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Tabletten aus Amphetamin-Pulver: Das Medikament dient vielen Alkoholkranken als Beruhigungsmittel. 

Hohe Geldstrafe

Kochler vor Gericht: Teure Beruhigungsmittel

Kochel am See - Ein Kochler (31) kaufte Amphetamine im Internet – und musste nun teuer dafür bezahlen. Das  Amtsgericht verurteilte ihn zu 18 200 Euro Geldstrafe.

Der Mann glaubte, einen sicheren Weg gefunden zu haben, um sich Drogen zu beschaffen. Er orderte Amphetamine im sogenannten Darknet. Achtmal ging es gut, dann fing die Polizei eine Paketsendung an den 31 Jahre alten Kochler ab. Der musste sich nun wegen unerlaubtem Erwerb von Betäubungsmitteln vor Gericht verantworten. Er wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 18 200 Euro verurteilt.

Im Strafbefehl, der gegen den 31-Jährigen erlassen worden war, summierte sich die Strafe noch auf 25 200 Euro (360 Tagessätze zu je 70 Euro). „Das ist viel zu hoch. Das ist fast ein Netto-Jahreslohn“, rechtfertigte der Angeklagte seinen Einspruch gegen den Strafbefehl. Die Einkäufe als solche hatte er schon früh bei der Polizei gestanden. Ende 2014 hatte der nach eigenen Angaben „schwere Alkoholiker“ einen Entzug gemacht. Das ging eine Weile gut. „Aber irgendwann war der Stress in der Arbeit so groß, dass ich einen Ausgleich brauchte“, begründete der Mann, warum er sich den Drogen zuwandte. „Ich habe mich bewusst dafür entschieden, weil ich wusste dass es nicht abhängig macht“, erklärte er seine Produktwahl. Er hatte gehofft, im Darknet nicht erwischt zu werden.

Das Darknet ist ein Bereich des Internets, in dem man anonym surfen kann und unsichtbar bleibt, weil der Datenaustausch verschlüsselt erfolgt und die Verbindungsdaten anonym gehalten werden. Nach Auffassung der Staatsanwältin lasse dies auf eine hohe kriminelle Energie beim Beschuldigten schließen. Sie blieb deshalb beim Strafmaß, wie im Strafbefehl aufgeführt. „Ich weiß, dass es absolut falsch war, und ich werde so was auch nicht wieder machen“, beteuerte der Angeklagte.

Richter Helmut Berger wertete das umfassende Geständnis und die Alkoholkrankheit des Angeklagten als strafmildernd. Er reduzierte die Strafe auf 260 Tagessätze à 70 Euro.Rudi Stallein

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