Bild aus vergangene Zeiten: Elisabeth Jäger in ihrem ersten Milch- und Käsegeschäft.
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Bild aus vergangene Zeiten: Elisabeth Jäger in ihrem ersten Milch- und Käsegeschäft.

Nachruf auf Elisabeth Jäger

Kochler Pionierin: „Das Geschäft war ihr Lebenselixier“

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Ihr kleiner Laden in Kochel, in dem die Menschen aus dem Ort und der Region feinsten Käse und hochwertige, biologische Lebensmitteln kaufen, war Elisabeth Jägers Ein und Alles. Nun ist die beliebte Geschäftsfrau im Alter von 86 Jahren gestorben.

Kochel am See – Für ihre Familie und ihre Kunden kam der Tod von Elisabeth Jäger völlig überraschend. Denn trotz ihres Alters stand die gebürtige Arzbacherin noch bis kurz vor ihrem Tod täglich in ihrem Betrieb „Käse und Naturkost Jäger“. „Das Geschäft war ihr Antrieb, ihr Lebenselixier“, sagt Tochter Christine Jäger, die ihre Mutter bereits seit einigen Jahren im Geschäft unterstützt hatte und es nun auch fortführen wird.

Elisabeth Jäger war etwa 20 Jahre alt, als sie, die gelernte Einzelhandelskauffrau, eine Konzession für einen Laden in Kochel bekam – ein kleines Milch- und Käsegeschäft, etwa schräg gegenüber dem heutigen Laden gelegen. Zusammen mit ihrem bereits verstorbenen Mann Martin stürzte sie sich in die Arbeit, und spezialisierte sich in den 1980er-Jahren schließlich auf Produkte in Bio-Qualität.

Umstellung auf Bio-Produkte aus Überzeugung

„Meine Mutter hat diese Umstellung nie aus Profitdenken heraus gemacht, sondern immer aus Überzeugung“, erinnert sich die Tochter, die ihre Mutter für ihren damaligen Mut bewundert. Denn sich auf Lebensmittel in Bioqualität zu spezialisieren, das sei in den 1980er-Jahren schon „ein Wagnis“ gewesen.

Da es zu diesem Zeitpunkt noch kaum Anbieter von BioLebensmitteln und -Produkten gegeben habe, habe ihre Mutter weite Strecken auf sich genommen, um ihre Ware direkt bei den Anbietern zu kaufen und nach Kochel zu transportieren; etwa bei der Firma Rapunzel in Legau (Landkreis Unterallgäu).

Spezialität: Hochwertige Käsesorten

Doch Elisabeth Jägers Entscheidung war die richtige. Ihr Kundenstamm wuchs, das Geschäft zog an seinen heutigen Standort an der Bahnhofstraße um, und bekam einige Jahre später einen Erweiterungsbau, in dem die Kunden heute unter anderem Obst, Gemüse, Wein oder Pflegeprodukte in Bioqualität kaufen können. Die Spezialität von Elisabeth Jäger waren aber stets hochwertige Käsesorten. Über sie habe sich die Geschäftsfrau im Laufe der Jahre einen großen Wissensschatz angeeignet, so dass sie ihre Kunden immer bestmöglich beraten habe, sagt Margret Boedeker-Kellein, die seit vielen Jahren Stammkundin ist. Immer freundlich sei Elisabeth Jäger gewesen. „Aber sie hatte auch eine ehrliche Professionalität, mit der sie sich viel Vertrauen unter den Kunden erworben hat“, so die Kochlerin. Im Geschäft von Elisabeth Jäger, die Boedeker-Kellein als „tüchtige, aber immer ehrliche Geschäftsfrau“ bezeichnet, sei man „nicht nur als Kunde, sondern auch als Person wahrgenommen“ worden. Das habe ihr als Kundin immer gut getan.

Christine Jäger wird ihre Mutter stets als „wissbegierige“ und „nie nachtragende“ Frau in Erinnerung behalten, die ihr Leben immer so angenommen habe, wie es gerade kam. Elisabeth Jäger hinterlässt vier Kinder und sechs Enkelkinder.

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