Auch die Herzogstandbahn erleide aufgrund der Corona-Beschränkungen „maximale Einbußen“, berichtete Thomas Holz im Gemeinderat.
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Auch die Herzogstandbahn erleide aufgrund der Corona-Beschränkungen „maximale Einbußen“, berichtete Thomas Holz im Gemeinderat.

Beteiligung an neuer Kampagne

Kochler Tourismus auf Berg- und Talfahrt

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Starke Ausschläge nach oben und nach unten kennzeichneten im vergangenen Jahr die Tourismus-Statistik in Kochel und Walchensee. Das berichtete Bürgermeister Thomas Holz nun im Gemeinderat.

Kochel am See/Walchensee - Der Start ins Jahr 2020 sei „perfekt“ gewesen, doch dann habe es einen lang anhaltenden, ja dramatischen Einbruch im Frühjahr gegeben, der bis Juni dauerte. „Dann folgte ein maximal gebuchter Sommer und wieder ein Absturz zum Jahresende.“ Im Gemeindegebiet fielen die Zahlen aufgrund der monatelangen Schließungen im Frühjahr und am Jahresende auf das Niveau des Gästeaufkommens Ende der 2000er-Jahre ab, berichtete Holz den Gemeinderäten. 2020 verweilten nur knapp 50 000 Urlaubsgäste an den beiden Seen, 2019 waren es 66 000. „Das ist ein Einbruch von 24,3 Prozent“, sagte Holz. Die Übernachtungen seien jedoch nur um 13,3 Prozent zurückgegangen. Besonders betroffen war das Walchensee-Gebiet, wo unter anderem die dauerhafte Schließung von Jugendherberge und „Klösterl“ sowie die reduzierte Kapazität des Campingplatzes zu rund einem Drittel weniger Gäste führten.

Auffallend war jedoch, dass die Gäste länger in der Region blieben. „Davon profitierten die Ferienwohnungsbetriebe“, so Holz.

„Besonders desaströs“ war es März bis Mai 2020

„Mit Sicherheit“, so der Bürgermeister weiter, war das Zwei-Seen-Land eine jener Regionen, die sich am schnellsten erholen konnten. „Der Mix aus Seen, Voralpen, Therme, Kunst und die breite Beherbergungsstruktur waren gefragt wie nie.“ Im August seien die Ankunftszahlen im Kochelsee-Gebiet „regelrecht explodiert“, und das im Vergleich zu einem relativ starken Vorjahr. Die Übernachtungen wuchsen um bis zu 35 Prozent. Im Oktober gingen sie dann wieder stark zurück.

Als „besonders desaströs“ bezeichnete Holz die Monate März bis Mai, in der die Übernachtungen um bis zu 97 Prozent einbrachen.

Wie sich das auf die Wertschöpfung in der Zwei-Seen-Gemeinde auswirke, könne man heute noch nicht abschätzen. „Neben den Hoteliers und Vermietern sind natürlich auch besonders die touristischen Leistungsträger und die engagierten Gastronomen betroffen, die allesamt weitreichende Hygienekonzepte entwickelten“, so Holz. Aushängeschilder wie die Kristalltherme, die Herzogstandbahn und das Franz-Marc-Museum müssten weiterhin „maximale Einbußen“ hinnehmen.

Neue Kampagne „Naturschutz beginnt mit Dir“

In der Sitzung legte Holz dem Gremium ebenfalls die Unterlagen zur neuen, landkreisweiten Naturschutzkampagne „Naturschutz beginnt mit Dir“ vor (wir berichteten). Auslöser des Konzepts sei das „oft rücksichtslose Verhalten von Ausflüglern“, etwa wildes Parken und Biwakieren, Müll hinterlassen und Fäkalienverunreinigung. Die Kampagne, so Holz, verfolge das Ziel, Besucher langfristig über die Ge- und Verbote zu informieren, über sensible Regionen aufzuklären und das Bewusstsein für einen rücksichtsvollen Umgang mit der Natur zu fördern.

Die Gemeinde Kochel rechnet mit 8000 bis 10 000 Euro Kostenbeteiligung für den Start der Kampagne, die bekanntlich „Tölzer Land Tourismus“ steuert. Kochel wird – wie andere Gemeinden auch – Unterkampagnen starten, die „Dein-Walchensee.de“ und „Dein-Kochelsee.de“ heißen. Sie werden auf der Landkreis-Seite verlinkt. Dazu gibt es eigene Informations-, Plakat-, Online- und Presseveröffentlichungen. „Begleitend wird es außerdem Kurzclips geben, in denen vor allem die Ranger zu Wort kommen“, sagt Holz. Langfristig könnten gegebenenfalls von den Rangern auch Einheimische, Landwirte und verschiedenen Betroffene befragt und eingebunden werden.

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