+
Das Herzstück des Kinos: Der digitale Projektor, hier bedient von Steffen Wendler.

Kochler Kinoverein feiert Geburtstag

Vorhang auf, Film ab – seit 20 Jahren

  • schließen

Kochel am See - Das Kino in Kochel feiert im Januar 20-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Für alle eine Nische“ werden seit 1997 ausgewählte Filme geboten, immer wieder begleitet von Sonderveranstaltungen. Ohne das Engagement von Ehrenamtlichen wäre das alles nicht möglich.

Gut 20 Jahre ist es her, da saßen eingefleischte Filmliebhaber in dicker Winterkleidung auf Kino-Klappstühlen mit Cordbezug. Sie wollten testen, ob der alte Projektor des acht Jahre zuvor stillgelegten Kinos noch funktionierte. Er tat es. Und somit fiel der Startschuss für zahlreiche Renovierungsarbeiten.

„Denn das Kino in Kochel hat Tradition“, berichtet Christine Huber, Schriftführerin des Kinovereins. Seit den 1930er-Jahren gab es in der Heimatbühne zuerst im großen Saal, später in den jetzigen Räumen im ersten Obergeschoss, Filmvorführungen. „Ende der 1980er-Jahre musste jedoch geschlossen werden“, sagt Huber. Grund waren die sinkenden Besucherzahlen aufgrund der neuen Mulitplex-Kinos in der Region.

Stilvoll: Die Vereinsmitglieder haben den Kinosaal in viel Eigenarbeit renoviert.

Aber einige Kochler hingen an „ihrem“ Kino. Und so begann am 17. Januar 1997 eine neue Ära. Als erster Film im „neuen“ Kino lief „Tatis Schützenfest“, ein Klassiker von Jacques Tati. Und viele weitere sollten noch folgen. Denn seit 1997 flimmern in Kochel täglich vor allem europäische Filme abseits des Mainstreams über die Bühne. Viele Streifen sind preisgekrönt.

Für Programmauswahl und Engagement hat der Kinoverein in den vergangenen Jahren immer wieder Preise geholt. Das Kino wird seit 20 Jahren von diesem Verein getragen, anfangs vom Gründungsvorstand Astrid Habeck-Schindler, Angelica Dullinger, Brunhilde Doppler und Uta Brandt. Auch die Gemeinde steht voll und ganz dahinter und unterstützt die Arbeit.

Aktuell kümmern sich mit Christine Huber noch Renate Janker, Doreen Pruntsch und Hans-Dieter Herbst darum, dass im Kinoverein alles rund läuft. Der Verein hat derzeit über 180 Mitglieder. Filmvorführung, Kiosk- und Kassendienst, Spielplanverteilung und vieles mehr wird in ehrenamtlicher Arbeit geleistet. Die Filmleihe erfolgte viele Jahre in Kooperation mit Claudia und Markus Wenzl, die das Kino in Penzberg betreiben. Seit 2012 kümmert sich Steffen Wendler darum.

Die Herausforderungen, die der Verein zu bewältigen hat, sind groß. Der Kinosaal wurde in den vergangenen 20 Jahren mehrfach in Eigenregie renoviert. „Jedes Detail ist wichtig“, sagt Huber. „Damit die Beinfreiheit stimmt, saßen zum Beispiel große Vereinsmitglieder Probe.“ Die größte Herausforderung war jedoch die Technik-Umstellung. 2013 konnte der Verein dank Spenden und zinsloser Darlehen von Mitgliedern eine digitale Anlage anschaffen. Die neue Technik ist einfacher zu bedienen und nicht mehr so störungsanfällig. „Wir müssen die schweren Filmrollen jetzt nicht kleben, aufspulen und in einen Projektor einfädeln“, sagt Huber und erinnert sich schmunzelnd: „Als wir einmal ,Der große Diktator‘ von Charlie Chaplin zeigten, ist die Filmkopie dreimal gerissen.“ Die heutigen Filme dagegen passen als Festplatten in kleine Kunststoffköfferchen – so ändern sich eben die Zeiten.

Das 20-jährige Bestehen wird am Freitag, 20. Januar, mit einem Auftritt des preisgekrönten Improvisationstheaters „Isar148“ gefeiert (Foto). Auf der Bühne schlüpfen Birgit Linner und Roland Trescher in die Rolle von schrägen und frechen Figuren. Beginn ist um 20 Uhr in der Heimatbühne. Der Eintritt kostet 10 Euro. Der Vorverkauf hat begonnen. Karten gibt es in Kochel im Kino, bei der Tourist-Info und bei Käse Jäger sowie in Penzberg im Kino und in der Buchhandlung Rolles.

Apropos: Auf Werbung vor den Hauptfilmen wird nach wie vor grundsätzlich verzichtet. „Und so manches filmische Schmankerl wird nur von einer Handvoll Besuchern in der Wohnzimmeratmosphäre des Kinoraums gesehen“, sagt Huber – getreu dem Motto „Für alle eine Nische“.

Doch im Kino muss man auch zusammenrücken, etwa, wenn zahlreiche Besucher zu den Sonderveranstaltungen kommen. Der Kochler Verein kooperiert mit dem Kreisbildungswerk Bad Tölz und dem Klostergut Schlehdorf. So war es möglich, dass 2005 Oscar-Preisträgerin Caroline Link kam, um über „Nirgendwo in Afrika“ zu berichten. Vor gut einem Jahr lud der Verein die „Clowns ohne Grenzen“ ein, es war ein gemeinsamer Abend für Flüchtlinge und den Helferkreis Asyl. Seit 2009 gastieren auf Initiative des Vereins jedes Jahr Kabarettisten in Kochel, zum Beispiel Sigi Zimmerschied, Claus von Wagner, Phillip Weber und die Well-Brüder. Auch im kommenden Winterhalbjahr sind Sonntags-Matineen geplant. Die Reihe „Kino, Kirche und Kultur“ geht in die 17. Runde.

Ein Publikumsmagnet ist jeden Sommer das Freiluftkino am Kochelsee-Ufer – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Und wenn nicht, wird charmant improvisiert. Als 2015 pünktlich zum Kartenverkauf ein Sturm losbrach, zogen die tapferen Filmfans ins Kino und „versteigerten“ kurzerhand das gespendete Essen. „Es war ein unvergesslicher Abend“, erinnert sich Huber. Nur der mobile Kino-Anhänger bereitet derzeit Sorgen. „Die Technik entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand“, sagt Huber. „Derzeit können keine aktuellen Filme mehr vorgeführt werden.“ Eine Arbeitsgruppe klärt derzeit, wie es weitergehen kann. „Das Freiluftkino liegt uns nämlich sehr am Herzen.“ Wer helfen kann, soll sich beim Verein melden. Und weitere Mitglieder sind natürlich auch willkommen.

Infos und Programm: www.kinoinkochel.de

Auch interessant

Heimatshop Winter Aktion, jetzt Rabatte von bis zu 30% sichern!

<center>Brotzeit-Brettl "Brotzeit"</center>

Brotzeit-Brettl "Brotzeit"

Brotzeit-Brettl "Brotzeit"
<center>Bayerisches Schmankerl-Memo</center>

Bayerisches Schmankerl-Memo

Bayerisches Schmankerl-Memo
<center>Rehbockgehörn mit Strass</center>

Rehbockgehörn mit Strass

Rehbockgehörn mit Strass
<center>Samt-Kropfband (breit) mit Strass-Edelweiss</center>

Samt-Kropfband (breit) mit Strass-Edelweiss

Samt-Kropfband (breit) mit Strass-Edelweiss

Meistgelesene Artikel

Hoher Sachschaden
Lenggries – Erhebliche Verkehrsbehinderungen waren die Folge eines Verkehrsunfalls, der sich am Samstag auf der Bundesstraße 13 auf Höhe Schlegldorf ereignet hat. …
Hoher Sachschaden
Atemlos durch die Nacht
Benediktbeuern - Nonstop ging es am Freitag im Post-Saal durch eine beeindruckende Faschingsnacht. Zwölf Prinzengarden präsentierten beim 1. Beira-Gardetreffen in der …
Atemlos durch die Nacht
Auch heuer sind wieder viele Zuschauer gekommen
Auch heuer sind wieder viele Zuschauer gekommen
Neue Bestmarke: 18,90 Meter
Ob der Danzer Harry heuer wieder gewinnt?? Er fährt zusammen mit Stefan Riesch, der seit 40 Jahren mitfährt. Die beiden stürzen aber nach der Schanze.
Neue Bestmarke: 18,90 Meter

Kommentare