erfassen, um im Falle eines Corona-Ausbruchs die Infektionsketten nachvollziehen zu können.

Rede mit Forderungen der Demonstranten

Salvamoser wird auf dem Parkplatz eine kurze Rede halten mit den Forderungen der Demonstranten. Dann geht es zu Fuß mit Plakaten und Bannern auf der Staatsstraße 2062 zur „Blessing-Kurve“ in der Ortsmitte und dann weiter auf der B11 bis zur Heimatbühne. Die Ortsdurchfahrt wird gesperrt, die Polizei Kochel wird den Zug begleiten.

Wie schon berichtet, haben die Teilnehmer verschiedene Forderungen: So soll der Autoverkehr reduziert werden, indem Info-Tafeln bereits an der Autobahn auf Überlastung und Stau hinweisen. An der „Blessing-Kurve“ soll ein Kreisverkehr oder eine Ampel errichtet werden. Zudem werden Maßnahmen zum Lärmschutz gefordert, etwa Geschwindigkeitsbegrenzungen entlang der B11, Verkehrsinseln und Fußgängerüberwege an gefährlichen Stellen. Die Demonstranten fordern auch markierte Schutzstreifen für Fahrradfahrer und den Ausbau der Alten Kesselbergstraße als Radweg Richtung Walchensee. Sie wünschen sich auch bessere Angebote für Bus und Bahn, vor allem zu den Hauptverkehrszeiten, einen Pendelbus am Walchensee-Südufer und einen Ortsbus zwischen Kochel und den Ortsteilen.

Salvamoser betont, dass ein Miteinander von Einheimischen und Gästen sehr wichtig sei, und dass es nicht darum gehe, Tagesausflügler zu vergraulen. Derzeit, so hat man jedoch den Eindruck, ist die Situation allerdings kurz vor dem Kippen. Welche Ideen hat Salvamoser für eine kurzfristige Entspannung? „Der Verkehr rollt schon ab 6, 7 Uhr morgens durch Kochel, weil die Ausflügler wissen, dass es hier schnell voll wird“, weiß der 28-Jährige. Er hofft, dass sich mehr Menschen dazu bewegen lassen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln und/oder mit dem Fahrrad anzureisen. „Ich appelliere auch an alle, ihren Müll wieder mitzunehmen, die Anwohnerstraßen nicht zuzuparken und die Rettungswege freizuhalten.“

Polizeibeamte aus Kochel und aus München werden die Teilnehmer am Samstag begleiten und die Straßen des Zugs sperren, geplant ist bis zirka 11.30 Uhr.

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